Sendung vom 25. Oktober 2009
Fabian Grübl aus Neunkhausen fragt:
"Warum können Schnecken über eine Rasierklinge kriechen, ohne sich zu verletzen?" Diese Frage stellte Kopfball-Zuschauer Fabian Grübl aus Neunkhausen. Kopfball-Reporterin Ulrike Brandt-Bohne macht sich auf in die Natur und guckt den Schnecken genau auf die Füße ...
René
schrieb am 19.03.2012, 14:59 Uhr
Wahnsinn, die Schnecken können einfach weden dem schleim darüber gleiten
rici
schrieb am 02.10.2010, 15:48 Uhr
ich auch hihihihihihihii
Anna
schrieb am 25.10.2009, 12:15 Uhr
Ich finde es echt Wahnsinn, was schnecken alles leisten können.
Der Schleim der Schnecke spielt die Schlüsselrolle: Er besteht zwar zu über 90 Prozent aus Wasser, aber darin eingebettet liegen langkettige Eiweiß-Zuckermoleküle – nämlich sogenannte Proteoglucane. Solange der Schleim keiner mechanischen Belastung ausgesetzt ist, bilden die langkettigen Moleküle untereinander schwache Quervernetzungen: Der Schleim verhält sich dann ähnlich wie Gummi und hat gute Klebeeigenschaften. Sobald die Schnecke den Fuß vorwärts schiebt, wirken sogenannte Scherkräfte auf den Schleim. Dann brechen diese Querverbindungen: Der Schleim verhält sich nicht mehr wie ein Kleber, sondern wie ein Gleitmittel. Mit diesem Trick kann eine Schnecke steile Oberflächen hinaufkriechen, ohne rückwärts wieder herunterzurutschen.
Dieses sonderbare Verhalten des Schneckenschleims liefert auch
die Antwort auf die Zuschauerfrage: Die Schnecke stützt beim
"Überqueren" der Klinge den Großteil ihres
Gewichts (vielleicht sogar das gesamte) an den Seitenwänden
der Klinge ab; nur ein minimaler Teil lastet überhaupt auf der
scharfen Kante. Die Kraft, die dieser Teil der Schnecke auf die
Klinge ausübt, reicht nicht dazu aus, dass die scharfe Klinge
in den Fuß schneiden kann.
Zudem wirkt der Schleim auf dem Fuß der Schnecke
möglicherweise auch als mechanische Schutzschicht, die
zusätzlich ein Eindringen der Klinge in den Fuß
verhindern kann. Flüssigkeiten – wie der
Schneckenschleim –, die unter Belastung
dünnflüssiger werden, bezeichnet man als thixotrop. Auch
Ketchup ist thixotrop. Deshalb muss man ihn erst schütteln,
bevor er aus der Flasche herauslaufen kann. Auch Mayonnaise und
Erdnussbutter verhalten sich ähnlich wie Schneckenschleim
– aber an das Original aus der Natur kommen die Leckereien
aus der Küche nicht heran.
Text Ismeni Walter
Film Wolfram Schiebener und Ismeni Walter mit Ulrike Brandt-Bohne
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