
Nach den Kriegsbildern sind die Deutschen hin und her gerissen: Was sollen sie stärker verurteilen? Den Raketenterror der Hamas oder die Kriegswalze Israels? Wer lügt? Wer hat Recht? Und ist es für uns tabu, auch Israel offen zu kritisieren?
Publizist und Fernseh-Moderator
Der Journalist und ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der
Juden stellt klar: Kritik an Israel ist kein Tabu, doch wer sich
wie Norbert Blüm so sehr über die Opfer im Gaza-Streifen aufregt,
sollte mit gleicher Anteilnahme auch um israelische Opfer
trauern.
CDU
Der CDU-Politiker und langjährige Bundesminister (1982-1998) hat die Erfahrung gemacht: Wer wie ich Israel offen kritisiert, gilt schnell als Antisemit. Und mit dieser Empörungskeule sollte ich immer wieder mundtot gemacht werden.
Der Journalist und Nahostexperte ist pessimistisch geworden: Ich
verstehe die Palästinenser genauso wie die Israelis, doch weil
Gewalt von beiden Seiten immer nur mit Gewalt beantwortet wird,
erwarte ich in dieser Generation keinen Frieden mehr.
SPD
Der ehemalige deutsche Botschafter in Israel (2000-2005) warnt:
Gerade wegen unserer Vergangenheit haben wir eine besondere
Verpflichtung gegenüber Israel - und gegenüber uns selbst. In
Deutschland darf nie der Satz gelten: „Jetzt ist aber mal
genug!“
Centrum für Nah- und Mittelost-Studien Uni Marburg; Direktor des Deutschen Orient-Instituts von 1976 bis 2006
Der Islamwissenschaftler kritisiert: Israel verletzt die Würde der
Palästinenser und Deutschland nimmt das aus Staatsräson einfach
hin. Doch wir müssen endlich die Erinnerung an unsere Vergangenheit
von der Politik heute trennen.