Text Axel Bach
Rocko Raketi schwebt kurz über dem Erdboden. Der Himmel sieht aus dieser Höhe blau aus.
Das weiße Licht der Sonne besteht aus ganz vielen
Farben. Bei einem Regenbogen sieht man das besonders schön: Er
zeigt das ganze Spektrum von blau bis rot. Mit einem Prisma kann
man weißem Licht ebenfalls seine Farben entlocken. Das Blau
aus dem Himmel ist in diesem Farbspektrum bereits enthalten. Aber
warum ist der Himmel gerade blau und nicht rot oder grün? Und
warum ist er überhaupt farbig: Müsste er nicht eigentlich
rabenschwarz sein – genau wie die Nacht?
Die Farbe muss etwas mit der Luft zu tun haben - das hat ja bereits
Rocko Raketi herausgefunden: Je höher er fliegt, desto weniger
Luft ist in der Atmosphäre und desto schwärzer wird der
Himmel. Die Luft auf der Erde besteht hauptsächlich aus zwei
Gasen: Stickstoff und Sauerstoff. Jedes einzelne Stickstoffteilchen
besteht aus zwei Stickstoffatomen und jedes Sauerstoffteilchen aus
zwei Sauerstoffatomen. Dadurch sehen sie ein bisschen
stabförmig aus und wirken auf die Lichtwellen der Sonne
ähnlich wie Radioantennen auf Radiowellen.
Der WDR-Sender Langenberg
Radiowellen sind elektromagnetische Wellen, die im Metall der
Antenne eine elektrische Spannung erzeugen. Das Radioprogramm wird
dabei durch Verändern der Wellenhöhe (Amplitude)
beziehungsweise der Wellenlänge übertragen. Das
funktioniert aber auch umgekehrt: Durch Verändern der Spannung
in einer Antenne, werden elektromagnetische Wellen erzeugt: So
werden die Radioprogramme gesendet. Licht ähnelt in vielen
Eigenschaften solch einer Radiowelle. Es ist ebenfalls eine
elektromagnetische Welle, wobei die Wellenlänge allerdings
wesentlich kürzer ist als beim Radio. Da die Wellenlänge
so klein ist, sind auch die Antennen viel kleiner, die auf das
Licht reagieren. Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle haben die
passende Größe, um als solche "Lichtantennen"
zu funktionieren. Sie empfangen die Lichtwelle der Sonne wie eine
Radioantenne und senden das Licht wieder aus - jedoch in eine
andere Richtung. Physiker nennen das "Streuung"; genauer
Rayleigh-Streuung.
Aber warum ist dann der Himmel blau und nicht einfach so hell, wie
die Sonne? Rotes Licht unterscheidet sich von blauem Licht durch
die Wellenlänge - und genau die spielt ja beim Empfang und
beim Senden der Antenne die große Rolle! Rotes Licht hat eine
Wellenlänge von etwa 650 Nanometern. Viel kürzer ist sie
bei blauem Licht mit 450 Nanometern. Und diese 450 Nanometer passen
nun besser auf die Antennengröße der Stickstoff- und
Sauerstoffteilchen.
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