Beasts of the Southern Wild

Ein Filmtipp von Holger Römers

  • Freitag, 14. Dezember 2012, 00.45 - 00.55 Uhr

Rotes Tuch vor Glasbausteinen

USA 2011

Hushpuppy kann mit einem Lächeln Fische aus dem Wasser zaubern und mit einem bösen Blick wilden Kreaturen Einhalt gebieten. Und: Sie ist definitiv die mitreißendste Erzählerin seit Forrest Gump.

Hushpuppys Boot

Aber der Reihe nach: Tief in den Sümpfen der Südstaaten, jenseits der Deiche, liegt Bathtub, wo es die weltweit meisten Feiertage gibt (und in Bathtub weiß man noch Feiertage zu feiern). Als ein Jahrhundertsturm das Wasser über der Bayou-Siedlung zusammenschlagen lässt und prähistorische Monster aus ihren eisigen Gräbern erwachen und über den Planeten jagen, wird Hushpuppy zu den wenigen Verwegenen gehören, die sich dem scheinbar Unabwendbaren stellen.

Benh Zeitlin und das Künstlerkollektiv Court 13, dem er angehört, haben „Beasts of the Southern Wild“ in einer Region angesiedelt und gedreht, die sich eine eigen- und widerständige jahrhundertealte Tradition und Kultur bewahrt haben: die New Orleans umgebenden Bayous, deren Bewohner schon immer den Naturgewalten auf unmittelbare Weise ausgesetzt waren. Wo sonst feiert man die Ankunft eines Sturms mit einer Party? Wo wird ein Verstorbener mit einer extravaganten Party geehrt? In enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort haben Benh Zeitlin und Court 13 eine Geschichte geschaffen, die sich ganz in diesen Traditionen verwurzelt sieht und daher auch alle Realitäten ganz spielerisch zu überwinden vermag.

Der Film war der Sieger des SUNDANCE FILM FESTS 2012 und Gewinner der CAMERA D´OR in Cannes 2012.

mit: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry
Regie: Benh Zeitlin


Stand: 21.11.2012



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