Sendung vom 22. März 2009
Jonas und Philipp Eppard fragen:
Eine Frage mitten aus dem Leben: Nach einem längeren Bad schrumpelt die Haut. Dass davon vor allen Dingen Hände und Füße betroffen sind, liegt daran, dass diese besonders viel Hornhaut haben, die sich mit Wasser vollsaugt. Aber warum eigentlich? Wer schon mal in sehr salzigem Wasser gebadet hat, weiß: Hier schrumpelt die Haut weniger als in der Badewanne (oder je nach Salzgehalt und Hauttyp sogar überhaupt nicht).
Justin
schrieb am 08.04.2012, 13:13 Uhr
Das ist alles nur eine Theorie, keine gefestigte Studie. Wenn ein bestimmter Nerv im Finger durchtrennt wird, schrumpelt die Fingerspitze gar nicht mehr! Deshalb halte ich persönlich von diesen ganzen Aufquellungstheorien nicht viel...
rasierseifen-fan
schrieb am 10.05.2011, 10:55 Uhr
wieso würde denn die Haut bei einer stark alkalischen Umgebung schneller aufquellen? Heißt das dann, z.B., wenn man mit "echter" Seife (Natriumsalze von Fettsäuren) badet runzelt die Haut schneller und bei sogenannten pH-neutralen Badeszusätzen weniger schnell? Dankeschön für eure tolle Website :). Sehr spannend.
Lasse
schrieb am 21.12.2009, 15:09 Uhr
(bevor ihr euch aufregt, dass die Frage beantwortet sei):
Ich verstehe nicht ganz, wieso die Haut weich & vergrößert ist... Vergrößert spricht für Wasseraufnahme und weich für Wasserabgabe (aus Sicht der Zelle) ... das ist das, was ich nicht verstehe...
Kopfball-Redaktion
schrieb am 16.04.2009, 17:51 Uhr
Hallo Andrea,
wie machst du das Badewasser alkalisch? Wie kommst du auf deine Feststellung? Generell ist es ganz im Gegenteil so, dass alkalische Lösungen die Haut schneller schrumpeln lassen.
Andrea
schrieb am 05.04.2009, 20:10 Uhr
Die Erklärung für die "Schrumpelhaut" scheint mir nicht plausibel, da das Baden in alkalischem Badewasser grundsätzlich nicht zur Schrumpelhaut-Bildung führt.
Bade-Fan
schrieb am 04.04.2009, 22:36 Uhr
Das mit der festgeklebten Gelatine finde ich eine super-anschauliche Erklärung. Die kannte ich bisher nicht! Danke.
Klarer Fall von Osmose also: Wasser dringt in die Zellen der Hornschicht ein, da dort eine höhere Salzkonzentration herrscht als im umgebenden Wasser. Je höher der Konzentrationsunterschied zwischen innen und außen, desto mehr Wasser dringt in die Zellen ein. Deswegen ist der Effekt im Süßwasser stärker als im Salzwasser. Damit ist die Faltenbildung aber noch nicht geklärt, denn diese müsste eigentlich dazu führen, dass die Haut straffer wird, da ja Wasser in die Zellen eindringt.
Was mit der Haut im Wasser passiert, lässt sich eindrucksvoll mit gewöhnlicher Blattgelatine zeigen: Wird die Gelatine ins Wasserbad gelegt, nimmt sie – wie die oberste Hautschicht – Wasser auf. Dadurch quellt sie auf und wird größer. Wie kommt es dann also zum Schrumpeleffekt?
Unsere Haut besteht nicht nur aus einer einzelnen Schicht, sondern aus vielen Lagen, die durch ein komplexes Netzwerk aus Proteinen miteinander verbunden sind; so auch die Hornhaut mit der darunterliegenden Schicht. Wenn das Volumen dieser obersten Schicht durch Wasseraufnahme zunimmt, kann sie sich wegen dieser Verknüpfungen nicht beliebig ausdehnen und wird wellig. Das Gleiche passiert auch mit der Gelatine im Experiment, wenn sie auf der Unterlage festgeklebt wird: Sie nimmt Wasser auf, kann sich nicht ausdehnen und wirft deshalb Falten.
Warum man eigentlich gar nicht von "schrumpeln" reden kann – das seht ihr im Film; genauso wie das erstaunliche Experiment mit der festgeklebten Gelatine.
Film VisualBridges: Amanda Mock und Hanns-Martin Schmidt mit Ulrike Brandt-Bohne und Klas Bömecke
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