Pizza in Auschwitz

Kino am Donnerstag

  • Donnerstag, 24. Januar 2013, 23.15 - 00.20 Uhr

Roter Strich wird auf Backsteinwand gesprayt

Zur Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz am
27. Januar 1945

Dokumentarfilm von Moshe Zimmerman, Israel 2008

Der Dokumentarfilm des israelischen Filmemachers Moshe Zimmerman schildert eine Reise in die Vergangenheit aus der Sicht eines Mannes, dessen Leben unwiderruflich vom Holocaust geprägt ist. Der 74-jährige Danny Chanoch hat Auschwitz überlebt, oder er hat - wie er es ausdrückt - einen BA, einen Bachelor of Auschwitz. Der große, charismatische Mann hat mehrfach im Rahmen von Delegationen in Polen ehemalige Vernichtungslager der Nazis besucht.

Der 74-jährige Danny Chanoch hat Auschwitz überlebt, oder er hat ¿ wie er es ausdrückt ¿ einen BA, einen Bachelor of Auschwitz.

Es dauerte jedoch lange, ehe er seine Kinder Miri und Sagi dazu bewegen konnte, gemeinsam mit ihm die Schauplätze seiner verlorenen Kindheit aufzusuchen. Sechs Tage lang fahren die drei Familienmitglieder mit einem Filmteam von Lager zu Lager durch "diesen" Teil Europas und besuchen die Stätten von Dannys Kindheitstraumata. Zuletzt gelangen sie nach Auschwitz-Birkenau. Dort will Danny einen Wunsch verwirklichen, den er schon sein ganzes Leben lang hegt. Er möchte mit seinen Kindern eine Nacht auf seiner alten Pritsche in seiner alten Baracke verbringen.

Danny (l) macht gemeinsam mit seinen Kindern ¿ hier Sohn Sagi (r) ¿ eine Reise durch die ehemaligen Vernichtungslager der Nazis in Polen, die Stätten seiner Kindheitstraumata.

Dannys Kinder Miri (38) und Sagi (40) waren ihr Leben lang täglich auf die eine oder andere Weise mit dem Holocaust konfrontiert. Sie nahmen den Vorschlag, ihren Vater auf eine Reise zu den Vernichtungslagern zu begleiten, mit sehr gemischten Gefühlen auf. Miri erklärt, dass sie dem Holocaust lieber nicht in die Augen sehen möchte. Während sie eine Pizza essen, die Miri in der nahe gelegenen Stadt Auschwitz gekauft hat, kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation zwischen dem Vater und seinen Kindern, die zugleich von schwarzem Humor und großem Schmerz erfüllt ist.

 Seine Tochter Miri (l) erklärt Danny (r), dass sie dem Holocaust lieber nicht in die Augen sehen möchte.

Der Filmemacher Moshe Zimmerman drehte unter anderem die Filme "A Whale on Sheraton Beach" und "An Evening without Na'ama" und schrieb mehrere Bücher über das israelische Kino. Da er selbst Kind von Holocaust-Überlebenden ist, stellte diese Reise mit Danny Chanoch und dessen Kindern für ihn ebenso wie für die drei Protagonisten eine Katharsis dar.

Preise:

DOK Leipzig 2008: Preis der Jugendjury der Filmschule
Internationales Film Festival Krakau 2009, Polen: The Golden Dragon Prize
Berdyansk Film Festival 2009, Ukraine: Grand Prix "Bester langer Dokumentarfilm"
IDFA 2008, Niederlande: “Best of Fest” Award
The AIBs 2010, London, UK: Lobende Erwähnung („Sehr empfohlen" in Kategorie Best Creative Feature)

WDR-Erstausstrahlung

Redaktion: Jutta Krug, WDR


Stand: 23.11.2012



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