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Mit dem Handy noch ins Bett – wenn der Job die Freizeit frisst

hart aber fairRückschauSendung vom 02.07.2012
Mit dem Handy noch ins Bett – wenn der Job die Freizeit frisst
Letzter Sendetermin
Mo, 13.05.2013 | 21.00 Uhr

Video der gesamten Sendung

Der Chef schickt Mails nach Dienstschluss, Kunden rufen am Wochenende an. Alle wollen Antworten – am besten sofort. Ketten uns Handys und Mails bald 24 Stunden an den Job? Wer schützt unser Privatleben - vor dem Chef und unserem eigenen Drang, dauernd verfügbar zu sein?

Alle Gäste

Ursula von der Leyen, CDU


Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Mitglied des Präsidiums der CDU Deutschlands

Die Bundesarbeitsministerin fordert: klare Regeln, was Handykultur und Mailverkehr anbelangt. Denn in unseren Betrieben sollte wieder der Grundsatz gelten: In der Freizeit herrscht Funkstille.

Joachim Sauer


Präsident Bundesverband der Personalmanager (bpm)


Der langjährige Personalchef von Airbus stellt klar: Chefs erwarten zu Recht, dass Mitarbeiter auch nach Feierabend erreichbar sind. Denn umgekehrt gilt ja heute auch: Arbeitnehmer erledigen vom Internet-Shopping bis zum Anruf bei Oma gern mal Privates am Arbeitsplatz.

Leni Breymaier


ehem. Verkäuferin im Einzelhandel

Die ver.di-Chefin in Baden-Württemberg klagt an: Rund um die Uhr erreichbar sein, doch am Ende wird kaum etwas davon bezahlt: Das ist leider immer häufiger Alltag in unseren Betrieben. Und wer dagegen aufmuckt, der fliegt.

Matthias Onken


Journalist, kündigte mit Ende 30 seine Festanstellung und arbeitet heute freiberuflich

Er quittierte seinen Job als Redaktionsleiter, weil er kurz vor dem Burnout und den Trümmern seines Privatlebens stand. Rückblickend sagt er: Ständig Vollgas im Job, Sechs-Tage-Woche, auch im Urlaub immer erreichbar, und dazu kaum Schlaf – das war eine brutale Zeit.

Alexander Cisik


Arbeitspsychologe; Professor für Wirtschafts-, Organisations- und Arbeitspsychologie an der Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach

Der Professor für Arbeitspsychologie erklärt: Das Stressempfinden ist – je nach Job – unterschiedlich. Führungskräfte z.B. überfordern sich durch zu hohe Ansprüche gern selbst, während „normale“ Arbeitnehmer darunter leiden, dass sie fremdbestimmt werden.

Ihre Meinungen, Fragen, Ängste und Sorgen zum Thema.



Bisherige Beiträge

Am 03.07.2012 15:02 Uhr schrieb Redaktion "Hart aber fair"
Liebe Gästebuch-User, das Hart aber fair-Gästebuch wird nun geschlossen. Wir möchten uns bei allen, die hier ihre Meinung vertreten haben und an der Diskussion teilgenommen haben, herzlich bedanken. Wir hoffen, dass Sie auch beim nächsten Thema wieder zahlreiche Einträge schreiben werden. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Hart-aber-fair-Team
Am 03.07.2012 14:55 Uhr schrieb ohne namen (55 J)
Habe einige Gästebucheinträge gelesen und festgestellt wie gut es mir geht .Arbeite in einem Bremer Pflegegroßunternehmen mit Festeinstellung.
Bei uns ist niemand bereit auch nur ein Viertelstündchen umsonst zu arbeiten es gibt keinen Telefonterror in der Freizeit und relativ feste Arbeitszeiten .
Dies liegt jedoch nicht an vorbildlicher Unternehmenskultur oder an verständnisvollen Führungskräften sondern an dem außerordentlichen Fachkräftemangel in der Pflege. Wir brauchen keine Angst vor Arbeitslosigkeit zu haben der Druck sinkt und wir lassen uns deshalb nicht so gut verheizen.
Am 03.07.2012 14:52 Uhr schrieb PRO-SOZI
@Gertrud (60 J) 13:56 Uhr schrieb: "Haben Sie eine Ahnung was Altruismus und Gesundbeten bewirken können, offenbar nicht."
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Habe ich (als Psychotherapeut und Familienhelfer) leider doch. Altruismus und Gesundbeterei bewirken nämlich für die reale Arbeitswelt und Lebensbedingungen der Normalbürger rein gar nichts! Weil die systembedingt einfach beschissen sind. Oft ohne persönliches Verschulden rutschen Betroffene wegen Überlastung ins Nichts ab und kommen dann als Häuflein Elend in meine Praxis. Glauben Sie mir, diese Mitmenschen bekommt man mit Gesundbeterei nicht mehr hoch.
Am 03.07.2012 14:49 Uhr schrieb Cypland
@ Deutschländer 13,46

besser als unsere errungenschaften zu verteidigen, wäre die Heuschrecken garnicht erst in das land zu lassen.

kann sich überhaupt hier jemand vorstellen welchen stellenwert EIN mensch hat in einem land in dem es mehr als 1,000 millionen davon gibt ?

weniger als null - er wird nur als störenfried empfunden.
Am 03.07.2012 14:07 Uhr schrieb Anonym
@Arbeitssuchender (61 J) / 13:05 Uhr

=> Köstlich, Ihr Beitrag! ( "Kann haf mal bei Clement nachfragen, ihr habt doch dessen Handynummer?")

Für Clement und andere Politiker a.D. gilt die Jobgarantie natürlich in quasi feudalem Ausmaß. Wobei die Einkommensabsenkung auf Sozialhilfeniveau natürlich nur für den Pöbel gilt, aber für die "Macher" als gleichzeitiger Befähigungsnachweis für die Aufnahme in den Club der "Super-Sorglos-Abgesicherten".

In meinem Umfeld höre ich von Clement-Opfern, die sich nicht mehr nur mit verbalem Widerstand zufrieden geben wollen...
Am 03.07.2012 13:56 Uhr schrieb Gertrud (60 J)
PRO-SOZI
Danke ich finde wir müssen uns viel mehr leisten als Altruismus. Jedenfalls mit dem von Ihnen beschriebenen Erfolgsrezept kommt man auch nicht weiter und wohin sieht man zur Genüge. Wenn wir uns keine Mitmenschlichkeit mehr leisten, was dann. Wozu leben wir? Was ist und macht den Sinn?
Haben Sie eine Ahnung was Altruismus und Gesundbeten bewirken können, offenbar nicht. Jedenfalls mehr als ein Handy!!! Und alle Technik u.a. dieser Welt.
Am 03.07.2012 13:51 Uhr schrieb EriKmagEsoteriK
Ständig erreichbar? Na klar!
Die neueste Geräteklasse "Ohrring" enthält einen Mikrochip.
Eine "Datenmelkmaschine" könnte den berufl. und priv. Tagesablauf optimieren.
Der Arbeitgeber winkt mit einer großzügigen Aufwandsentschädigung und verbesserten Karrieremöglichkeiten.
Privatsphäre? Möglicherweise. Intimsphäre? NEIN !
Am 03.07.2012 13:46 Uhr schrieb Deutschländer
@Cypland 12:42 Uhr schbeibt u.a: " (z.b. ist dort ((China)) der begriff "urlaub" unbekannt)."
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Das war in Deutschland für normale Arbeiter bis in die 1930er Jahre auch noch so. Erst die "Tausendjährigen" installierten eine KdF-Urlaubsidee mit Lohnfortzahlung. In den Jahrzehnten vorher wurden Fabriken in der "unternehmerischen" Ferienzeit einach geschlossen oder die Produktion heruntergefahren - und alle oder nicht benötigte Arbeiter unbezahlt freigestellt.

Deshalb müssen wir unsere sozialen Errungenschaften verteidigen, ebenso wie Arbeitschutzgesetze und deren Modernisierung.
Am 03.07.2012 13:39 Uhr schrieb Andreas W. (57 J)
Die Leute, die hier über die Arbeitsbedingungen jammern können doch mit einem Arbeitslosen den Job tauschen. Hartz II (Jobrotation) machts möglich und man kann auch mal die soziale Hängematte genießen.
Welcher Maschinenbaukonstrukteur, Meister Gas-Wasser-Heizung- Lüftung, Maschinenbauzeichner, Maschinenbauer tauscht mit mir?
Am 03.07.2012 13:24 Uhr schrieb PRO-SOZI
@Gertrud (60 J) 11:44 Uhr
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Wenn ich Ihre diversen Beiträge richtig verstehe (auch die von @Heinrich Bruns), plädieren Sie für Anstand und selbstlose Menschlichkeit im Umgang miteinander. Das ehrt Sie. Doch Altruismus kann man sich nur "ganz oben" leisten. Insofern ist Ihre Haltung zwar idealistisch, aber auch befremdlich. In unserer rigorosen Leistungswelt ist man mit Altruismus in der Verliererposition. Deshalb muß man zunächst praktisch wirksamere=härtere (zivile u-politische) Mittel anwenden, um sich später evtl. wieder Altruismus leisten zu können. Gesundbeten hilft nicht.
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Fragen ohne vorzuführen, nachhaken ohne zu verletzen - Talk auf Augenhöhe - so sieht Frank Plasberg seinen Arbeitsauftrag bei "hart aber fair". [mehr]

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Moderator Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In der 75-minütigen Live-Sendung ist Thema, was die Menschen bewegt und aufregt. [mehr]

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