10.02.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2009/0322/schnecken.jsp

Sendung vom 22. März 2009

Gerhard Böhler aus Friedrichshafen fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Kommen Schnecken schon mit ihrem Haus auf die Welt?

Es bietet Schutz über und unter Wasser, lässt sich mit einem Deckelchen verschließen und passt dem Besitzer wie angegossen: das Schneckenhaus. Aber muss sich eine Schnecke ihr Haus erst suchen, so wie es der Einsiedlerkrebs macht? Oder hausen Schnecken schon von Geburt an im Eigenheim? Kopfball-Zuschauer Gerhard Böhler aus Friedrichshafen möchte Klarheit.

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Kommentare

Einträge: 1

Lisa
schrieb am 23.03.2009, 18:55 Uhr
Hallo, ich habe mich schon bei der Sendung gefragt: Wo gibt es diese niedliche Schneckenhandpuppe? :-)

Hausbau bei den Schnecken

Schnecken legen Eier. Und wenn Schnecken mit Häuschen auf die Welt kommen, sollte das Haus schon im Ei zu erkennen sein. Biologin Ulrike geht der Sache in der Kopfball-Werkstatt nach. Aus dem Zoogeschäft hat sie sich ein Aquarium mit Wasserschnecken besorgt und auch etwas Schneckenlaich. Der Schneckenlaich sitzt an den Wasserpflanzen. Es sind kleine durchsichtige glibberige Punkte. Mit bloßem Auge kann man aber nicht erkennen, ob sie schon ein Häuschen tragen: Dafür sind die gallertartigen Eier viel zu klein.

Schneckengeburt unter dem Kopfball-Mikroskop

Ulrike präpariert ein paar Eier und legt sie unter das Mikroskop. Und wirklich: Im Ei ist eine winzige Schnecke zu erkennen und auf ihrem Rücken thront ein ebenso winziges Häuschen. Noch etwas zart und durchsichtig, aber es ist da! Auch zwei kleine schwarze Punkte – das sind die Augen – sind prima zu sehen.
Und dann passiert etwas Besonderes: Die Schnecke beginnt, an der Eihülle zu fressen, streckt die Fühler durch die Öffnung und zieht ihr Häuschen mit hinaus. Eine Schneckengeburt unter dem Kopfball-Mikroskop!

Neugierig auf mehr? – weiterführende Informationen:

Mit Kalkausscheidungen vergrößern und verdicken Schnecken ihr Haus. Den Kalk sondern sie über den sogenannten Mantel ab; das ist der Weichteil, der in der Schale sitzt. An der Schalenöffnung bauen sie weitere Windungen an, und an der Innenseite der Schale verdicken sie es. Die Schale wächst aber nicht ein Leben lang. Je nach Art hat eine Schale irgendwann ihre typische Größe erreicht. Dies erkennt man an einem verdickten Mündungsrand, der sogenannten Mündungslippe. Bei einer jungen Schnecke hingegen ist dieser Rand scharf.
Selbst Nacktschnecken haben während ihrer Entwicklung eine kleine Schale. Doch noch bevor sie schlüpfen, verlieren sie sie wieder. Nacktschnecken haben den Schutz eines Häuschens zugunsten einer größeren Beweglichkeit abgelegt. In der Entwicklung durchlaufen sie aber immer noch das ursprüngliche Stadium mit Häuschen.
Manche Schneckenarten legen keine Eier. Der Nachwuchs entwickelt sich im Körper der erwachsenen Tiere, die die Jungschnecken zur Welt bringen. Die Sumpfdeckelschnecke der Gattung "Viviparus" ist ein Beispiel für eine lebendgebärende (vivipare) Schnecke. Ein anderes Beispiel ist die Ovoviviparie (Ei-Lebend-Geburt) der Flussdeckelschnecke. Hier gebärt die Schnecke lebende Jungtiere, die im Muttertier aus einem Ei geschlüpft sind.

Text Andrea Huesmann

Film VisualBridges: Christoph Goldbeck, Andrea Huesmann mit Ulrike Brandt-Bohne, Burkhardt Weiß



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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