Kopfball
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Sendung vom 21. Februar 2010

Norbert Kostka aus Lengerich fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Wie sicher waren Ritter in ihren Metallrüstungen, wenn die Gegner mit Pfeil und Bogen angriffen?

Die Schlacht von Azincourt im Jahre 1415: Das englische Heer steht den zahlenmäßig überlegenen französischen Truppen gegenüber. Doch bevor es zum Kampf Mann gegen Mann kommt, schlägt die Stunde der englischen Bogenschützen. Aus mehreren Hundert Metern Entfernung feuern sie Tausende Pfeile in einem großen Bogen auf die Gegner. Aber war ein solcher Pfeilhagel für einen Ritter in voller Rüstung überhaupt gefährlich? Das wollte Norbert Kostka wissen und Kopfball macht den Test.

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Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 13

Marco
schrieb am 14.05.2014, 11:17 Uhr
Oje, was ist nur aus dem Kopfball geworden? Darf nicht mal mehr in populärwissenschaftlichen Formaten sorgfältig recherchiert werden? Es wäre ja nicht einmal notwendig gewesen, alles neu zu "erforschen": Die Frage des Herrn Kostka, übrigens bekannt als professioneller Bogensport-Händler (sic!) wurde im Laufe der Zeit schon mehrfach durch derartige Sendungen beantwortet. Ein Blick zu den Kollegen von "Galileo" hätte genügt, um z.B. auf wirkliche Experten, wie den britischen Warbow- Spezialisten Mark Stretton zu stoßen (welcher übrigens recht häufig Seminare zum Thema in Deutschland veranstaltet), antatt auf einen Mittelalterverein mit nicht mehr als gefährlichem Halbwissen, Anfängerbögen und miserabler Schusstechnik hereinzufallen! Sorry, das war leider nichts!

DoitsunoKishi
schrieb am 30.03.2014, 16:03 Uhr
Zu behaupten das nur die Reichen Rüstungen getragen haben ist nicht sehr weit gedacht. Die Soldaten bekommen ihre Ausrüstung schließlich von den Reichen. Außerdem kommt es immer ganz darauf an wie viele Soldaten man ausrüsten muss/kann. Je weniger es waren umso besser konnte jeder einzelne ausgerüstet werden. Und wenn nur die paar wenige Reiche eine Rüstung getragen haben dann gäbe es keine Rüstungsschmiede da sie so ziehmlich die meiste Zeit arbeitslos gewehsen und damit verhungert wären. Kettenhemde wurden zb. in Massen in 6 Einheitsgrößen gefertigt. Würde ein Kettenhemd erst dann gefertigt werden wenn es gebraucht wird dann käme es wohl um Monate zu spät und das Kettenhemd auf das die geschossen haben ist wirklich lachhaft. So eines hatte ich auch mal und da sind di Ringe schon beim anziehen kaputt gegangen. Damals gab es auch Kettenhemden mit vernieteten Flachringe. Außerdem ist auch bekannt das Ritter eine gewisse Grundausrüstung hatten. und je moderner die Zeiten wurden (auch im Mittelalter) umso mehr Soldaten konnten besser ausgerüstet werden. Man muss natürlich untersheiden ob es sich um einen Zwangsverpflichteten handelt oder um einen Ritter. Den ein Ritter ist auch schon ohne seine Ausrüstung teuer da diese nicht nur Berufssoldaten sind sondern Ritter zu sein eine Lebensaufgabe ist. Die Ausbildung eines Ritters begann spätestens mit 7 und endete mit 15 Jahren. Bis dahin hat er nur Geld gekostet und war föllig unproduktiv. so einen lässt man nicht mit einer Ausrüstung aufs Schlachtfeld rennen die schlechter ist als das beste was es gab. Der Papst hatte sogar zeitweiße die Armbrust verboten weil die von einem Bauern abgefeurt der sein ganzes leben schon seine Schatzkammer füllt innerhalb eines kurzen Momentes die Arbeit und das Geld von 8 Jahren einfach zu nichte machen kann. Abgesehen davon habe ich selber einen Harnisch (Brustpanzer mit Rückenplatte) der 3mm dick ist und 10 Kilo wiegt. Die Engländer haben in einem Krieg mal 30 Kilo schwere Harnische getragen (kenn leute die laufen mit 50Kilo Gesamtausrüstung rum) wesshalb sie sich beschwert haben das der Harnisch zu schwer sei und doch nichts gegen Armbrüste und damals schon Arkebusen half. Desshalb haben sie einen neuen Harnisch entwickelt der nur 20Kilo schwer war aber aus 3 übereinander gelegte Harnischen aus jeweils unterschiedlichem Material bestand und zum schluss miteinander vernietet wurde. Bei diesem Harnisch sind die Armbrustbolzen einfach weg gerutscht und die Kugeln der Arkebusen haben lediglich eine Beule hinterlassen. Außerdem spielt auch die Form eines Harnisch eine große Rolle. Denn eine Rüstung soll einen Angiff nicht mit roher Gewalt abblocken sondern weg rutschen lassen. Harnische waren an Brust und Bauch spitz zulaufend und nicht so Flach wie das olle Ding auf das sie da ganz am Anfang geschossen haben. Denn wie wir alle in der Schule gelernt haben sollten sind Spitzbögen besser als Flachbögen (Brückenbögen meine ich damit). Natürlich waren die Harnische nicht so spitz das sie ihre Arme nicht mehr vor sich legen konnten. Und wenn jetzt einer fragt warum unsere Soldaten nicht auch eine dieser tollen Rüstungen tragen dann ist es aus folgenden Gründen. Die Kugeln damals waren Wort wörtlich Kugeln als nicht spitz und rutschen leichter weg als unsere heutigen Kugeln die eher wie am Anfang dieses Videos den Botkinnpfeilen (<--- ich hoffe ich habe das richtig geschrieben) ähneln. Zudem haben die Läufe unserer Waffen einen Drall wodurch das Proektil in rotation kommt und damit die Flugbahn stabilisiert wird und damals nur mit schlichtem Schwarzpulfer geschossen wurde während die Munition bis heute was weiß ich wie oft verbessert wurde.

meine Meinung
schrieb am 14.04.2013, 13:54 Uhr
Man sollte die Wirkung der Pfeile auch nicht überschätzen, denn unter der Plattenrüstung befand sich oft noch ein Kettenhemd und ein Gambeson. In einem Buch habe ich über die Schlacht gelesen, das die Pfeile nicht den Rittern selbst den größten Schaden zufügten, sondern ihren Pferden. Das heißt die Absicht die Briten mit schwerer Kavallerie zu Haufen zu reiten wurde vereitelt. Die Ritter waren der Initiative braubt und mußten zu Fuss kämpfen. Einige werden wohl auch unter ihren Pferden eingeklemmt gewesen sein.

Felix
schrieb am 12.12.2012, 16:26 Uhr
Das Video ist genau gesehen, historisch verlgeichbar, total nutzlos. Der Bogen der am Anfang verwendet wurde befindet sich so grade eben am untern Ende der Zuggewichtsspanne. Die Bögen beim "Massenbeschuss" sind wahrscheinlich nicht mal ein Drittel so schwer (vom Zuggewicht her) wie damals im Mittelalter, vom Gewicht der Pfeile mal ganz abgesehen. Denn auch wenn der Pfeil eine Rüstung des Ritter nur ein kleines Stückchen durchschlagen würde (was definitiv machbar ist, sogar sehr wahrscheinlich) geht trotzdem die Gesamte Energie in den Ritter, das ist je nach Art und Gewicht des Pfeiles und Zuggewicht des Bogens wie ein Schlag mit einem Vorschlaghammer, und meistens wurde der Ritter auch nicht nur von einem Pfeil getroffen. Es gibt Berichte von Rittern die aussahen wie ein Nadelkissen. Und mal ganz abgesehen davon, war meist nur der kleinste Teil der gegnerischen Armee mit einer derartigen Rüstung geschützt, da nur Adlige sich eine solche leisten konnten. Der Großteil des Heeres waren nur schwach wenn überhaupt gerüstete einfache Soldaten. Im Endeffekt kann man also sagen, dass das Video relativ sinnlos ist, da es an wichtigen Punkten WEIT an der Realität vorbei geht und deshalb keinerlei gesicherte und bewiesene Aussagen machen kann...Meine Meinung.

...
schrieb am 03.11.2011, 10:00 Uhr
Nicht der bogen hat 40 killogram, gemeint ist, das mann mit einer kraft von bis zu 40 Kg ziehen muss um eine entfernung von ca 200 zu bewältigen,

reiner
schrieb am 22.02.2011, 14:43 Uhr
doch allerdings hat er nahe der naht getroffen wo die rüstung noch dicker ist und nicht die vollständiege energie zentral abgegeben wird. Auch passt das verhältniss mit dem auto, das karosserie blech ist zwar dünn doch dafür sind die meisten bögen eher schwach und das blech hat eine bessere qualität als früher

Grachus
schrieb am 25.04.2010, 12:16 Uhr
Was wesentlich wichtiger ist, das ist dass z.B. ein Autoblech heutzutage etwa 0,7mm hat, das Auto im Video, da es ein älteres Modell ist vielleicht 0,9. Würde man Autokarosserien so dick machen wie es Rüstungen waren - ca. 1,5mm-2mm - dann würde jeder Unfall tödlich enden, da das Auto keine Knautsch-Zone aufweisen würde, da diese sich nur schwer verformen würde. Es gibt auf Youtube einen Test, bei dem eingeübte Langbogenschützen mit englischen Warbows auf 2mm dicke Platten schießen (auf ca. 100 Meter Entfernung) und die so durchlöchern.

Luitz
schrieb am 21.04.2010, 18:50 Uhr
Im Film hatten die meisten Schützen nur leichte Pfeile(ca.30g) und auch schwache Bögen. Im Mittelalter wurden über 120 Pfund und Pfeile mit ca.80 - 100 g geschossen. Da gab es nur den Schutz durch sehr starke Schilde.

Noti
schrieb am 09.03.2010, 10:59 Uhr
Die Frage ist ob der verwendete Stahl mit dem im Mittelalter gebräuchlichen vergleichbar ist. Ich denke der hier verwendete Stahl z.B. Karosserieblech ist wesentlich hochwertiger. Damit hätten die Bögen damals mehr Schaden angerichtet als bei dem Experiment.

Flo
schrieb am 03.03.2010, 23:50 Uhr
Gutes Ziel, der Mann! Aber ob sein Bogen wirklich fast 90 Pfund hat bezweifle ich. Ich vermute er meine 40 Pfund, nicht Kilogramm

dblmg
schrieb am 22.02.2010, 23:23 Uhr
Dabei konnten sich jedoch nur die reicheren Ritter Pferde leisten. So große Armeen mit dermaßen vielen Pferden wie in dem Film "Königreich der Himmel" gab es nur selten.

Tobias
schrieb am 21.02.2010, 13:45 Uhr
Der Massenbeschuss durch ca. 6000 Bogenschützen hatte noch einen anderen Effekt. Bei bis zu 60.000 Pfeilen pro Minute (ein guter Schütze konnte bis zu 10 Pfeile pro Minute abschiessen) regnete es dermaßen viele Pfeile, dass nicht nur die Rüstungen, sondern auch Lücken in der Panzerung und die nur teilweise gepanzerten Pferde getroffen wurden. Es kam beim Langbogen auf die Masse der Pfeile an ("Maschinengewehr des Mittelalters") und weniger auf den individuell geschossenen Pfeil.

Jörg Kirstner
schrieb am 21.02.2010, 12:12 Uhr
Im Beitrag sieht man allerdings, dass die Pfeilspitze nur gut einen Zentimeter tief eindringt. Wenn man nun berücksichtigt, dass ein Ritter unter der Rüstung zunächst ein Kettenhemd und darunter ein Gambeson trug, unter dem er dann noch seine Unterkleidung an hatte, dürfte ein solcher Pfeil keine oder zumindest keine ernsthafte Verletzung verursacht haben.

Mittelalterliches Bogenschießen – eine Frage von Kraft und Technik

Pfeil und Bogen konnten zur tödlichen Waffe werden. Um die richtige Technik zu erlernen und die erforderliche Kraft aufzubringen, mussten die Bogenschützen allerdings viele Jahre trainieren. Schon das Spannen des mittelalterlichen Langbogens brauchte viel Kraft – umgerechnet immerhin 40 Kilogramm. Wenn er dann noch geeignete Pfeile nutzte, war es für einen guten Bogenschützen kein Problem, über eine Distanz von über 200 Metern zu schießen.

Die Wucht der Pfeile

Der Pfeil eines Langbogenschützen erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu 180 Kilometern pro Stunde. Aus kurzer Distanz durchbohrte er problemlos die ein bis zwei Millimeter dicke Stahlrüstung eines Ritters, wenn der Schütze eine passende massive vierkantige Pfeilspitze verwendet hatte. Mit dünnen langen Pfeilspitzen hingegen konnte man die Ringe von Kettenhemden sprengen und breite Spitzen mit Widerhaken bohrten sich in das Fleisch der gegnerischen Pferde.

Aber behält ein Pfeil auch auf einer Distanz von über 100 Metern seine Durchschlagskraft? Burkhardt hat das mit Freunden des mittelalterlichen Langbogens in Gütersloh ausprobiert und Erstaunliches herausgefunden.

Text Max Ostendorf

Film VisualBridges: Max Ostendorf und Wolfgang Meschede mit Burkhardt Weiß



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