Sendung vom 01. November 2009
Sara Moujahid aus Riad in Saudi-Arabien fragt:
Wer kennt das nicht: Man schläft abends auf dem Bauch liegend ein, wacht aber morgens auf dem Rücken liegend auf. Warum bewegen wir uns im Schlaf und bleiben nicht einfach ganz entspannt liegen? Sind es die aufregenden Geschichten, die wir in unseren Träumen erleben?
Norbert
schrieb am 16.01.2010, 00:38 Uhr
Warum aber fallen wir im Schlaf (normalerweise) nicht aus dem Bett, wenn wir uns hin- und herwälzen?
Sogar im Schlaflabor, wo das Bett wahrscheinlich schmaler ist als beim Probanden zu hause, ist das nicht geschehen.
K. Rudolph
schrieb am 01.11.2009, 14:14 Uhr
Warum weiß niemand in Krankenhäusern, das man sich bewegen muß?
Ich wurde in ein sehr schmales Bett gepackt, Gitter hoch, es war zu kurz für mich und drehen ging nicht da ich beide Arme nach einem Unfall im Gips hatte. Die Nacht habe ich kaum geschlafen, vor Rückenschmerzen.
Als wer sagt den Ärzten mal, das auch Patientenbette zum Bewegen da sein müssen. K. R.
Der nächtliche Schlaf ist für den Menschen unentbehrlich. Wenn wir schlafen, erholt sich unser Körper von den Anstrengungen des Tages. Das Herz schlägt langsamer, die Atmung wird ruhiger, die Muskeln entspannen sich, die Gehirnaktivität verändert sich. Dennoch dreht sich jeder Mensch im Schlaf einige Male im Bett herum. Selbst der entspannteste Schläfer bleibt nicht die ganze Nacht regungslos liegen. Und das ist auch gut so: Die Bewegungen sind eine Schutzfunktion des Körpers. An den Stellen, an denen der Körper auf der Matratze aufliegt, werden die feinen Äderchen in der Haut durch das Körpergewicht abgequetscht. Dadurch kann das Blut Haut und Nerven nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen versorgen – das Gehirn schlägt Alarm und befiehlt dem Körper, die Position zu wechseln. Wie reagiert der Körper wohl, wenn er sich nicht bewegen kann? Unser Schlafproband Daniel erklärt sich bereit, sich fesseln zu lassen: Was das mit seinem Schlaf macht, seht ihr im Film.
Mit lebhaften Träumen haben die Schlafbewegungen nichts zu tun. Im Gegenteil: Während das Gehirn auf Hochtouren läuft, sind die Muskeln in der sogenannten Traumschlafphase vollständig gelähmt – ein Schutzmechanismus des Körpers, damit wir unsere Träume nicht ausleben und dabei aus dem Bett fallen.
Weil sich bettlägerige Patienten häufig nicht selbstständig drehen können, müssen sie vom Pflegepersonal etwa alle zwei Stunden in eine andere Position gelegt werden. In den schlimmsten Fällen können sonst Haut und Nerven an den Druckstellen für immer absterben. Besonders für unsere Vorfahren, die auf härteren Unterlagen schliefen, waren regelmäßige Positionswechsel daher überlebenswichtig. Zum Glück haben wir heute weichere Matratzen, bei denen Druckstellen auf der Haut erst nach längerem Liegen entstehen.
Text Max Ostendorf
Film VisualBridges: Dirk Gilson und Max Ostendorf mit Isabel Hecker
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