Wiedereinstieg in den Beruf
Wie die Rückkehr gelingen kann
- Donnerstag, 13. Dezember 2012, 22.00 - 22.30 Uhr
- Aktiver Kanal: Sendung verpasst?
- Livestream
- Inaktiver Kanal: Vorschau
- Inaktiver Kanal: Spezial
Viele Frauen nehmen für die Erziehung der Kinder oft eine lange Auszeit vom Beruf. Nach dieser Pause fällt dann der Wiedereinstieg vielen sehr schwer. Wer jahrelang nicht erwerbstätig war und in den Job zurückkehren möchte, ist oft verunsichert. Damit die Rückkehr ins Berufsleben gelingt, ist es wichtig, sich realistisch einzuschätzen, weiterzubilden und vielleicht auch sich beruflich neu zu orientieren. In frauTV erzählen wir die Geschichte von Jennifer Butt und wie ihr, nach einer längeren Familienzeit, der Wiedereinstieg in den Beruf geglückt ist.
-
-
Bild vergrößern +
Wiedereinstieg gelückt: Jennifer B. leitet erfolgreich eine Tageskindergruppe.
Unser Tipp
Link
Die Hörfunk-Kollegen von WDR5 haben sich ebenfalls mit dem Thema Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf beschäftigt.
-
-
Bild vergrößern +
Vor der Jobsuche ist es wichtig, Ihre Position zu klären und Ihre Möglichkeiten realistisch einzuschätzen.
Wichtige Fragen vor der Jobsuche - Klären Sie Ihre Position, und schätzen Sie Ihre Möglichkeiten realistisch ein:
- Wollen Sie in Voll- oder Teilzeit arbeiten? Hat die Familie Priorität?
- Sind Sie mobil? Sind Führerschein und eigenes Fahrzeug vorhanden? Besteht Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr? Kommt ein Umzug in Betracht?
- Über welche Fachkenntnisse, Kompetenzen und Qualifikationen verfügen Sie? Werden diese am Arbeitsmarkt nachgefragt? Kommen auch andere berufliche Tätigkeiten als die bisherige in Betracht? Wenn ja, welche?
- Welche Kompetenzen wurden während der Familienphase erworben, die beruflich eingebracht werden können? (beispielsweise Planen, Organisieren, Arbeit in Vereinen)
- Ist die Kinderbetreuung ausreichend abgesichert? Wer kann im Notfall unterstützen (Eltern, Großeltern , Freunde zur Betreuung außerhalb der regelmäßigen Betreuungszeiten)?
- Nutzen Sie Beratungsangebote- zum Beispiel von der Arbeitsagentur oder von privaten Anbietern. Die Qualität der Beratung erkennen Sie an kleinen Gruppen mit möglichst acht Teilnehmern und qualifizierten Beratern. Kosten: 0 bis 300 Euro
-
-
Bild vergrößern +
Das mangelnde Angebot an Kinderbetreuungsplätzen ist für Frauen immer noch das Haupthindernis beim Wiedereinstieg in den Beruf
Eigeninitiative ist wichtig! Tipps für die Jobsuche:
Holen Sie sich also Unterstützung. Machen Sie ihre
Arbeitssuche bekannt. Nutzen Sie Beziehungen. Lassen Sie sich
empfehlen! Bevor ein Job ausgeschrieben wird, hören sich viele
Arbeitgeber lieber um, ob jemand im Betrieb einen passenden
Kandidaten kennt. Zwei Drittel aller Stellenbesetzungen erfolgen,
ohne dass die Jobs vorher ausgeschrieben waren.
Nehmen Sie früh Kontakt zu Ihrem Arbeitsvermittler beim
Jobcenter auf oder wenden Sie sich an die Beauftragte für
Chancengleichheit im Jobcenter , auch schon in der Familienphase.
Als motivierte Berufsrückkehrende gehören Sie zum Kreis
der „besonders förderungswürdigen Personen“
und können sich beraten, fördern und vermitteln lassen .
Halten Sie Kontakt zu ihrer früheren Arbeitsstelle.
Es lohnt sich, entsprechende Messen , Jobbörsen oder Tage der
offenen Tür zu besuchen.
Wer sich für eine spezielle Arbeit interessiert, kann sich
auch als Praktikantin oder Hospitantin anbieten. Gehen Sie von sich
aus auf Firmen und Unternehmen zu. Knüpfen Sie Kontakte mit
dem richtigen Ansprechpartner für Personalfragen. Schreiben
Sie Initiativbewerbungen. 15 % der Jobs werden so vergeben.
-
-
Bild vergrößern +
Viele Wege führen zum Erfolg! Ergreifen Sie die Initiative und absolvieren sie Tagespraktika in Firmen.
Tipps für den Lebenslauf
- In der Kürze liegt die Würze. Ein Lebenslauf soll kein Roman sein, sondern dem potenziellen Arbeitgeber einen schnellen Überblick ermöglichen.
- Weist der Lebenslauf zeitliche Lücken auf, diese nicht verschleiern, sondern schriftlich begründen.
- Wichtig: Rechtschreibfehler unbedingt vermeiden! Am besten den Lebenslauf von einer zweiten Person gegenlesen lassen.
- Kein Lebenslauf ohne Foto, das eine positive Ausstrahlung vermittelt.
- Insgesamt auf eine ansprechende Gestaltung des Lebenslaufs achten.
Checkliste für mögliche Bewerbungsgespräche
- Nicht unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch gehen. Es ist sinnvoll, sich im Vorfeld ein Bild von der Firma zu verschaffen. In aller Regel reicht dafür die Internetrecherche.
- Bleiben Sie im Gespräch sich selbst treu. Vertrauen Sie Ihren Fähigkeiten und stehen Sie im Zweifel zu Ihren Schwächen. Das vermittelt Selbstbewusstsein.
- Auch ein Bewerber darf die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt stellen.
- Überzeugen Sie einen möglichen Chef davon, dass Sie für die Lösung seiner Probleme bereitstehen.
-
-
Bild vergrößern +
Jennifer B .hat den Wiedereinstieg in den Job geschafft!
Weiterbildung als Chance
Während der Familienphase sind Informationen aus der Arbeitswelt nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Aus- und Weiterbildung fördern Chancen auf dem Arbeitsmarkt und stärken das Selbstbewusstsein. Berufsrückkehrer gehören zum Kreis der "besonders förderungswürdigen Personen" .Sie haben die Möglichkeit Berufsausbildungen auch in Teilzeit nachzuholen, gefördert vom Land NRW und bei Existenzgründung Einstiegsgeld zu bekommen. Der Bildungsscheck“ übernimmt 50 Prozent der Kosten einer beruflichen Fortbildung (mit der Obergrenze 500 Euro) und ist ein relativ unproblematischer Weg, eine Förderung zu bekommen. Als Berufsrückkehrerin bekommen Sie ihn in den Bildungsberatungsstellen – auch wenn Sie noch in der Elternzeit sind.
Buchtipps
Svenja Hofert, Uta Nommensen:
„Wiedereinstieg in den Beruf!“
Humboldt 2010, ISBN 9783869107585
Das Standardwerk zum Thema beantwortet viele Fragen zum
Wiedereinstieg. Zudem beschreiben die Autorinnen Berufsbilder
für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, die in Voll-
oder Teilzeit arbeiten, sich weiterbilden, umschulen oder
selbstständig machen möchten.
Elke Homburg:
„Zurück in den Job So meistern Mütter ihr
berufliches Comeback“
Redline 2005, ISBN 9783636011978
Dieser Ratgeber begleitet Berufsrückkehrerinnen Schritt
für Schritt - von der individuellen Standortbestimmung
über die oft schwierige Umbruchphase bis hin zur
selbstbewussten und professionellen Bewerbung.
Jutta Allmendinger:
„Verschenkte Potenziale? Lebensläufe nicht
erwerbstätiger Frauen“
Campus 2010, ISBN 9783593392660
Aufrüttelndes Buch mit vielen Fakten zum Thema „Frauen,
Kinder und Karriere“, die nicht nur Frauen angehen. Im Anhang
viele nützliche Adressen, die Mut machen, den Wiedereinstieg
anzugehen.
Angelika Gulder:
„Finde den Job, der dich glücklich macht Von
der Berufung zum Beruf“
Campus 2007, ISBN 9783593383903
Beate Westphal, Anne Jacoby:
„Eigentlich wär ich gern ... Wie Sie Ihre
Talente zum Traumjob machen“
Campus 2010, ISBN 9783593390963
Beide Bücher bieten Anregungen, die eigene Berufung zu finden
und berücksichtigen persönliche Vorlieben und
Leidenschaften ebenso wie lang vergessene
Kindheitsträume.
Peggy Wandel:
„Zwischen Karriere und
Krabbelgruppe“
Schwarzkopf &Schwarzkopf 2012, ISBN 9783862651689
20 berufstätige Mütter aus aller Welt erzählen in
persönlichen Erfahrungsberichten wie sie Familie und Job unter
einen Hut bekommen.
Autorin: Bärbel Maiwurm
Stand: 12.12.2012
- www.wiedereinstieg.nrw.de Unter dem Dach des Aktionsprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“, welches das Bundesfamilienministerium in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit durchführt, sind unterschiedliche Angebote und Initiativen gebündelt.
- www.perspektive-wiedereinstieg.de An bundesweit 20 Modellstandorten des Programms des Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten Wiedereinsteigerinnen individuelle und bedarfsgerechte Beratungs- und Orientierungsangebote. Das Aktionsprogramm richtet sich auch an die Lebenspartner der Wiedereinsteigerinnen.
- www.arbeitsagentur.de Homepage der Arbeitsagentur. Unter „Veranstaltungen“ stehen Termine von Informationsveranstaltungen für Berufsrückkehrerinnen nach der Familienphase.
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Homepage mit berufskundlichen Informationsmaterialien der Agentur für Arbeit, etwa das Onlineportal BERUFENET oder das Lexikon der Ausbildungsberufe „Beruf aktuell“.
- Weiterbildung finanzieren? Die wichtigsten Förderungen auf einen Blick Stiftung Warentest(PDF-Datei).
- Wohin zur Beratung? So finden Sie den richtigen Ansprechpartner Stiftung Warentest (PDF-Datei, 342 KB)
- www.bildungsscheck.nrw.de Erfolgreich arbeiten – Berufliche Weiterbildung mit dem Bildungsscheck Informationen zu den Richtlinien nach denen, und den Orten, an denen der Bildungsscheck NRW vergeben wird.
- www.bildungspraemie.info Informationen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Thema Bildungsprämie.
- www.laufstall.de Portal mit Informationen zum Thema Kindertagespflege für Eltern und Betreuer.
Seite teilen
Über Soziale Medien