Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2010/0207/gewehrkugel.jsp

Hauptnavigation

Sendung vom 07. Februar 2010

Alois Pauli, Sebastian Schmidt und David Schäfer fragen: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Kann man von einer herabfallenden Gewehrkugel tödlich getroffen werden?

Ob aus Hollywood-Filmen, dem Tatort oder den Nachrichten – die Bilder von Menschen, die mit einer Pistole oder dem Gewehr in die Luft schießen, kennt jeder. Aber was passiert mit den Kugeln, wenn sie wieder herunterkommen? Wie gefährlich ist das für Menschen? Und wie weit können Gewehrkugeln überhaupt fliegen? Das wollten die Kopfballzuschauer Alois Pauli, Sebastian Schmidt und David Schäfer wissen und Kopfball-Reporter Burkhardt testet das auf dem größten Schießplatz Westeuropas. Dort können die abgeschossenen Gewehrkugeln mit einem Spezial-Radar verfolgt werden.

Unsere Videos können Sie mit dem Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 12

bolor
schrieb am 12.02.2015, 19:44 Uhr
mv^2/2 = mgh -> v = sqrt(2gh) = ca. 200m/s^2 = ca. 700 km/h

Karlo
schrieb am 06.04.2013, 14:35 Uhr
Nachtrag: Bei einem, durch Drall in Rotation versetzen Geschoss, geht ein Teil der Fotobewegungsenergie in die Rotation über und verbraucht sich dabei. Nach dem dann das Geschoss seinen höchsten Flugpunkt erreicht hat, fällt es ohne Drall zurück.

Karlo
schrieb am 06.04.2013, 14:13 Uhr
Die Sache ist ganz einfach erklärt: Ein Objekt (in diesem Falle ein Geschoss), das sich senkrecht von der Erdoberfläche entfernt, benötigt Energie (x) für seine Fortbewegung. Diese Energie (x) reicht solange bis sie aufgebraucht ist. Das ist dann erreicht wenn das Objekt zum Stillstand gekommen ist. Fällt das Objekt dann wieder auf die Erde zurück, wirkt die gleiche Energie (x) auf das Objekt ein, die auf das Objekt während seines Fluges von der Erde nach oben auf es einwirkte (Energie (x) > = Energie (x) <). Das trifft aber nur auf, sich von der Erde entfernende und anschließend zurückkehrende Objekte zu und auch nur wenn sich sich im Einflussbereich der Erdanziehung befinden. Würde das auf dem Mond stattfinden, dann würde das Objekt sechsmal höher fliegen, da die Mondanziehungskraft 6x schwächer gegenüber der Erdanziehungskraft ist, aber die Energie für (x) > und (x) < sind dort auch wieder gleich (größere Fallhöhe zurück).

jaja
schrieb am 15.02.2013, 23:22 Uhr
Was für ein Idiotenreporter. Setz deine Mickymaus noch zuhause aufm Sofa auf. Übrigens: AK47 = 7.62 x 39; G3 = 7.62 x 51. Die G3 Patrone ist also viel durchschlagsstärker

Olli
schrieb am 15.12.2012, 20:00 Uhr
Und da ist es wieder passiert... http://news.yahoo.com/ni-o-muere-por-bala-perdida-en-cine-021605795.html

Nein
schrieb am 20.09.2012, 11:38 Uhr
Kaliber heißt Durchmesser, nichts weiter. Ob die Patrone oder das Prjektil nun 10 oder 200mm lang sind ist völlig egal in diesem Zusammenhang.

Ichauchhier
schrieb am 06.08.2012, 13:17 Uhr
Ein H&K G3 hat nicht das selbe Kalibier wie eine Kalashinkov (Ak-47). So wurde es im Video vom Sprecher behauptet.

Cetin
schrieb am 25.12.2011, 22:57 Uhr
Hallo Nina, was du schreibst, stimmt nicht ganz, denn es gibt den Ausnahmefall der senkrecht hochgeschossenen Kugel. Diese verliert ihre Geschwindigkeit so weit, bis sie am Umkehrpunkt quasi für den Bruchteil einer Sekunde im Stillstand verharrt und dann herunterfällt.

nina
schrieb am 04.12.2011, 10:49 Uhr
aha. Sehr spannend, dass die Kugel schneller runterfällt als wenn man sie von gleicher Höhe runterfallen lässt. Wäre dies auch der Fall, wenn das Geschoss wirklich die Form einer geometrischen Kugel hätte? Freue mich über jede Antwort.

Chris
schrieb am 26.11.2010, 20:03 Uhr
Klar, mit Echolot und Schallwellen geht da nichts mehr. Gemessen wird so etwas über ein Doppler-Radar. Ein Radar strahlt ja Radiowellen ab, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Ein kleiner Teil der Radiowellen wird dann von dem Projektil reflektiert. Um jetzt zu messen, wie schnell sich etwas bewegt, nutzt man den Doppler-Effekt. Das funktioniert ähnlich, wie bei Schallwellen. Da die Schallgeschwindigkeit in einem Medium konstant ist, werden die Schallwellen einer Queller, die sich auf einen Beobachter zubewegt "zusammengedrückt". Der Ton erscheint uns also höher. Genau umgekehrt verhält es sich, wenn sich eine Schallquelle von dem Beobachter entfernt. Die Frequenzverschiebung kann man messen und daraus errechnen, wie sich die Quelle relativ zum Beobachter bewegt. Bei Radiowellen ist der gleiche Effekt zu beobachten, allerdings ist die Begründung für die Frequenzverschiebung ein anderer. Radiowellen brauchen kein Medium um sich ausbreiten zu können. Daher braucht man um den Doppler-Effekt bei Radiowellen erklären zu können die spezielle Relativitätstheorie. Das würde aber hier zu weit führen. Um zu messen, wo sich das Objekt befindet, muss man auch wieder weiter ausholen. Beim klassischen Radar rotiert die Sende-/Empfangsantenne und da die Lichtgeschwindigkeit so hoch ist, empfängt man das Radarecho praktisch sofort, nachdem es das Objekt getroffen hat. Je nachdem, an welcher Position sich die Antenne zum Zeitpunkt des Echos befunden hat, weiß unter welchem Winkel zur Radarstation sich das Objekt befindet. Heutzutage geht das in bestimmten Grenzen auch eleganter als die ganze Antenne rotieren zu lassen. Man kann die Richtung des Radarstrahles durch Überlagerung von vielen Einzelsignalen steuern. So etwas in der Art wird auch das im Clip gezeigte Gerät machen, daß versucht mit dem Strahl auf dem Objekt zu bleiben und es zu verfolgen. Ich hoffe, daß das verständlich war.

Thomas
schrieb am 14.09.2010, 13:31 Uhr
Der Betrag war sehr interessant. Mir hat sich beim Zuschauen die Frage gestellt: Wie wird eigentlich die Bewegung (Ort und Geschwindigkeit) der Kugel gemessen? Ein normales "Echolot" kann es wohl nicht sein, denn die Schallgeschwindigkeit der Luft beträgt nur ca. 1/3 der Austrittsgeschwindigkeit der Kugel. Die Kugel fliegt also den Schallwellen davon, ohne dass sie reflektiert und somit im Messgerät registriert werden können. Kennt jemand eine Antwort?

Frank
schrieb am 13.05.2010, 17:27 Uhr
Sehr schöne Begründung auch, warum die Jagd u. a. auf Flugwild mit Schrot durchgeführt wird - die Masse wie auch die Geschwindigkeit der jeweils einzelnen Schrotkörner einer Ladung sind nämlich nicht nur deutlich geringer, durch das Verschießen aus glatten Läufen erhalten die Geschosse auch keinen stabilisierenden Drall, der die Bremswirkung des Luftwiderstands beim runterfallen heraubsetzt. Wäre nur schön gewesen, den ballistischen Unterschied zwischen Büchsen- und Flintenschüssen anzusprechen. Bei Jagden auf Fasanen, Tauben, Enten u. ä. auf Feldern in Sichtweite machen sich viele Anwohner nämlich oft Sorgen, insbesondere wenn sie Schrotkörner aufs Dach prasseln hören. Diese verbreitete Angst hätte ihnen der Beitrag dann natürlich nehmen können.

Ein Schuss in die Luft

Kopfball macht das Experiment mit einer Kugel vom Kaliber 7,62 mm und schießt sie mit dem Gewehr G3 in einem Winkel von 70° schräg in die Luft. Die Kugel fliegt etwa 2300 Meter hoch und fast genauso weit. Nach 47 Sekunden trifft sie mit erstaunlich hoher Geschwindigkeit auf dem Boden auf: Mehr als 525 km/h konnten die Experten messen.

Die Gefahr aus der Luft

Die Spezialisten der Bundeswehr basteln eine Kugel, die exakt mit dieser Geschwindigkeit fliegt und zielen damit auf ein Schädelmodell: Die Kugel dringt tief ein. Sie würde also auch einen menschlichen Schädel durchschlagen. Überraschend: Eine geschossene Kugel fällt mit höherer Geschwindigkeit herab als eine, die man aus derselben Höhe herunterfallen lässt. Das liegt daran, dass sich die Kugeln durch das Abschießen etwa 3000 Mal pro Sekunde um ihre Längsachse drehen. Dieser sogenannte Drall entsteht, weil die Läufe von Gewehren spiralig geriffelt sind. Die Drehung verschafft den Kugeln auf ihrer gesamten Flugbahn eine stabile Lage ohne Taumelbewegungen und Turbulenzen, die die Fallgeschwindigkeit enorm abbremsen würden.
Der Schuss in die Luft ist also ein denkbar ungeeigneter Ausdruck der Freude oder Warnung; er ist nämlich extrem gefährlich. Wie das aufwendige Experiment genau funktionierte und wie viele Menschen alleine im Großraum von Los Angeles durch herabfallende Gewehrkugeln sterben mussten, erfahrt ihr im Film.

Film Daniel Haase mit Burkhardt Weiß



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2016