Sendung vom 25. Oktober 2009
Paula und Mael aus Basel fragen:
Moderne Babywindeln erlauben nicht nur Kleinkindern, sich nach Belieben zu erleichtern. Vielmehr erfahren auch gestresste Eltern eine Erleichterung dadurch, dass die heutigen Windeln große Mengen an Urin aufnehmen und festhalten können. Aber was unterscheidet die Hightech-Windel von einem Schwamm?
Bettina
schrieb am 08.04.2010, 13:32 Uhr
Im Bericht steht eigentlich nichts über den Tragekomfort zb kneift was oder schwitzt man darin.Auch wichtig tragen sie dick auf wie Stoffwindeln und Gummihosen das man aussieht wie donald Duck , auch wäre es interessant ,wenn die Autoren mal eine Nacht mit einer Windel geschlafen hätten dann hätten die sicher mehr darüber als nur über Superabsorber gesprochen.
Schüler
schrieb am 06.11.2009, 19:56 Uhr
Wo bekomm ich denn den sogenannten Superabsorber her. Ich möchte nicht extra eine Windel kaufen, da ich etwas mehr benötige. Also liebes Kopfball-Redaktionsteam wo bekomm ich denn diesen Superabsorber her??!!
Kopfball-Redaktion
schrieb am 27.10.2009, 17:08 Uhr
Hallo Claudia und Michael! Die Umweltbilanz von Windeln ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema - wir freuen uns daher sehr über eine rege Diskussion an dieser Stelle! Ziel unseres Beitrages war allerdings, die chemische Funktion des Superabsorbers zu erklären. Viele Grüße, das Kopfball-Team
Michael
schrieb am 27.10.2009, 17:08 Uhr
Stockosorb ist ein Pflanzgranulat aus Superabsorber, was Feuchtigkeit im Boden speichert, und so auch in Trockenzeiten an Pflanzen abgeben kann.
Insofern also für Pflanzen unbedenklich.
Auch haben unabhängige Studien ergeben, dass die Umweltbilanz von Einwegwindeln (incl. Herstellung und Deponie) besser ist, als die Herstellung, Bleichung, und Reinigung von Stoffwindeln.
Claudia
schrieb am 25.10.2009, 20:07 Uhr
...und wie sieht es mit der Entsorgung der Superabsorber aus?
Recyclen ist ja wohl nicht :-) kann das Zeug einfach in der Müllverbrennung vernichtet werden, ohne die Umwelt zu schädigen? Und wie sieht die Umweltbilanz bei der Herstellung aus?
Im Kern der Windel liegt ihre Saugkraft verborgen: zwölf Gramm weißes Pulver. Diese zwölf Gramm des sogenannten Superabsorbers können prinzipiell bis zu zwölf Liter(!) destilliertes Wasser aufnehmen. Der Superabsorber besteht aus großen, langkettigen Molekülen, die untereinander über chemische Brücken verbunden sind: Sie bilden ein dreidimensionales Netz – und in dieser Struktur können sich Wassermoleküle anbinden. Den Hauptbestandteil bildet die Poly-Acrylsäure, deren negativ geladene Molekülgruppen das Wasser aus dem Urin anziehen und festhalten. Dabei entsteht ein Gel, ähnlich wie bei der Zubereitung von Wackelpudding. Eine weitere Chemikalie auf der Oberfläche des Superabsorbers bewirkt, dass sich die Poren der einzelnen Absorberpartikel unter Druck schließen. So kann sich der Nachwuchs unbesorgt auf seinen Hintern fallenlassen, ohne mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen zu müssen; ganz anders als beispielsweise bei einem Schwamm – oder alten Windeln ohne Superabsorber: Hier lässt sich das aufgesaugte Wasser wieder herausdrücken.
Damit sich das Wasser anlagern kann, muss der Superabsorber bei
der Herstellung aktiviert werden. Dabei werden positive
Natrium-Teilchen "Na+" abgelöst; an diese
Stellen können sich später Wasserteilchen anlagern. Dies
erklärt auch, warum Urin deutlich schlechter gebunden werden
kann: In einem Liter Urin sind knapp vier Gramm Natrium-Ionen
– das entspricht immerhin zehn Gramm Kochsalz –
gelöst: Deshalb kann der Superabsorber seine Natrium-Ionen
nicht mehr loswerden – und das reduziert seine
Aufnahmefähigkeit sehr: Zwölf Gramm Superabsorber
können "nur" noch etwa einen halben Liter Urin
aufnehmen. Verglichen mit Windeln ohne Superabsorber ist das jedoch
eine ganze Menge! Noch 1985 – bevor die Superabsorber
eingeführt wurden – konnte eine Windel nur etwa 100
Milliliter Urin aufnehmen.
Welchen Nachteil solche altmodischen Windeln noch haben, zeigen
Uli und Klas im Film. Außerdem testen sie, wie viel Wasser
der Superabsorber wirklich aufnehmen kann und verdeutlichen die
Funktionsweise des Hightech-Produkts mit einem Windel-Modell.
Mittlerweile kommen Superabsorber in vielen Produkten zum Einsatz. Sie schützen elektrische Leitungen in Tiefseekabeln, dienen als Wasserspeicher im Gartenbau oder begleiten Reisende in Form von Brechtüten auf turbulenten Flügen rund um den Globus.
Text Axel Bach, Sebastian Rams
Film Visual Bridges: Sebastian Rams mit Ulrike Brandt-Bohne und Klas Bömecke
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