Sendung vom 21. Februar 2010
Lothar Lohmann fragt:
Historische Funde liegen oft tief unter der Erde. Das hat aber nichts damit zu tun, dass Siedlungen im Laufe der Jahrtausende im Erdboden versinken. Wie tief die Überreste aus der Vergangenheit im Boden stecken, hängt davon ab, unter welchen geografischen Bedingungen sie zurückgelassen wurden. Im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende werden die Siedlungen mehr und mehr zugedeckt. Wie das vonstattengeht, zeigen Isabel und Klas an einer selbst gebauten Modell-Ruine.
Taxi2000
schrieb am 10.03.2011, 10:22 Uhr
Bitte nehmen Se doch das Bild von den Ausgrabungen auf dem Kölner Rathausplatz aus dem Kapitel Wind, oder besser noch, ganz aus dem Artikel. Erstens versank in den letzten 2000 Jahren in der Kölner Innenstadt nichts in Sanddünen, zweitens sind auf dem Bild schlicht Keller zu sehen, die, oh Wunder, meistens schon von Anfang an unter der Erde liegen.
In trockenen Gegenden transportiert der Wind ständig Sand oder Erde durch die Luft. Verlassene Siedlungen werden von diesem feinen Staub im Laufe der Zeit zugeschüttet. Das passiert ganz langsam über Hunderte oder Tausende Jahre hinweg. Durch das extrem trockene Klima in Mitteleuropa während der letzten Kaltzeit sind auf diese Weise menschliche Siedlungsreste 15 Meter tief im Boden verschwunden – vom Winde zugeweht ... Jahrtausende später wurden sie von Archäologen wieder ausgegraben.
Siedlungen an Flüssen sind ständig von Überschwemmungen bedroht – früher viel stärker als heute. Jede Überschwemmung bringt Unmengen an Schlamm mit, der sich ablagert. Wenn ihn niemand entfernt, türmt er sich von Überschwemmung zu Überschwemmung immer weiter auf und kann ganze Siedlungen zudecken. So können verlassene Siedlungen im Laufe der Zeit unter einer meterhohen Schlammschicht verschwinden.
Wenn in vergangenen Zeiten ein Haus abgerissen wurde, um ein neues
an gleicher Stelle zu bauen, hat man den Bauschutt in der Regel
nicht komplett abtransportiert. Oft hat man die Häuser nur bis
zum Fundament abgerissen und mit dem Schutt die Umgebung planiert.
Auf dieser planierten Fläche wurde dann das neue Haus gebaut.
Wenn dies im Laufe der Jahrhunderte mehrfach passierte, wohnten
sich die Menschen – zum Beispiel auch in Köln –
regelrecht in die Höhe.
Es gibt Stellen in New York, an denen man sich über 14 Meter
tief durch Schutt und Abfall graben muss, um den Erdboden zu
erreichen, auf dem die Ureinwohner, die Lenni-Lenape-Indianer, vor
nur etwas mehr als 400 Jahren gelebt haben!
Auch Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche können dazu führen, dass ganze Siedlungen unter der Erde verschwinden. Solche Ereignisse sind zwar spektakulär aber selten. Der größte Teil der ausgegrabenen Funde ist deshalb durch Wind, Wasser oder den Menschen so tief unter die heutige Oberfläche geraten.
Text Niels Waibel
Film Niels Waibel und Jo Siegler mit Isabel Hecker und Klas Bömeke
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