27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2010/0117/sicherheitsabstand.jsp

Sendung vom 17. Januar 2010

Thomas Breyer aus Wuppertal fragt: Wertung: 3.5 von 5 möglichen Sternen

Wie gefährlich ist es, den Sicherheitsabstand beim Autofahren nicht einzuhalten?

Zu dichtes Auffahren in Kombination mit zu hohem Tempo ist eine der häufigsten Unfallursachen mit schweren Verletzungsfolgen auf unseren Straßen. Kopfball macht einen einzigartigen Test: Wie schnell reagiert ein Autofahrer in einer echten Unfallsituation?

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Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 11

Peter
schrieb am 27.10.2011, 11:47 Uhr
Dieses Video hat mit mich nach 100 Jahren Autoerfahrung nicht intressiert!

Hans
schrieb am 27.10.2011, 11:46 Uhr
sehr intressanter Film

Claus
schrieb am 18.07.2011, 16:39 Uhr
... mir hat der Film nach fast 30 Jahren Führerschein einen gehörigen Schrecken eingejagt! Sollte in jeder Fahrschule laufen!

yt
schrieb am 04.11.2010, 12:51 Uhr
Moin Holger, das Bremsen des Mondeo ist meiner Ansicht korrekt. Der Typ Mondeo hat serienmäßig ABS, bei einer Vollbremsung wird, durch das anfängliche Blockieren, der von dir beschriebene Effekt des Einknickens ausgelöst. Die Hauptlast auf den Stossdämpfern lässt dann jedoch ebenso spontan durch die "Stotterbremse" des ABS Systems wieder nach. Ein ABS System hat mittlerweile fast jedes Auto. Der Vorrausfahrende in diesem Fall jedoch offensichtlich nicht. Nicht alle Golf2 Varianten hatten serienmäßig ABS. Das spielt aber auch keine all zu große Rolle, denn in einer Sekunde (Reaktionszeit) legt ein Auto bei Tempo 80 eine größere Strecke zurück, als den "vermeintlichen" Sicherheitsabstand. Darum geht es in der Hauptsache. Selbst bei optimalem Bremsen des Hintermannes, ergibt sich im besten Fall noch eine Aufprallgeschwindigkeit von > 40Km/h. Dies kann man auch errechnen. Dazu muss man die Bremswirkung als negative Beschleunigung in seine Rechnung einfügen und bekommt am Ende die Restgeschwindigkeit beim Aufprall. Das ein Stuntmen nicht richtig bremsen kann, ist mal eine richtig gewagte These, noch gewagter, dass er es in der kurzen Zeit schafft, bewusst wieder von der Bremse zu steigen. Mit vernetzten Grüßen, yours-truly.de

Nazer
schrieb am 21.02.2010, 11:51 Uhr
Super Film. Muss jeder Autofahrer sehen!!!

Boris
schrieb am 14.02.2010, 12:47 Uhr
Whow, vielen Dank für solche Reportagen! Dieser Beitrag gehört ins Pflichtprogramm jeder Fahrschule. Es ist erschreckend, was wir uns alltäglich zumuten. Und wer schon mal im Berufsverkehr die A8 gefahren ist, der weiß, dass dort noch schneller mit weniger Abstand gefahren wird. Russisches Roulette ist Kindergarten dagegen.

Christian
schrieb am 30.01.2010, 23:29 Uhr
Ich finde es realistisch, wenn das Testauto keine absolut perfekte Vollbremsung hinlegt. Es wäre eher unrealisitsch, wenn es perfekt wäre. Meiner Meinung nach ist es total unterschätzt. wie gefährlich dichtes Auffahren ist. Viel Unfälle entstehen durch zu dichtes Auffahren es ist wichtig die Autofahrer aufzuklären!

Sabine
schrieb am 23.01.2010, 15:54 Uhr
Liebes Kopfball-Team, den Beitrag zum Sicherheitsabstand finde ich sehr gut und hoffe er bewegt einige Fahrer zu mehr Abstand. Anläßlich der Sequenz auf der Autobahn würde ich allerdings folgenden neuen Beitrag voschlagen: Was passiert bei einem Unfall mit 100 km/h mit nicht angeschnallten Personen auf dem Rücksitz? Gruß, Sabine

timtowdy
schrieb am 21.01.2010, 21:08 Uhr
Ich stimme "Holger L" zu. Der Bremsvorgang ist nicht optimal. Man erkennt durch die Gewichtsverlagerung genau wann der Fahrer des hinteren PKW die Bremsung einleitet. Leider schafft er es nicht, dass die Räder blockieren und verlängert so den Bremsweg. Aus Gründen der Anschaulichkeit sei es akzeptiert, richtig Bremsen geht aber anders.

Peter
schrieb am 18.01.2010, 07:46 Uhr
Hallo liebes Kopfball-Team, ich möchte mir nicht ausmahlen, wie es damals bei mir und meiner Familie ausgegangen wäre, bei der Situation. Mir ist auf der A9 bei Tempo 170 ein Auto über eine ganze Strecke bis auf 5m aufgefahren. Das ganze hat sogar zu einer Gerichtsverhandlung geführt. Der Fahrer des PKWs gibt zu, so dicht aufgefahren zusein, aber für ihn ist das ganz normal und nicht gefährlich, selbst für seinen Anwalt nicht. Am besten gefällt mir der spruch zum Schluß- Die grösse des Geistigehorizonts sollte man im abstand zu seinem vorausfahrenden PKWs messen. Macht weiter so.

Holger L
schrieb am 17.01.2010, 17:03 Uhr
Hallo liebes Kopfball Team Tolles Experiment, auch ich fahre leider viel zu oft dicht auf. Da ich die Sendung auf meinem HD-Recorder aufgezeichnet habe, konnte ich mir das Experiment mehrmals detailliert anschauen. Nach dem Crash ist er noch mal Zeitlupe zu sehen. Dort sieht man die Bremsleuchten des Golfs aufleuchten, kurz danach reagiert Stuntman Dirk, der Mondeo nickt vorne ein. Doch dann sieht man, wie der Mondeo vorne wieder hoch kommt und knallt dann erst hinten rein. Offensichtlich hat Dirk die Bremse etwas gelockert. Fast habe ich den Eindruck, es geschah mit Absicht, um dem Zuschauer die Gefahr eines zu geringen Abstands zu verdeutlichen. Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Da es aber so offensichtlich war, könnte der durchschnittliche Hobby-Stuntman und Selbstüberschätzer glauben, er könnte bei gleichem Abstand noch locker anhalten. Von meinem Fahrsicherheitstraining beim ADAC weiß ich, das richtiges Vollbremsen gelernt sein will. Mich würde der gleiche Versuch mit einem Auto interessieren, das mit Hilfe eines Bremsassistenten eine perfekte Vollbremsung hinlegt. Liebe Grüße und macht weiter so. Eure Sendung ist Klasse.

Zu kurzer Sicherheitsabstand: Alltag auf deutschen Straßen

Eigentlich ist alles ganz klar geregelt – in der Straßenverkehrsordnung heißt es: "Der Abstand von einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn plötzlich gebremst wird." Wenn man nur ein paar Minuten den fließenden Verkehr auf einer stark befahrenen Autobahn beobachtet, könnte man meinen: Die Autofahrer provozieren geradezu kollektiv den Unfall. Es ist zum Beispiel an der Tagesordnung, dass bei Geschwindigkeiten von mehr als 80 km/h nur zwei bis drei Wagenlängen Abstand gehalten wird, also nur etwa zehn bis 15 Meter. Sie blenden die physikalischen Gesetze völlig aus! Die Folge: Massenkarambolagen sind keine Seltenheit.

Die Theorie

Damit man nicht auf ein bremsendes Auto auffährt, muss der Sicherheitsabstand groß genug sein. Das Problem ist: Während der Vordermann bremst, fährt der Hintermann zuerst mit derselben Geschwindigkeit weiter – solange bis auch er bremst. Diese Zeit nennt man Reaktionszeit. Wer 80 km/h schnell fährt, legt in einer Sekunde etwa 22 Meter zurück. Der absolute Mindestabstand müsste also der persönliche Reaktionsweg sein – also die Strecke, die man zurücklegt, bevor man auf die Bremse tritt. Aber das reicht nicht aus, denn das vorfahrende Auto verringert ja schon in der ersten Bremssekunde seine Geschwindigkeit – es fährt also schon deutlich langsamer als der Hintermann. Und so ganz nebenbei: Wenn man auch nur ein wenig abgelenkt ist, erhöht sich die eigene Reaktionszeit enorm – und damit natürlich auch die zurückgelegt Strecke.

Die Praxis

Doch alle Theorie ist grau. Daher macht Kopfball einen realistischen Test. Auf einer freien Startbahn eines Flughafens bereitet Kopfball-Stunt-Experte Dirk Gion zusammen mit der Bundesanstalt für Straßenwesen ein realistisches Unfall-Szenario vor: Er fährt mit 80 km/h hinter einem Wagen her, bei dem man per Funk eine Vollbremsung auslösen kann. Sein "Sicherheitsabstand": zwei bis drei Autolängen. Obwohl Dirk wusste, dass der Wagen vor ihm irgendwann bremsen würde, ist er selber nahezu ungebremst in das Fahrzeug gerast. Wie der Unfall ausgegangen ist, seht ihr im Film. Zur Nachahmung nicht empfohlen!

Die Faustformeln

Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt ein Sicherheitsabstand als ausreichend, der der Strecke entspricht, die das Auto in einer Sekunde fährt; bei 50 km/h sind das knapp 15 Meter oder 3 Pkw-Längen.
Außerhalb geschlossener Ortschaften sollen es zwei Sekunden sein; im Ergebnis entspricht das in etwa der bekannten Faustformel: "Abstand gleich halber Tacho" – bei 100 km/h also 50 Meter. Das ist der Abstand zwischen zwei Leitpfosten am Straßenrand (zumindest in Deutschland).

Film buckle-up: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Burkhardt Weiß



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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