27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2010/1107/gewichtsunterschied.jsp

Sendung vom 07. November 2010

Elvira Miller fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Warum hat man den Eindruck, dass schlafende Kinder schwerer zu heben sind als wache?

Nimmt die Masse von Kindern im Schlaf etwa zu? Eine absurde These. Doch auch Kopfball-Reporterin Ulrike weiß aus eigener Erfahrung, dass das Heben eines schlafenden Kindes einen beträchtlichen Kraftakt bedeutet. Am Institut für Biomechanik der Deutschen Sporthochschule Köln findet die Kopfball-Reporterin mit ihrer Tochter Laia die ideale Technik, um diese Frage zu klären.

Unsere Videos können Sie mit dem Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Das Problem: Fehlende Körperspannung

Der grundlegende Unterschied zwischen einem wachen und einem schlafenden Kind liegt in der Körperspannung. Die Muskeln eines schlafenden Kindes sind entspannt und erschweren dadurch ein kontrolliertes Heben und Bewegen des Körpers. Um den Kinderkörper zu stabilisieren, muss man eine besondere Hebetechnik anwenden. Kopf und Extremitäten werden gestützt, damit das schlafende Kind nicht herunterfällt. Dadurch nimmt man beim Heben eine andere Körperhaltung ein.

Unterschiedliche Bewegungstechniken beim Heben

Die Kölner Sportwissenschaftler sind darauf spezialisiert, Bewegungsabläufe beim Menschen genauestens zu analysieren. Dazu machen sie eine 3-D-Bewegungsanalyse. Mit dieser Technik bestimmen die Forscher die exakte Lage bestimmter Körperteile im Raum. Auf diese Weise werden Körperhaltung und Stellung der Gliedmaße während des Hebevorgangs gemessen. Die Messwerte der Bewegungsanalyse von Uli und Laia zeigen, dass der Abstand zwischen Mutter und Kind beim Heben wesentlich größer ist, wenn Laia schläft.

Längerer Lastarm bedeutet erhöhten Krafteinsatz

Der größere Abstand zwischen Uli und dem schlafenden Kind ist Ursache für die verstärkte Anstrengung. Kraftmessplatten im Labor der Biomechaniker zeigen, dass sich Ulis Körperschwerpunkt beim Heben des Kinder-Dummys – also dem schlafenden Kind – weiter nach vorne verschiebt als beim Heben ihrer wachen Tochter. Der Effekt ist vergleichbar damit, ob man einen Wasserkasten mit ausgestreckten Armen oder nah am Körper anhebt: Ulrike muss in dieser Haltung mehr Kraft aufwenden, um ihre schlafende Tochter hochzuheben. Ein waches Kind hält seinen Körper durch eigene Kraft stabil. Dadurch kann die Mutter dem Kind unter die Arme greifen und es nah am Körper hochheben. Der Körper eines schlafenden Kindes hingegen muss durch zusätzlichen Krafteinsatz gestützt werden. Daher fällt auch allein das Tragen, also das stabile Festhalten, eines schlafenden Kindes wesentlich schwerer.

Film VisualBridges: Jessica Martin und Wolfgang Meschede mit Ulrike Brandt-Bohne

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 0



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2012

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW