Haarausfall

  • Montag, 27. August 2012, 20.15 - 21.00 Uhr

Der Allgemeinmediziner Dr. Carsten Lekutat

Haarausfall

Nicht nur, aber vor allem ältere Leute leiden daran: Haarausfall. Doch was sind die Ursachen? Der Mensch verliert täglich bis zu 100 Kopfhaare. Das ist normal. Alles, was darüber hinausgeht, bezeichnet man als Haarausfall. Der kann krankheitsbedingt sein, oder aber hormonelle oder genetische, also erbliche Ursachen haben. Die häufigste Form des Haarausfalls ist der erblich bedingte Haarausfall. Bei Frauen wird das Haar meist im Mittelscheitelbereich oder im Schläfen- und Hinterkopf-Bereich dünner, bei Männern beginnt der Haarausfall mit den klassischen Geheimratsecken und endet oft mit einer Glatze. Nur ein kleiner Haarkranz am Hinterkopf bleibt erhalten. Die Beschwerden treten bei Frauen meist erst nach den Wechseljahren auf, während bei Männern der Haarausfall oft in den Zwanzigern beginnt. Insgesamt leiden Männer sehr viel häufiger unter Haarausfall als Frauen.

Eine andere Art ist der diffuse Haarausfall. Er betrifft den gesamten Kopfbereich, ohne erkennbares Muster. Die Ursachen dafür können zum Beispiel Mineralstoffmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Wenn die Ursache letztendlich erkannt und auch beseitigt wurde, wachsen die Haare wieder nach.

Beim diffusem, saisonalen Haarausfall handelt es sich um eine relativ verbreitete Form des Haarausfalls, die meist im Frühling und im Herbst auftritt, sich meist aber selbst wieder reguliert.

Produkte gegen Haarausfall

Haarausfall lässt sich nicht vorbeugen. In Drogerie und Apotheke gibt es mehr oder minder wirksame Mittel gegen Haarausfall:

  • Shampoos mit Koffein sollen die Haarwurzel stärken. Koffein hat eine durchblutungsfördernde Wirkung. Allerdings gelangt beim Shampoo das Koffein nur oberflächlich auf die Kopfhaut und nicht bis zu den Haarwurzeln. Die Wirkung ist dadurch äußerst gering.
  • Biotin-Tabletten enthalten Biotin, das Vitamin B7, früher auch Vitamin H genannt. Ein Biotin-Mangel kann zu Haarausfall führen. Allerdings ist Biotin-Mangel in westlichen Ländern eher selten. Diese Tabletten helfen also nur, wenn dies die Ursache des Haarausfalls ist.
  • Medikamente In Deutschland gibt es derzeit zwei Wirkstoffe, die zugelassen sind und nachweislich etwas gegen schwindendes Haar bewirken können: Minoxidil (für Männer und Frauen geeignet) und Finasterid (nur für Männer geeignet). Die Medikamente mit diesen Wirkstoffen werden allerdings mit Nebenwirkungen, wie einer sinkenden Libido, in Verbindung gebracht.


Außerdem gilt: Ist die Haarwurzel tot, kommen, egal welche Mittel angewandt werden, keine Haare zurück. Dann hilft nur noch eine Haartransplantation – eine schmerzhafte und kostspielige Methode.


Stand: 27.08.2012




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