10.02.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2009/1122/polizisten.jsp

Sendung vom 22. November 2009

Frank Johnen aus Monschau fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Warum nennt man Polizisten "Bullen"?

"Die Bullen kommen!" – wohl kaum einer denkt bei dieser Ankündigung an herannahende männliche Rindviecher. Was aber haben ordnungshütende Polizeibeamte mit wiederkäuenden Weidetieren gemein? Oder hat der Ausdruck vielleicht einen ganz anderen Hintergrund?

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Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 3

Ally
schrieb am 25.11.2009, 09:48 Uhr
Schöner Beitrag, noch schöner - und methodisch seriöser - wäre es, wenn Ihr (zumindest auf Eurer Website) bibliographische Quellenangaben machen würdet, auf die Ihr Euch bezieht; z.B. welche Wörterbücher Ihr verwendet habt.

Ernst-Friedrich Breuhaus
schrieb am 22.11.2009, 21:46 Uhr
Die Rheinländer wurden 1815 Musspreußen. Die uniformierte Polizei wurde weitgehend aus dem Militär der unteren Dienstgrade rekrutiert, deren Sprache keineswegs hochdeutsch oder gar rheinfränkisch klang. Der Polizist war also der "Pole". Wäre zumindest auch eine Erklärung.

Rolf Neubert
schrieb am 22.11.2009, 17:04 Uhr
Hallo Bollenbalteam, das niederländische "bol" (eigentlich Kugel, aber eben auch Kopf), von dem Bulle evtl. abgeleitet ist, spricht man nicht aus wie "Bohl", sondern wie "Boll". Damit kommt es dem deutschen "Bulle" noch näher! Bei ausländischen Wörtern vielleicht erst jemanden fragen, der sich damit auskennt, oder die Maus. Interessant war's natürlich trotzdem, mal sehen, was der Polizist in der Familie davon hält ... Grüße aus den Niederlanden!

Von Polen, Pullern und Köpfen

Tatsache ist, dass die Ursprünge des Wortes "Bulle" lange Zeit zurückliegen. Heute existieren daher verschiedene Theorien, wie der Ausdruck entstanden sein könnte. Einige Sprachwissenschaftler beziehen den Begriff auf die Kurzform "Pole" für "Polizist". Je nach Aussprache wird dann aus "Pole" schnell ein "Bulle". Nach einer anderen Theorie leitet sich der Ausdruck von den altdeutschen Wörtern "Bohler" oder "Puller" ab. So nannte man im 18. Jahrhundert die Landjäger, also die Vorläufer der heutigen Polizei. Diese Begriffe haben ihren Ursprung wiederum in dem niederländischen Wort "bol", was "Kopf" bedeutet – ein "Bohler" oder "Puller" war also ein Mensch mit Köpfchen.

Wissenheit schützt vor Strafe nicht

Doch Vorsicht! Wer jetzt denkt, er könne jeden Polizeibeamten nach Lust und Laune als klugen "Bullen" loben, sei gewarnt: Vor den meisten deutschen Gerichten gilt der Begriff heute dennoch als Beleidigung und wird mit Geldstrafen belegt. Zu diesem Bedeutungswandel haben vor allem die studentischen Unruhen in den 1960er-Jahren beigetragen. Damals kam es zwischen Demonstranten und Polizisten oftmals zu schweren Krawallen – die Protestler benutzten den Ausdruck "Bulle" dabei als Schimpfwort, um die Polizisten als reizbare und angriffslustige Tiere darzustellen.

Bullen-Ehre

Aber kein Grund zur Panik: Nicht für jedes gedankenlos dahingemurmelte "Bulle" kommt man gleich in den Knast. Dass die Polizei selbst den Ausdruck heute nicht mehr ganz so ernst nimmt, sieht man an der jährlichen Verleihung des "Bul le mérite" – dem sogenannten Bullenorden. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Bund Deutscher Kriminalbeamter Menschen, die sich um die innere Sicherheit des Landes verdient gemacht haben.

Text Max Ostendorf

Film VisualBridges: Niels Waibel und Max Ostendorf mit Ulrike Brandt-Bohne und Burkhardt Weiß



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