27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2009/0308/piraten.jsp

Sendung vom 08. März 2009

Annette Sterzik-Zigann fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Konnten die Piraten den freien Fall vom Mast mit einem Messer im Segeltuch wirklich abbremsen?

Kopfball-Zuschauerin Annette Sterzik-Zigann bezieht sich in ihrer Frage auf den ersten erfolgreichen Piratenfilm: "Der schwarze Pirat" wurde 1926 von United Artists als Stummfilm mit Douglas Fairbanks sen. in der Hauptrolle gedreht. Fairbanks kapert ein Schiff und schwingt sich mit einem Tau zum Mastkorb hoch. Dann vollbringt er jenes zur Legende gewordene Bravourstück, das in mehreren anderen Filmen kopiert wurde: Er sticht mit seinem Messer ins Segel, gleitet über die Leinwand nach unten und zerteilt das Segel dabei in zwei Hälften. In einer ähnlichen Szene sprang zuletzt Orlando Bloom in "Fluch der Karibik 2" von einem Mast zum anderen, als ein Riesenkrake das Schiff angreift.

Unsere Videos können Sie mit dem Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 19

Enno
schrieb am 22.02.2010, 12:31 Uhr
Ich find's klasse! Mal nicht so langweilig.

Klaus
schrieb am 28.03.2009, 08:02 Uhr
Man muss sich immer wieder wundern, für welche selbstverliebte, wisssenschaftlich fragwürdige Spielereien unsere Gebühren verschwendet werden.

Robert
schrieb am 16.03.2009, 23:50 Uhr
Toller Bericht auf dem Herrlichen Oldtimer Bla Jungfrun of Kalmarsund ! in Alcudia in Mallorca - Schöne Grüße an Haiko ! Gruß Robert

andreas f.
schrieb am 11.03.2009, 23:32 Uhr
Interressante Sendung, jedoch , was wie immer ätzend stört, ist die "Hintergrundmusik". Zu Gzimecks Zeiten war das wesentlich seriöser und fesselnder.

Philipp
schrieb am 11.03.2009, 18:02 Uhr
Werner hat recht! Das andere ist physikalisch äußerst unglücklich.

werner
schrieb am 11.03.2009, 17:33 Uhr
@ Redaktion schrieb am 10.03.2009, 23:55 Uhr Da wäre der Begriff "Trägheit" besser gewesen als der Begriff "Beschleunigung"!

11 Minuten für was?
schrieb am 11.03.2009, 15:59 Uhr
Hallo, kleine Anmerkung zu der Kraftmessung -> wenn das Messer sich in Bewegung gesetzt hat, wird die nötige Kraft offensichtlich verringert und damit die Bremswirkung weiter reduziert. Zu den Hobby-Physikern: Wenn ein Körper fällt und z.B. auf die Erde trifft, dann ist die wirkende Kraft tatsächlich viel höher, als die reine Erdanziehung und zwar wegen F=m*a. Die Beschleunigung a=dv/dt ist in diesem Fall offensichtlich viel größer, da der Körper in sehr kurzer Zeit gebremst wird. Falls es noch keinem aufgefallen ist wirkt die Bremskraft übrigens in entgegengesetzter Richtung zu der Erdanziehung!

schlecht
schrieb am 11.03.2009, 13:13 Uhr
wie soll denn bitte die kraft groesser sein, wenn man faellt, als wenn man steht? F = dp/dt = d(mv)/dt = m a.. in diesem fall ist a = g, die erdbeschleunigung..und der unterschied im wert von g (9.81 m/s^2) ist bei diesem hoehenunterschied klar vernachlaessigbar...also ist die kraft, die man auf das tuch einwirkt die selbe..

Kopfball-Redaktion
schrieb am 11.03.2009, 10:35 Uhr
siehe Antwort vom 10.03.2009, 20:41 Uhr

b.
schrieb am 11.03.2009, 10:35 Uhr
Ist das nicht wesentlich von der Schärfe des Messers abhängig? Würde zumindest der Typ auf dem Shopping-Kanal sagen ;-)

Wolle
schrieb am 11.03.2009, 02:25 Uhr
Ich empfehle Mythbuster. Kann ja nicht mehr lange dauern, bis die Sendung aus den USA nach Deutschland kommt. Dann werden wir auch die Frage klaeren, ob ein Pferd die Gitterstaebe aus einem Wild-West Gefaegnis ziehen konnte, oder ob Salutschuesse beim Auftreffen auf der Erde einen Menschen toeten koennen.

Kopfball-Redaktion
schrieb am 10.03.2009, 23:55 Uhr
Wir wollten mit dem Hinweis auf die Beschleunigung ausdrücken, dass die Versuchsperson in das Segel fällt und deshalb eine größere Kraft wirkt, als wenn sie aus dem Stand starten würde. Hätten wir vielleicht etwas genauer erklären müssen.

Werner
schrieb am 10.03.2009, 23:55 Uhr
Die theoretische Erklärung in dem Film, dass neben dem Gewicht , die "Beschleunigung" additiv auf einen fallenden Körper wirkt, sollte man besser streichen. Ansonsten waren nämlich die Arbeiten von Galilei und Newton für die Katz.

Mike
schrieb am 10.03.2009, 20:41 Uhr
Welchen Einfluss hat denn die Schärfe des Messers auf die Bremswirkung? Könnte mir vorstellen, dass so ein olles Piratenmesser schon ein bisschen stumpfer war als ein neues Opinel-Messer.

Kopfball-Redaktion
schrieb am 10.03.2009, 20:41 Uhr
Wir sind davon ausgegangen, dass die Piraten scharfe Messer hatten, das war ja ihr "Handwerkszeug"... In der Szene, in der Dirk Gion die Kraft ermittelt, mit der das Messer gezogen werden muss, damit das Tuch zerteilt wird, zeigt aber auch, dass es sich eher um ein Zerreissen, als um ein sauberes Zerschneiden handelt. Es ist vermutlich also nicht so erheblich, ob das Messer etwas schärfer oder etwas stumpfer ist. Das Messer im Versuch war übrigens "normalscharf", also nicht extra rasiermesserscharf präpariert.

daniel
schrieb am 10.03.2009, 13:52 Uhr
Ein sehr informativer und unterhaltsamer Film! Die Piraten-Kampfszenen zu Beginn haben sofort mein Interesse geweckt. Das Experiment ist ebenfalls sehr anschaulich. Interessant sind auch die zahlreichen Hintergrundinfos, die in dem Kommentar zum Film gegeben werden. (z. B. zum Schiff und zum Segel) Die Musik gefällt mir auch gut.

willi reh
schrieb am 10.03.2009, 12:12 Uhr
Klasse Inszenierung! Euch gelingt es immer wieder, tolle Fragen in noch bessere Antworten zu packen! Besonders, wenn euer Stunt-Team am Ball ist!

Piraten-Hobbyist
schrieb am 10.03.2009, 12:10 Uhr
Super Beitrag. Tolle Kampfszenen und historisch korrekt nachvollzogen. Mehr davon!

Neuzeit-Pirat
schrieb am 08.03.2009, 15:22 Uhr
Also alles Lug und Trug im Kino:-) - aber trotzdem schön anzusehen; genauso übrigens wie Kopfball!

Die Stunts der Piraten im Kopfball-Test

Mit einem Messer kann man ohne Probleme den Stoff eines historischen Segels durchstechen. Die Stoffe damals hatten ein Gewicht von etwa 500 bis 600 Gramm pro Quadratmeter. Im Kopfball-Versuch schneidet die Klinge den Stoff mit einem Widerstand von bis zu zehn Kilogramm. Geht man von einem 100 Kilo schweren Piraten (mit Kleidung und Waffen) aus, macht die Bremswirkung maximal zehn Prozent des Gewichtes aus. Bei einer Fall-Höhe von zehn Metern würde er ungebremst mit etwa 50 km/h aufs Deck aufprallen. Dabei würde sich der Pirat zumindest schwer verletzt, wenn nicht sogar ums Leben kommen. Mit dem Messer-Trick könnte er die Fallgeschwindigkeit nur unwesentlich mindern.

Allerdings bremst auch die Form des Segels den freien Fall. Rah- oder Gaffelsegel, wie sie auf Schiffen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert gefahren wurden, führen in der Regel nicht gerade nach unten. Das Segel ist gebauscht. Dadurch fällt der Pirat im unteren Teil in ein geneigtes Tuch. Das bremst den Fall ebenfalls. Doch unverletzt wie in "Fluch der Karibik 2" übersteht der Pirat den freien Fall nur im Kino – und natürlich bei Kopfball: Und das seht ihr im Film!

Film buckle-up: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Burkhardt Weiß



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2012

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW