Sendung vom 28. September 2008
Was wäre, wenn ein bewaffneter Flugsicherheitsbegleiter ("Sky-Marshal") einen Terrorakt vereiteln möchte und dabei ein Pistolen- oder Gewehrschuss auf ein Kabinenfenster trifft? Völlig unrealistisch ist dieses Szenario seit einigen Jahren leider nicht mehr – ist es auch gefährlich?
Ein Experiment soll Klarheit schaffen
Kopfball-Reporter Klas ist zum Flugzeug-Friedhof in der
Mojave-Wüste in Kalifornien geflogen. Zusammen mit Dirk Gion
installiert er in einem alten Flugzeug ein Gewehr mit
Fernauslöser. Sie richten es so aus, dass die Kugel aus etwa
drei Metern Entfernung exakt in die gegenüberliegende Scheibe
einschlägt. Der Schuss soll mit einem Draht ausgelöst
werden. Doch um realistische Bedingungen zu schaffen, muss vorher
der Druck in der Kabine erhöht werden. Denn auf
Reiseflughöhe ist in der Flugzeugkabine ein deutlich
höherer Druck als außen.
Durch Kabinenfenster in modernen Flugzeugen schaut man immer im Doppelpack: durch eine vordere und eine hintere Scheibe – dazwischen ist Luft. Die Fenster bestehen aus mehreren Schichten Glas, die durch sehr reißfeste Folien verbunden sind. Ähnlich wie bei Frontscheiben von Autos verhindern sie, dass Gegenstände ungebremst ins Innere gelangen. Doch kann solch eine Scheibe auch einen Gewehr-Schuss abhalten?
Beruhigendes Ergebnis
Das Experiment zeigt ganz deutlich: Passagiere brauchen wenig
Angst zu haben, dass eine Flugzeugscheibe splittert oder komplett
zerstört wird. Und: Die Luft aus der Kabine strömt zwar
durch das Einschussloch nach außen aber das Fenster bleibt
trotz Durchschuss stabil und der Druck fällt nur langsam ab.
Selbst leichte Dinge werden nicht aus dem Flugzeug herausgesaugt.
Dass in manchen Spielfilmen so eine Beschädigung zu einer
Katastrophe führt, kann man also beruhigt in den Bereich der
Mythen verweisen.
Film buckle-up: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Klas Bömecke
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