10.02.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2008/1005/reissverschlussverfahren.jsp

Sendung vom 05. Oktober 2008

Dennis Breuer fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Wann ordnet man sich am besten beim Reißverschlussverfahren ein?

Immer, wenn zwei Fahrspuren zu einer einzelnen zusammengeführt werden, gilt in Deutschland automatisch das Reißverschluss-System. Das heißt, dass jedes Auto auf der rechten Fahrspur ein Auto aus der linken Fahrspur vorlassen muss.

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Darstellung des Reißverschluss-Systems mit Spielzeugautos; Rechte: WDR-Fernsehen 2008

Darstellung des Reißverschluss-Systems mit Spielzeugautos

Ablauf ist klar geregelt
Immer, wenn zwei Fahrspuren zu einer einzelnen zusammengeführt werden, gilt in Deutschland automatisch das Reißverschluss-System. Das heißt, dass jedes Auto auf der rechten Fahrspur ein Auto aus der linken Fahrspur vorlassen muss. Kopfball-Zuschauer Dennis Breuer aus Aachen möchte wissen, ob es sinnvoller ist, sich möglichst früh oder möglichst spät einzufädeln.

Kopfball macht den Fädel-Test
Hier gibt es zwei klare Antworten: So spät wie möglich einfädeln, denn so steht es in der Straßenverkehrsordnung ("unmittelbar vor Beginn der Verengung"). Aber ist diese Regelung auch sinnvoll? Die Antwort des Verkehrs-Wissenschaftlers Andreas Schadschneider von der Uni Köln: "Ja." Kopfball macht mit 30 Fahrzeugen auf einer Autobahn die Probe aufs Exempel. Das klare Ergebnis: Wenn sich die Autofahrer zu früh einordnen, verlangsamt sich der Verkehr hinter ihnen zu früh. Das führt zu überflüssigen Staus. Außerdem verschenken die Autofahrer viel Platz, so Professor Schadschneider. Fädeln sich die Autofahrer beispielsweise schon einen Kilometer vorher ein, bleibt die zweite Spur bis zur Baustelle frei. Wertvoller Platz wird nicht genutzt – und verleitet im Übrigen auch Raser, mit hoher Geschwindigkeit an den Autos vorbeizufahren. Und das führt dann dazu, dass der Reißverschluss an der Verengung gar nicht mehr funktionieren kann.

Aggressives Fahren verursacht Staus
Eine psychologische Komponente ist ebenfalls wichtig, so der Physiker der Uni Köln. Machen Fahrer lange vor dem Hindernis anderen Autofahrern Platz und sollen das vor der Engstelle noch mal tun, finden sie das unfair und ärgern sich. Die Konsequenz: Sie lassen den vermeintlichen Drängler am Schluss nicht mehr auf ihre Spur und reagieren mit einer aggressiven Abwehr-Reaktion. Das führt zu Stress und provoziert Unfälle. Und die führen auf Autobahnen garantiert zu langen Staus; genau das, was das Reißverschluss-Verfahren eigentlich verhindern will.

Text Axel Bach, Christoph Fleischer und Dirk Gion

Film buckle-up: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Klas Bömecke



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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