Sendung vom 02. Mai 2010
Nicola Kullmann und Friederike Arnolds aus Ratingen fragen:
Früher waren Segelschiffe monatelang auf See. Der Beruf des Seemannes war extrem hart: schlechtes Essen, schweres Wetter und harte Arbeit gepaart mit militärischer Disziplin beflügelten die Fantasie. Hinzu kam: Kein Seemann hatte eine Brille. Und schon gar keine Taucherbrille, um unter Wasser scharf zu sehen. Sie schauten von der Reling aus auf die Wasseroberfläche und sahen alle möglichen Wesen. Auf alten Seekarten kann man das sehr schön nachvollziehen: Sie sind mit allerlei Fabelwesen verziert. Und genau so sahen die Seeleute früher auch Seekühe. Sie sind weltweit in tropischen Gewässern verbreitet und schwimmen in flachem Wasser oft dicht unter der Oberfläche.
Ich
schrieb am 22.01.2012, 15:59 Uhr
Ich muss den anderen zustimmen!
Anonym
schrieb am 26.11.2011, 22:11 Uhr
Die Dokumentation ist sehr schön. Und die Bewegungen von dem Model sind auch sehr beeindruckend. :D
Unbekannt
schrieb am 28.08.2011, 13:24 Uhr
Sehr guter Film!
Marcus
schrieb am 30.05.2010, 19:30 Uhr
stimmt!
Peter Mayenhöfer
schrieb am 03.05.2010, 02:21 Uhr
Tatsächlich: eine frappierende Ähnlichkeit ;-)
Als Vorbild für die positiv besetzte Erscheinung der Meerjungfrauen waren die Seekühe gut geeignet. Diese Tiere besitzen die typische "Meerjungfrauenflosse". Ihre Köpfe sehen zwar nicht direkt menschlich aus, doch haben sie – wie wir Menschen – nach vorne gerichtete Augen. Sie sind etwa drei Meter lang und bewegen sich unter Wasser geschmeidig und elegant fort. Ihr Körper ist torpedoartig gewölbt und in der Mitte deutlich verbreitert. Eine Form, die durchaus an weibliche Formen erinnert – besonders, wenn man bedenkt, dass vor 400 Jahren das weibliche Schönheitsideal ein anderes war als heute: Man bevorzugte üppige Figuren, wie sie zum Beispiel der Maler Peter Paul Rubens Anfang des 17. Jahrhunderts malte. Gut möglich also, dass ein schmachtender Seemann schon mal mehr in den Säugetieren gesehen haben könnte ... Der Meeresbiologe Gerd Haegele schlägt Burkhardt ein ultimatives Experiment vor: Eine Schwimmerin im Meerjungfraukostüm taucht neben einer Seekuh: Was kann man dann von einem Schiff aus erkennen? Wie das Experiment ausgeht, sehen Sie im Film – jetzt angucken.
Der literarische Ursprung der Meerjungfrauen liegt in der griechischen Antike im Mittelmeerraum. Doch auch in späteren Zeiten sind weltweit immer wieder Meerjungfrauen beschrieben und mit Seekühen, also Dugongs und Manatis, in Verbindung gebracht worden. Diese sind weltweit in tropischen Gewässern verbreitet, sowohl in Amerika und Afrika als auch in Australien und Asien. Und auch die alten Griechen können diese Tiere gekannt haben, denn das Rote Meer, in dem Seekühe leben, war nicht weit weg. Christoph Kolumbus war einer der ersten bedeutenden Seefahrer, der einen Zusammenhang zwischen den mythologischen Meereswesen und Seekühen herstellte. Im Golf von Mexiko traf er auf Karibik-Manatis und beschrieb sie in seinem Logbuch als Meerjungfrauen.
Rundschwanzseekühe (auch Manatis genannt) und Gabelschwanzseekühe (oder Dugongs) zählen zur Ordnung der Seekühe. Sie besitzen einen kleinen Kopf mit einer eckigen Schnauze, die von vielen kleinen Tasthärchen umgeben ist. Ihre Haut ist braun bis grau gefärbt, sie wird bis zu fünf Zentimeter dick. Seekühe sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Seegras, das sie in den flachen Mangroven- und Lagunengewässern der Küsten finden. Sie halten sich sowohl in Salz- als auch in Süßwasser auf. Ausgewachsene Seekühe sind 2,5 bis 4,5 Meter lang und wiegen bis zu 600 Kilogramm. Sie werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet eingestuft: Nicht nur die Verschmutzung der Flüsse und küstennahen Gebiete, sondern auch Kollisionen mit Motorbooten setzen den Seekühen zu.
Film buckle-up: Christoph Fleischer und Dirk Gion mit Burkhardt Weiß
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