27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2009/1122/regenschirm.jsp

Sendung vom 22. November 2009

Maximilian Fricke aus Uelzen fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Wie stark bremst ein Regenschirm den freien Fall ab?

Kopfballzuschauer Maximilian Fricke will es Mary Poppins gleichtun und mit einem einfachen Regenschirm aus luftiger Höhe zur Erde gleiten. Vorher konsultiert er jedoch sicherheitshalber das Kopfballteam und fragt: Kann man einen Regenschirm als Fallschirm benutzen?

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Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 3

Hans - Peter
schrieb am 02.01.2010, 11:58 Uhr
Es ist ja eigentlich nur eine - na ja! - nette Fernsehsendung...

Kopfball-Redaktion
schrieb am 25.11.2009, 17:26 Uhr
Genau: Selbstverständlich hing Burkhardt genau so hoch wie beim Vorversuch.

Hans-Joachim
schrieb am 25.11.2009, 17:26 Uhr
Hallo Kopfballteam, ein Vergleich der Geschwindigkeiten ist nur möglich, wenn Burkhardt bei jedem Sprung aus gleichen Höhe springt. Die ist natürlich nicht gleich, wenn er einmal 'von der Leiter' springt und ein anderes Mal 'unter dem Schirm hängend' ausgeklingt wird. Vielleicht waren die letzten Bilder mit dem Fallvergleich ja auch nur verzerrt oder ich habe sie verzerrt gesehen? Viele Grüße Hans-Joachim

Sprung von der Feuerwehrleiter

Burkhardt probiert es aus und springt aus zehn Meter Höhe – einmal ohne und einmal mit einem Regenschirm – in eine tiefe Talsperre. Die Sprünge zeigen: Der Bremseffekt des Regenschirms ist sehr gering. Im Vergleich zu einem Sprung ohne Schirm ist Burkhardt beim Eintauchen ins Wasser lediglich 3 km/h langsamer als ohne Schirm: Er kracht mit immerhin 47 km/h ins Wasser. Für eine verletzungsfreie Landung auf festem Boden darf die Sinkgeschwindigkeit aber nicht größer als 20 km/h sein. Schon nach zehn Metern war Burkhardt bereits zweieinhalbmal schneller. Wäre Burkhardt aus noch größerer Höhe abgesprungen, wäre er natürlich noch viel schneller geworden. Aber ganz egal aus welcher Höhe: bitte nicht nachmachen! Lebensgefahr!

Warum der kleine Schirm kaum bremst

Die Fläche eines handelsüblichen Regenschirms ist viel zu klein. Er entwickelt in der Luft nicht genügend Widerstandskraft, um Burkhardts Fall nennenswert abzubremsen. Außerdem ist er für solche Belastungen viel zu instabil. Berechnungen zeigen, dass ein gewöhnlicher Regenschirm maximal eine Last von knapp vier Kilogramm stark genug abbremsen kann. Burkhardt bringt 80 Kilogramm auf die Waage – und der Regenschirm ist damit hoffnungslos überfordert. Der Aerodynamiker Martin Hepperle hat berechnet, wie groß ein Schirm sein müsste, um Burkhardt eine weiche Landung zu ermöglichen. Ob solch ein Riesenschirm Burkhardt wirklich sanft zu Wasser lässt, seht ihr im Film.

Weiterer Flugfaktor: Stabilität

Neben der Sinkgeschwindigkeit gibt es ein weiteres Problem: die Stabilität des Sinkflugs. Ein Regenschirm mit komplett geschlossener Kappe neigt beim Absinken zu einer instabilen Pendelbewegung. Um den Flug zu stabilisieren, muss die Last mindestens anderthalb bis zwei Schirmdurchmesser unterhalb des Schirms aufgehängt sein. Außerdem haben "richtige" Fallschirme in der Kappe Öffnungen in Form von Schlitzen. Durch diese kann Luft strömen. Dadurch stabilisiert sich der Fall deutlich, ohne dass die Bremswirkung zu sehr nachlässt.

Film VisualBridges: Jonas Lang mit Burkhardt Weiß



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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