Sendung vom 31. Mai 2009
Ralf Schwitalski aus Essen fragt:
Zehn, elf, zwölf, dreizehn. Auf den ersten Blick ist bei dieser Aufzählung nichts Besonderes – unsere Zahlen eben. Aber Ralf Schwitalski aus Essen hat sich gefragt, warum wir elf und zwölf sagen, statt "einszehn" und "zweizehn", was ja logischer wäre.
m
schrieb am 09.06.2009, 20:37 Uhr
Konsumentenhaltung!
Die beiden sind alles andere als langweilig. Klickt Euch doch mal durch's Archiv...
Matze
schrieb am 07.06.2009, 11:26 Uhr
Ich finde die beiden haben das doch ziemlich trockene Thema sehr gut und interessant gestaltet.
Zählmeister
schrieb am 03.06.2009, 01:22 Uhr
Also, so schlimm fand ich die beiden nicht! Ist doch das Thema, das nicht ganz so aufregend ist. Ich finde ja: Die Mischung macht's bei Kopfball.
frank
schrieb am 01.06.2009, 22:02 Uhr
jep, die beiden sind sehr langweilig. thema völlig uninteressiert vorgetragen
Michael
schrieb am 31.05.2009, 20:56 Uhr
Was is denn mit dem Spanischen?
Die haben eigene Zahlen bis 15.
bodo
schrieb am 31.05.2009, 20:29 Uhr
sorry aber die beiden moderatoren sind echt zum einschlafen.
Tatsächlich kennen nicht alle Sprachen eigene Zahlwörter für elf und zwölf, sondern nur die germanischen Sprachen, zu denen neben Deutsch beispielsweise Englisch, Niederländisch und die skandinavischen Sprachen zählen (außer Finnisch).
Elf und zwölf lassen sich auf die althochdeutschen Formen
einlif und zwelif zurückführen – Althochdeutsch
sprachen unsere Vorfahren in der Zeit von etwa 750 bis 1050.
Ein-lif und zwe-lif bilden sich aus den Zahlwörtern und der
Endung -lif, wobei -lif "überschüssig" oder
"übrig bleiben" bedeutet – gemeint ist
"übrig von zehn". Die sprachliche Entfernung zu
"einszehn" und "zweizehn" ist also gar nicht so
groß, wie es zunächst scheint.
Dennoch bleiben Unklarheiten: Die naheliegende Schlussfolgerung,
dass es damals dann auch den dritten und vierten
"Überschüssigen" gab, ist nämlich falsch.
Auch im Althochdeutschen geht die Zahlenreihe mit
"drizehan", "fiorzehan", und
"fimzehan" weiter. Bleibt also die Frage, warum es
ausgerechnet für die ersten beiden Zahlen nach Zehn diese
Extrawurst gibt.
Ganz einig sind sich da bislang selbst die Experten nicht
– es ist ja auch schon ziemlich lange her, dass diese
Wörter entstanden sind. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass
die Wortbildungen auf einen Konflikt zwischen zwei Zahlensystemen
hinweisen, der bis heute nicht nur bei den Zahlwörtern
spürbar ist: Dominiert wird unser Alltag nämlich nicht
nur durch das Zehnersystem (beispielsweise beim Geld sowie bei
Maß- und Gewichtseinheiten gebräuchlich), sondern auch
durch das Zwölfersystem, das den Gradeinteilungen der Erde,
dem Kalender und der Uhr zugrunde liegt.
Auch damals waren schon beide Systeme verbreitet. Die Vermutung ist
nun: Wer mit dem Zwölfersystem arbeitete, für den war es
natürlich logisch, dass es eigene Zahlwörter bis
zwölf geben musste. Wer ans Zehnersystem gewohnt war, der
wollte den Bezug dazu aber nicht verlieren; darum der
"erste" und der "zweite
Überschüssige". Das Ergebnis ist also
gewissermaßen ein Kompromiss zwischen beiden Systemen: Dass
wir überhaupt eigene Zahlwörter bis zwölf haben
liegt am Zwölfersystem, dass diese Zahlwörter elf und
zwölf heißen, ist wiederum dem Zehnersystem
geschuldet.
Film VisualBridges: Dirk Gilson mit Ulrike Brandt-Bohne und Klas Bömecke
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