27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2009/0531/zaehlen.jsp

Sendung vom 31. Mai 2009

Ralf Schwitalski aus Essen fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Warum zählen wir "zehn, elf, zwölf", statt "zehn, einszehn, zweizehn"?

Zehn, elf, zwölf, dreizehn. Auf den ersten Blick ist bei dieser Aufzählung nichts Besonderes – unsere Zahlen eben. Aber Ralf Schwitalski aus Essen hat sich gefragt, warum wir elf und zwölf sagen, statt "einszehn" und "zweizehn", was ja logischer wäre.

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Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 6

m
schrieb am 09.06.2009, 20:37 Uhr
Konsumentenhaltung! Die beiden sind alles andere als langweilig. Klickt Euch doch mal durch's Archiv...

Matze
schrieb am 07.06.2009, 11:26 Uhr
Ich finde die beiden haben das doch ziemlich trockene Thema sehr gut und interessant gestaltet.

Zählmeister
schrieb am 03.06.2009, 01:22 Uhr
Also, so schlimm fand ich die beiden nicht! Ist doch das Thema, das nicht ganz so aufregend ist. Ich finde ja: Die Mischung macht's bei Kopfball.

frank
schrieb am 01.06.2009, 22:02 Uhr
jep, die beiden sind sehr langweilig. thema völlig uninteressiert vorgetragen

Michael
schrieb am 31.05.2009, 20:56 Uhr
Was is denn mit dem Spanischen? Die haben eigene Zahlen bis 15.

bodo
schrieb am 31.05.2009, 20:29 Uhr
sorry aber die beiden moderatoren sind echt zum einschlafen.

Verschiedene Sprachen – verschiedene Zählweisen

Tatsächlich kennen nicht alle Sprachen eigene Zahlwörter für elf und zwölf, sondern nur die germanischen Sprachen, zu denen neben Deutsch beispielsweise Englisch, Niederländisch und die skandinavischen Sprachen zählen (außer Finnisch).

Elf und zwölf lassen sich auf die althochdeutschen Formen einlif und zwelif zurückführen – Althochdeutsch sprachen unsere Vorfahren in der Zeit von etwa 750 bis 1050. Ein-lif und zwe-lif bilden sich aus den Zahlwörtern und der Endung -lif, wobei -lif "überschüssig" oder "übrig bleiben" bedeutet – gemeint ist "übrig von zehn". Die sprachliche Entfernung zu "einszehn" und "zweizehn" ist also gar nicht so groß, wie es zunächst scheint.
Dennoch bleiben Unklarheiten: Die naheliegende Schlussfolgerung, dass es damals dann auch den dritten und vierten "Überschüssigen" gab, ist nämlich falsch. Auch im Althochdeutschen geht die Zahlenreihe mit "drizehan", "fiorzehan", und "fimzehan" weiter. Bleibt also die Frage, warum es ausgerechnet für die ersten beiden Zahlen nach Zehn diese Extrawurst gibt.

Konflikt zwischen zwei Zahlensystemen

Ganz einig sind sich da bislang selbst die Experten nicht – es ist ja auch schon ziemlich lange her, dass diese Wörter entstanden sind. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass die Wortbildungen auf einen Konflikt zwischen zwei Zahlensystemen hinweisen, der bis heute nicht nur bei den Zahlwörtern spürbar ist: Dominiert wird unser Alltag nämlich nicht nur durch das Zehnersystem (beispielsweise beim Geld sowie bei Maß- und Gewichtseinheiten gebräuchlich), sondern auch durch das Zwölfersystem, das den Gradeinteilungen der Erde, dem Kalender und der Uhr zugrunde liegt.
Auch damals waren schon beide Systeme verbreitet. Die Vermutung ist nun: Wer mit dem Zwölfersystem arbeitete, für den war es natürlich logisch, dass es eigene Zahlwörter bis zwölf geben musste. Wer ans Zehnersystem gewohnt war, der wollte den Bezug dazu aber nicht verlieren; darum der "erste" und der "zweite Überschüssige". Das Ergebnis ist also gewissermaßen ein Kompromiss zwischen beiden Systemen: Dass wir überhaupt eigene Zahlwörter bis zwölf haben liegt am Zwölfersystem, dass diese Zahlwörter elf und zwölf heißen, ist wiederum dem Zehnersystem geschuldet.

Film VisualBridges: Dirk Gilson mit Ulrike Brandt-Bohne und Klas Bömecke



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