Sendung vom 07. Februar 2010
Michael Grieble fragt:
Kaum zu glauben: Siebenmal falten und dann soll Schluss sein? Ulrike und Adrian fackeln nicht lange und probieren es in der Kopfball-Werkstatt aus. Mit Hilfe eines "Papier-Modells" und ein wenig handwerklichem Geschick sind sie des Rätsels Lösung schnell auf der Spur.
Wer es noch nicht probiert hat, glaubt es vielleicht gar nicht: Tatsächlich lässt sich ein DIN A4-Blatt Papier nur mit Not sieben Mal über die Mitte falten. Eigentlich ist aber schon nach sechs Faltungen Schluss. Dann ist nämlich aus dem einst so dünnen Blatt ein derart kompaktes und störrisches Bündel geworden, dass selbst rohe Gewalt nicht mehr weiterhilft.
Im Grunde genommen ist Falten eine ziemlich widersprüchliche Angelegenheit. Mit jeder Faltung verdoppelt man die Zahl an Papierlagen. Gleichzeitig halbiert man aber die Fläche des gefalteten Papiers. Die Anzahl der Papierlagen wächst also in dem Maße, in dem die Fläche schrumpft, die es beim nächsten Falten zu halbieren gilt.
Schon nach wenigen Faltvorgängen kommt jedes Papier an seine natürliche Grenze. Die übereinanderliegenden Lagen werden nämlich irgendwann höher, als es die Seitenlänge des zu faltenden Papiers zulässt. Die übrig bleibende Fläche ist dann zu klein und kann den Papierstapel nicht mehr umfassen, so dass sich keine Umschlagkante mehr bilden lässt. Bei einem A4-Blatt ist es nach spätestens siebenmal Falten soweit, bei einem A0-Blatt schafft man es immerhin einmal mehr, nämlich achtmal. Profifalter sollen es auch schon neunmal geschafft haben. Aber selbst, wenn es keine störende Umschlagkante gäbe, hätte man schnell ein Problem: Schon nach neun Faltungen müsste man 512 Blätter auf einmal umknicken – soviel wie in einem gewöhnlichen Paket Papier ist, wie man es für den heimischen Drucker kaufen kann.
Text Niels Waibel
Film Niels Waibel und Tobias Schlößer mit Ulrike Brandt-Bohne und Adrian Pflug
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