27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2009/1108/athleten.jsp

Sendung vom 08. November 2009

Achim Diefenbacher aus Mönchengladbach fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Warum laufen Athleten in Stadien immer linksherum?

Achim Diefenbacher aus Mönchengladbach schaut im Fernsehen nicht nur gerne Kopfball, sondern auch Leichtathletik. Dabei ist ihm aufgefallen, dass die Athleten bei den Laufdisziplinen immer linksherum, also gegen den Uhrzeigersinn, laufen. Warum ist das so?

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Alles nur Zufall?

Isabel und Burkhardt haben fleißig recherchiert und sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: Die einzige gesicherte Erklärung ist, dass die Laufrichtung seit 1913 im Regelwerk des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) festgeschrieben ist: In Regel 163.1 hieß es damals: Der Innenraum liegt in Laufrichtung links. (Heute im Original: "The direction of running and walking shall be left-hand inside.") Nötig wurde die Regel, weil es bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen zum Streit kam: Damals lief man in Athen rechtsherum. Das erwies sich vor allem für die Athleten aus Amerika als Nachteil, die zu dieser Zeit schon überwiegend linksherum trainierten. Die Amerikaner führten in den darauffolgenden Diskussionen verschiedene anatomische und physiologische Gründe an, warum das Laufen gegen den Uhrzeigersinn das natürlichere sei. Zu der damaligen Zeit schienen die Argumente plausibel. Heute weiß man, dass sie wissenschaftlich nicht bestätigt werden konnten oder sogar widerlegt sind. Allerdings: Der Körper "gewöhnt" sich an die bevorzugte Laufrichtung. Wenn also alle rechtsherum trainieren würden, könnte man genauso gut auch im Uhrzeigersinn laufen.

Rechts oder links?

Der ursächliche Grund für diese Regelung liegt aber im Dunkeln: Eine beliebte Erklärung ist, dass es mit der Laufrichtung bei Pferderennen im alten England zusammenhänge müsse: Schon vor über 200 Jahren liefen die Pferde auf Trab- und Galopprennbahnen linksherum. Der Grund dafür sei der englische Linksverkehr. Zunächst fanden die Pferderennen nämlich nicht in Stadien, sondern auf Landstraßen statt. Rechtsherum hätte dies an Kreuzungen zu Zusammenstößen führen können. Diese Erklärung hört sich gut an – aber die Quellenlage lässt nur den Schluss zu, dass dies nicht der wirkliche Grund sein kann. Denn: Bei Wettkämpfen der Traditionsuniversitäten Oxford und Cambridge lief man auch damals schon rechtsherum. Und bei den Olympischen Spielen 1896 und 1906 in Athen wurde ebenfalls rechtsherum gelaufen.

Film Dirk Gilson mit Klas Bömecke, Isabel Hecker und Burkhardt Weiß



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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