Sendung vom 11. Mai 2008
Anne Reich fragt:
"Kann man hinter einer Glasscheibe braun werden?", wollte Anne Reich wissen und bescherte damit Kopfball-Reporter Burkhardt ein Sonnenbad der besonderen Art: hinter der Frontscheibe im Kopfball-Bus.
Martin Winter
schrieb am 24.06.2010, 10:50 Uhr
Dass man im Auto hinter der Frontscheibe nicht braun werden kann, nur weil die Scheibe für UVB-Strahlung undurchlässig ist, halte ich für eine gewagte These. Soweit ich weiß, sind die Scheiben für UVA-Strahlen durchlässig. Diese Strahlung kann ebenfalls für (kurzzeitige) Bräune sowie Sonnenbrand sorgen, oder sehe ich das falsch?
Gruß
Martin
Steffen
schrieb am 20.04.2010, 20:47 Uhr
Bei der Messung an der Seitenscheibe bin ich etwas skeptisch. Ich meine das, dass nur halb geschlossene Fenster das Messergebnis verfälscht.
Meine Theorie:
Die Strahlen die durch das geöffnete Fenster einfallen, werden innerhalb des Autos reflektiert und treffen erst dann auf den Sensor.
gruß
Kopfball-Redaktion @ Steffen
schrieb am 20.04.2010, 20:47 Uhr
Skepsis ist immer gut - aber in diesem Fall ist es tatsächlich so: Seitenscheiben sind anders aufgebaut. Und daraus resultiert auch die unterschiedliche UV-Durchlässigkeit. Viele Grüße von der Kopfball-Redaktion.
Für die Hautbräunung ist der ultraviolette Strahlungsanteil der Sonne verantwortlich. Wie lange die Bräune hält hängt vor allem von der Wellenlänge ab: Während die kurzwelligere UV-B-Strahlung überwiegend für die langfristige Bräune verantwortlich ist, produziert die langwelligere UV-A-Strahlung in erster Linie die kurzfristige Bräune. Bei dieser Bräune werden lediglich die bereits in der Haut eingelagerten Pigmente verdunkelt. Sie lässt bereits nach wenigen Stunden wieder nach. Damit Haut jedoch langfristig braun wird, müssen die Pigmente neu hergestellt werden. Diese Bräune kann dann mehrere Wochen anhalten.
Es stellt sich also die Frage: Gelangen UV-Strahlen durch das Glas hindurch – und wenn ja wie viel. Burkhardt testet das zusammen mit Anton Kraus vom Institut für angewandte Elektronik und Optik der Fachhochschule Köln. Das Ergebnis: UV-A-Strahlen werden von normalem Fensterglas nur zu etwa 50 Prozent herausgefiltert. Eine Bräunung hinter Fensterglas ist also möglich, sie hält jedoch nur kurz an. Auch ein Teil der UV-B-Strahlen kann Fensterglas durchdringen. Verbringt man viele Stunden hinter Fensterglas, kann man also auch braun werden.
Hinter der Windschutzscheibe des Kopfball-Busses ist das nicht möglich. Die Frontscheibe besteht aus zwei Glasscheiben, zwischen denen eine UV-absorbierende Folie geklebt wurde. Das Messgerät zeigt einen geringen Teil UV-A-Strahlung an – aber UV-B-Strahlung kommt nicht durch. Hinter der Frontscheibe kann man also nicht braun werden. Ganz anders sieht es bei Autos jedoch mit den Seitenfenstern aus: Diese kommen ohne die Verbundfolie aus und lassen relativ viel UV-Strahlung durch.
Im Film erfahrt ihr, nach wie viel Stunden man bei Sonnenwetter auch bei geschlossenen Scheiben im Auto mit einem Sonnenbrand am Arm rechnen muss.
Film VisualBridges: Jens Hahne mit Burkhardt Weiß
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