Wie Kopfhaare wachsen

  • Montag, 27. August 2012, 20.15 - 21.00 Uhr

Der Allgemeinmediziner Dr. Carsten Lekutat

Haare heißen in der Fachsprache „Hautanhangsgebilde“, denn sie werden in der Haut gebildet. Haare bestehen im Wesentlichen aus Proteinen und verhornten Zellen (Keratin) sowie der Haarwurzel, die in der Haut liegt. Das Haar entsteht also in unserer Kopfhaut, genauer gesagt wird es im Haarfollikel gebildet. Der Haarfollikel sitzt tief in der Haut und besteht aus der inneren und der äußeren Wurzelscheide. Am unterem Ende ist der Follikel wie eine Zwiebel verdickt und wird deshalb auch „Haarzwiebel“ genannt. An deren Basis liegt die Haarpapille, die das Haar mit Nährstoffen versorgt. Dort befindet sich auch die Haarmatrix, eine Zellschicht, in der die Haare, d.h. die Haarzellen gebildet werden. Das Haar – genauer gesagt der Haarschaft wächst dann aus der Kopfhaut heraus.

Haarwurzel

Das Haar selbst besteht aus drei Schichten: Einer inneren Markschicht (Medulla), in der Mitte eine Faserschicht aus Proteinen, die für die Elastizität und Festigkeit des Haares verantwortlich ist - und einer äußeren durchsichtigen Schuppenschicht aus Hornzellen, die wie Dachziegel in mehreren Lagen übereinander gestapelt sind.

Das Haar durchlebt seinen Wachstumszyklus in drei Phasen: der Anagenphase, der Katagenphase und der Telogenphase. Die Anagen-, oder auch Wachstumsphase, dauert genetisch bedingt zwischen 2 und 6 Jahren. Während dieser Phase sind die Haarmatrixzellen hochaktiv und teilen sich in relativ kurzen Zeitabständen.

Wachstumsrate

In dieser Zeit ist das Haar fest mit der Papille verbunden. Nach der Wachstumsphase folgt die Katagenphase, eine Übergangsphase, in der die Haarmatrix die Zellproduktion langsam einstellt. Das Haar löst sich jetzt allmählich von der Papille. Während der Dauer von ungefähr zwei Wochen bildet sich der gesamte Follikel zurück. Die Telogenphase ist die letzte Phase des Wachstumszyklus. In dieser Phase ruht das Haar für circa 2-6 Monate. Es erhält nun keine Nährstoffe mehr. Das Haar löst sich nun vollständig und fällt beim Waschen oder Kämmen aus. Währenddessen entsteht aus den Matrixzellen schon wieder ein neues Haar und Haarpapille und Haarfollikel regenerieren sich. Da nicht alle Haare gleichzeitig diese Zyklen durchlaufen, merken wir nichts vom natürlichen Ausfall der Haare. Die Haarproduktion findet also asynchron statt.


Stand: 27.08.2012




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