Sendung vom 08. März 2009
Dominik Perz und Helmut Heise fragen:
Welche Farbe nimmt ein Chamäleon an, das in einem Spiegelkabinett ist? Und: Stimmt es überhaupt, dass Chamäleons alle möglichen Farben annehmen können? Kopfball-Reporterin Ulrike hat mit Kopfball-Tierfilmer Wolfram Schiebener ein kleines Spiegelkabinett gebaut, das aus sechs Spiegelscheiben besteht. An einer Seite ist ein kleines Loch für eine Minikamera und von oben ragt eine kleine Lampe hinein.
Meli
schrieb am 18.12.2011, 19:31 Uhr
Echt super frage. Musste sofort hinklickn als ich sie gelesen habe:D
sarah
schrieb am 30.12.2010, 18:56 Uhr
Ich habe eine Frage.
Was für Farben kann ein Chamäleon annehmen bei welchen Situationen, und gibt es auch Chamäleons die sich (zB durch stress) lila färben, oder zumindest lila streifen bekommen?
Anonym
schrieb am 14.10.2009, 13:58 Uhr
Ich hätte mal eine ganz andere Frage, wenn ich mir ein Chamäleon kaufe und das Terrarium dann innen lila mache und einrichte, wird das Chamäleon dann auch lila sein? Oder heißt des gar nix?
Kopfball-Redaktion
schrieb am 14.10.2009, 13:58 Uhr
Lieber "Anonym", schau' Dir doch mal unseren Beitrag an, dann müsstest Du Dir die Antwort selber geben können... Viel Spaß dabei!
Anonym
schrieb am 08.03.2009, 12:21 Uhr
abgedrehte Frage, wer kommt den auf so was?;-)
Im Terra-Zoo in Rheinberg fanden wir ein sehr schönes grünes Chamäleon mit wenigen braun-orangefarbenen Flecken. Auf einem durchsichtigen Halter wurde es ganz behutsam in die Spiegelbox gesetzt – und tatsächlich veränderte es seine Farbe! Auf den vorher grünen Flanken des Chamäleons leuchteten deutliche orange-braunfarbene Streifen.
Ein weiterer Test: Was passiert, wenn das Spiegelkabinett mit roten Pappen ausgekleidet wird? Nichts passierte – das Chamäleon blieb weiter verfärbt, aber es änderte seine Farbe nicht zu rot. Chamäleons können also ihre Farbe ändern – aber das machen sie nicht, um sich zu tarnen, wie man früher glaubte. Vielmehr drücken sie über ihre Farben ihren Gemütszustand aus oder passen sich der Witterung an: Wenn es sehr kalt ist, verdunkeln sie sich. In der Hitze sind sie hell.
Im Spiegelkabinett war das Chamäleon vermutlich gestresst, da es dort unendlich viele vermeintliche Doppelgänger gesehen hat. Chamäleons sind aber Einzelgänger. Wenn sie mit Artgenossen zusammenkommen, nutzen sie bestimmte Farben zur Kommunikation.
Das einzige europäische Chamäleon kommt in Südspanien vor: Es ist das Gewöhnliche Chamäleon (Chamaeleon chamaeleon). Die baumbewohnenden Echsen besitzen drei verschiedene Arten von Zellen, die ihre Färbung steuern – sogenannte Chromatophoren. In den oberen Hautschichten eines Chamäleons lagern Pigmentzellen, die die Gelb- und Rotfärbungen bewirken. Darunter ist eine Schicht, die selbst farblos ist, aber Licht so reflektiert, dass zum Beispiel blaue und silberfarbene Nuancen entstehen. Darunter sind die Zellen, die einen dunklen Farbstoff enthalten, von gelb über rotbraun bis schwarz. Sie haben Verästelungen in die anderen Hautschichten hinein. Das Chamäleon wird dunkler und sein Muster strukturierter, wenn sich der Farbstoff vollständig in der Zelle ausbreitet. Ballt er sich an einem Punkt in der Zelle zusammen, so wirkt das Chamäleon heller. Dieses Phänomen nennt man aktive Pigmentwanderung. Sie wird durch Nervenreize ausgelöst, die hormonell gesteuert werden.
Text Katharina Tondera
Film Wolfram Schiebener mit Ulrike Brandt-Bohne
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