Sendung vom 18. Oktober 2009
Fabian Konrath aus Bühlertann fragt:
Manche Fragen erscheinen auf den ersten Blick ein wenig abstrus. Doch die Frage nach den betrunkenen Mücken fand Professor Heinz Mehlhorn sogar für Forschungszwecke geeignet. Denn seines Wissens hat die Frage von Fabian Konrath bislang noch niemand untersucht. Und er muss es wissen: Schließlich ist er einer der renommiertesten Experten für Parasiten weltweit. Für Kopfball-Reporter Klas bedeutet das: Trinken und stechen lassen im Zoologischen Institut der Universität Düsseldorf – im Dienste der Wissenschaft ...
Gemma
schrieb am 08.03.2010, 09:14 Uhr
Frage: hat die Mücke die 5 Promille überlebt???
Mücken-Rausch
schrieb am 15.11.2009, 14:16 Uhr
Whow! Das Ergebnis war eine echte Überraschung für mich! Gut umgesetzt.
Der Versuch soll so realistisch wie möglich sein: Daher
muss Klas solange Alkohol trinken, bis er etwa ein Promille Alkohol
im Blut hat. Klas kennt die Gefahren des Alkohols, denn er hat vor
einiger Zeit für Kopfball ausprobiert, ob man mit 1,2 Promille
noch sicher Auto fahren kann (vergleiche den Link unten). Deshalb
ist er froh, dass ihn der Toxikologe Professor Doktor Thomas
Daldrup beim Trinken überwacht. Bei ungefähr 1,0 Promille
Blutalkohol (gemessen mit einem polizeitauglichen
Alkoholmessgerät) ist Schluss!
Klas bietet den Universitäts-Mücken sein alkoholisiertes
Blut an – und die kleinen Plagegeister verschmähen es
nicht: Sie stechen fleißig und saugen drauf los. Beim
Blutsaugen können sie das Zwei- bis Dreifache ihres eigenen
Körpergewichts aufnehmen! Zusammen mit dem
Mücken-Experten beobachtet er, ob die Mücken ihr
Verhalten nach dem Blutsaugen ändern. Doch nichts passiert:
Die Insekten sitzen ruhig in ihrem Kasten.
Doch die wissenschaftliche Untersuchung kann hier noch nicht zu Ende sein. Menschen, die regelmäßig zu viel Alkohol zu sich nehmen, können auch vier Promille Blutalkoholgehalt überleben. Was passiert also, wenn Menschen im Vollrausch von einer Mücke gestochen werden? Hier durfte Klas natürlich nicht mehr weiter Alkohol trinken. Heinz Mehlhorn hat stattdessen einen süßen Amaretto-Likör soweit mit Wasser verdünnt, dass das Gemisch einem Blutalkoholgehalt von fünf Promille (0,5 Prozent) entspricht. Das Ergebnis überrascht: Wenn Menschen ein Getränk mit 0,5 Prozent Alkohol trinken (zum Beispiel Malzbier oder alkoholfreies Bier), dann können sie dadurch kaum betrunken werden. Doch bei den Mücken ist das anders: Nachdem sie ihren Stechrüssel in den verdünnten Amaretto gehalten haben, fangen die Mücken an zu torkeln. Sie können ihre vielen Beine nicht mehr richtig koordinieren! Wie das aussieht, seht ihr im Film!
Bisherige Versuche haben gezeigt, dass Bienen und Fliegen auf Alkohol reagieren. Das nutzt auch eine Orchideenart (Gongora maculata) aus, die Bienen alkoholhaltigen Nektar anbietet. Nach dessen Verzehr fallen die Tiere berauscht auf den Rücken und nehmen durch ihre taumelnden Bewegungen eine große Menge Pollen auf, mit der sie anschließend die nächste Blüte bestäuben. Und betrunkene Spinnen bauen sonderbar geformte Netze.
Text Axel Bach, Sebastian Rams
Film Visual Bridges: Sebastian Rams und Wolfgang Meschede mit Klas Bömecke
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