Sendung vom 25. Juli 2010
Nicola Gerig aus Hosenruck in der Schweiz fragt:
Kopfball-Zuschauerin Nicola Gerig aus Hosenruck in der Schweiz hat ein interessantes Wetterphänomen beobachtet: Wenn Sonnenlicht durch die Wolken tritt, ergeben sich manchmal sichtbare Strahlen – sogenannte Wolkenstrahlen. Sie entstehen, wenn die Sonne – meistens abends – durch Lücken oder am Rand dichter Wolken hindurchscheint. Dabei sieht es so aus, als ob die Sonnenstrahlen in einem Punkt zusammenlaufen.
Doch das kann eigentlich gar nicht sein: Weil die Sonne sehr weit von der Erde weg ist, erreicht ihr Licht die Erde als parallele Lichtstrahlen. Und tatsächlich ist das Phänomen eine optische Täuschung – es handelt sich um den Effekt der stürzenden Linien: Die Lichtstrahlen verlaufen parallel, aber wegen der Perspektivwirkung kommen sie scheinbar in einem Punkt zusammen. Bei Eisenbahn-Gleisen ist das auch so. Wenn man auf eine lange, gerade Strecke schaut, dann sieht es so aus, als ob am Ende die Gleise zusammen laufen. Da aber jeder weiß, dass das nicht sein kann, lassen wir uns von diesem Effekt weniger täuschen, als von den Wolkenstrahlen.
Sichtbar werden die Wolkenstrahlen übrigens erst durch winzige Teilchen und Wassertröpfchen, die in der Luft schweben. An diesen winzigen sogenannten Aerosolen werden die Lichtstrahlen gestreut. Ulrike und Burkhardt zeigen das Phänomen im größten Fernsehstudio des WDR mit einem Modell-Experiment. Dabei sieht man: Es ist auch alles eine Frage der Perspektive: Von der Seite betrachtet, sind die Strahlen parallel – gegen die Sonne hingegen hat es den Anschein, als ob sie schräg verlaufen (siehe Foto).
Film Thomas Bausenwein mit Ulrike Brandt-Bohne und Burkhardt Weiß
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