09.02.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2010/0425/nickende-voegel.jsp

Sendung vom 25. April 2010

Felix Buchdrucker fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Warum nicken Tauben immer mit dem Kopf?

Tauben bevölkern städtische Fußgängerzonen und öffentliche Plätze und sind dort auf der Jagd nach liegengebliebenen Essensresten. Wenn sie nicht gerade picken, fallen sie durch eine sonderbare Körperbewegung auf: Tauben nicken während des Laufens ständig mit ihrem Kopf. Aber warum?

Unsere Videos können Sie mit dem Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 10

Hallo,
schrieb am 10.07.2010, 22:12 Uhr
ich VERMUTE mal, dass Tauben während dem Flug ziemlich sicher sind, deswegen brauchen sie das nicht, die Freßfeinde lauern evtl. nur am Boden...

Daniel
schrieb am 13.06.2010, 12:14 Uhr
Das Video ist sehr gut

Silvia Toro Trujillo
schrieb am 26.05.2010, 20:47 Uhr
Dr. Onur Güntürkün (Biopsychologe), ich würde ganz gern wissen, ob die Tauben sehen dann immer unscharft, wenn sie fliegen. Vielen Dank, Silvia Toro Trujillo, Manizales, Colombia

RUB Dani
schrieb am 13.05.2010, 14:48 Uhr
Güntürkün is der Beste :)

Frank Friedel
schrieb am 07.05.2010, 20:02 Uhr
Beim Fliegen gibt es unterschiedliche Schubstärken durch den Flügelschlag. Damit habe besteht die gleiche Situation, als wäre das Tier zu Fuß unterwegs, also schreitet. Darf dann nicht vermutet werden, dass das "Nicken" also nicht etwa ein Ausgleich für ein "unvollkommene" Auge ist, sondern das Auge lediglich der guten Sicht beim Flug perfekt angepasst ist. Und das "Nicken" die Kompensation dieses Vorteils in der Luft am Boden? Was vermuten lässt, dass Tauben dann während eines gleichmässigen Gleitfluges ganz schön schnell "nicken" müssten. ;) Aber wer Tauben beobachtet, sieht sie meiner Beobachtung nach nur dann im Gleitflug, also ohne Schübe erzeugenden Flügelschlag, nur dann, wenn sie relativ sicher sind. In Situationen, in denen potentielle Angreifer erwartet werden müssten, schlagen sie auch beim Sitzwechsel mit den Flügel. Und sehen auch sicher recht gut.

Alfred Mankor
schrieb am 29.04.2010, 18:24 Uhr
interessant wie viele Leute auch schon auf die Frage gekommen sind, die mir auch gleich durch den Kopf ging: wie sehen Vögel dann beim Fliegen?

Pete
schrieb am 26.04.2010, 21:12 Uhr
Schönes Thema aber leider langweilig präsentiert!

Stefan aus Trier
schrieb am 25.04.2010, 23:55 Uhr
dann müssten Tauben beim Fliegen ja in rasender Geschwindigkeit "nicken" oder fliegen sie durch eine "unscharfe" Umwelt?

Thomas aus Stuttgart
schrieb am 25.04.2010, 13:04 Uhr
Genau, wie sieht eine Taube beim Fliegen und was ist mit Laufvögeln wie Straußen oder Emus? Sehen die dann auch unscharf? Und warum nicken Enten beim Schwimmen nicht?

Anja Michielsen
schrieb am 25.04.2010, 11:28 Uhr
Wenn Tauben ihren kopf Bewegen sehen sie nichts, deshalb "nicken" sie.... ABER : was ist wenn sie Fliegen ???

Nicken, um das Gleichgewicht zu halten?

Kopfball-Reporterin Ulrike hört sich auf der Straße um. Die meisten Passanten glauben, dass Tauben durch das Kopfnicken ihr Gleichgewicht beim Laufen besser halten können. Hält man aber eine Taube in der Hand und geht mit ihr einige Schritte, nickt sie ebenfalls unentwegt mit ihrem Kopf. Und das, obwohl sie durch die Hände im Gleichgewicht gehalten wird. Mit einem überraschenden Experiment überprüft Ulrike das mit einer Forschungstaube bei den Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum. Im Film sehen Sie, was dabei passiert.

Das Nicken ist gar kein Nicken

In Wahrheit handelt es sich bei der sonderbaren Kopfbewegung gar nicht um ein Nicken. Denn dann müsste sich der Kopf der Tauben ständig vor- und zurückbewegen. Dass das nicht der Fall ist, sieht Ulrike, als sie eine Taube mit einer Zeitlupenkamera aufnimmt: Man sieht eindeutig, dass der Kopf nach vorne schnellt, um dann zu verharren, während die Taube den Rest ihres Körpers nachzieht. Der Eindruck, dass sich der Kopf der Taube auch zurückbewegt, wird von unserem Gehirn konstruiert; es ist eine optische Täuschung.

Durch Nicken möglichst lange scharf sehen

Die seitlich am Kopf gelegenen Augen bieten der Taube zwar einen enormen Blickwinkel von 300 Grad. Sie sind aber relativ unbeweglich und können bewegten Objekten in der Umgebung nicht gut folgen: Das Bild auf der Netzhaut des Tauben-Auges wäre daher ständig unscharf. Deshalb behilft sich die Taube mit einem Trick: Bewegt sie während des Laufens ihren Kopf nach vorne, sieht sie zwar in diesem Moment alles verschwommen. Aber beim Verharren des Kopfes danach, entsteht ein scharfes Bild auf der Netzhaut. So kann die Taube Fressfeinde und Nahrung deutlich erkennen – zumindest solange, bis sie den Kopf wieder nach vorne reckt und erneut einen kurzen Moment unscharf sieht. Wie deutlich der Effekt ist, zeigt Ulrike im Film – mit einer Kamera auf ihrem Kopf simuliert sie die sonderbaren Kopfbewegungen der Tauben beim Laufen.

Fliegen ist kein Problem

Müssten Tauben dann nicht auch beim Fliegen ständig nicken? Das sei kein Problem, sagt der Biopsychologie Onur Güntürkün: "Die Distanz zu den Gegenständen ist beim Fliegen sehr weit, so dass sie sich für den Betrachter nur sehr langsam bewegen. Diesen Effekt kennt man vom Zugfahren: Aus dem Zug schauend erscheinen Sträucher nahe am Gleis sehr schnell, ein Haus im Ort, an dem wir vorbeifahren, aber langsam.

Nicht jeder Vogel nickt

Doch nicht jeder Vogel nickt: Enten, Schwänen und Gänse machen es nicht - und auch Greifvögel bleiben ruhig. Daher glauben nicht alle Biologen, dass das Nicken unbedingt mit besserem Sehen einhergeht.

Film Visual Bridges: Sebastian Rams mit Ulrike Brandt-Bohne



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2012

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW