Text Axel Bach
Rocko Raketi auf einer Waage in Köln
Wenn sich Rocko Raketi in Köln auf eine Waage stellt, wiegt er genau 100 Kilogramm. An anderen Orten auf dieser Welt wiegt er auf derselben Waage entweder mehr oder weniger. Wie kann das sein? Das "Gewicht" ist keine feste Größe: Auf dem Mond wiegt man deutlich weniger als auf der Erde; und an den Polen der Erde etwas mehr als am Äquator. Denn das Gewicht ist von der wirkenden Schwerkraft abhängig - also einfach gesagt davon, wie stark man von der Erde oder dem Mond auf die Waage gezogen wird.
Gravitationskraft der Erde
Dass Rocko Raketi an den verschiedenen Orten unterschiedlich viel wiegt, liegt vor allen Dingen an der Form der Erde. Sie ist nämlich nicht kugelrund, sondern zu den Polen hin abgeflacht. Der Abstand vom Erdmittelpunkt zu den Polen ist um 20 Kilometer kleiner als der vom Erdmittelpunkt zum Äquator. Am Nordpol ist Rocko Raketi also näher am anziehenden Erdmittelpunkt, so dass die Schwerkraft dort größer ist und Rocko Raketi mehr auf die Waage bringt.
Rocko Raketi und die Erde
Am Äquator ist Rocko Raketi weiter vom Erdmittelpunkt entfernt und wiegt dort weniger. Rocko Raketis Gewichtsvorteil: 571 Gramm. Dabei spielt besonders am Äquator auch die Drehung der Erde eine Rolle: Die Fliehkraft ist dort etwa für die Hälfte der Gewichtsabnahme verantwortlich.
Rocko Raketi auf der Zugspitze
Wenn Rocko Raketi von Garmisch-Patenkirchen auf die Zugspitze fliegt, verringert sich sein Gewicht nur wenig: und zwar um 71 Gramm. Der Gipfel der Zugspitze ist 2962 Meter über dem Meeresspiegel und damit weiter weg vom Erdmittelpunkt, so dass Rocko Raketi weniger stark angezogen wird.
Rocko Raketi am Äquator
Rocko Raketis Blitzdiät nützt ihm nichts: Zwar wiegt er am Äquator 326 Gramm weniger als in Köln. Aber sobald er zurück ist, wiegt er wieder exakt 100 Kilogramm. Aber wie kommt es dann zu der geringeren Gewichtsanzeige am Äquator? Hier muss man zwischen den Begriffen Masse und Gewichtskraft unterscheiden. Die Masse wird in Kilogramm angegeben und ist unabhängig vom Ort. Das heißt, dass zum Beispiel ein Goldbarren von einem Kilogramm überall auf der Erde die Masse von einem Kilogramm hat. Die Gewichtskraft ist aber ortsabhängig. Das heißt, die Kraft, die auf die Masse wirkt (also an der Masse "zieht"), ist von Ort zu Ort unterschiedlich.
Rocko Raketi in Garmisch
Wenn sich Rocko Raketi auf der großen Federwaage in Köln wiegt, dann zeigt die Waage also fälschlicherweise 99,949 Kilogramm an, obwohl man mit einer Federwaage die Masse gar nicht bestimmen kann. Die Angabe ist daher streng genommen falsch. Sie müsste eigentlich in der Einheit Newton erfolgen, mit der man Kräfte misst. Die entsprechende Formel ist jedoch eingerechnet. Waagen, die sehr genau sein müssen, sind daher für Städte am Äquator anders geeicht als für Köln.
(Kopfball vom 24. Oktober 2004 zum Thema Masse und Gewichtskraft)
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