Sendung vom 13. Februar 2011
Elena und Jasper Rügemer aus Salt Lake City fragen:
Jeder Skifahrer kennt das: Früh morgens auf frisch gewalzten, harten Pisten geht's am schnellsten bergab – und die Kanten greifen mit einem satten Kratzgeräusch. Häufig weichen Sonne und steigende Temperaturen tagsüber die Pisten aber auf – der Schnee wir nasser und weicher. Damit verschwindet nicht nur das Geräusch, sondern die Skier gleiten auch nicht mehr so schnell wie auf der harten Piste. Aber warum ist das eigentlich so? In Thüringens größtem Skigebiet lässt Adrian die Kanten glühen und beantwortet die Frage. Unterstützung bekommt er von Professor Matthias Scherge – einem Experten für Reibungslehre.
Adrian und Matthias Scherge richten eine Teststrecke am Berg ein:
Sie ist 150 Meter lang und die Zeit wird automatisch erfasst.
Adrian fährt die Strecke zweimal: einmal auf der harten Piste
– und dann auf einer präparierten weichen Piste. Das
Ergebnis: Bei gleichem Fahrverhalten ist er auf der harten Piste um
mehr als eine Sekunde schneller als auf der weichen Piste.
Die Suche nach einer Erklärung dafür beginnt für
Adrian mit einer Überraschung: Was er nicht wusste: Beim
Skifahren gleitet man gar nicht über Schnee, sondern über
Wasser. Durch die Reibung der Skier auf dem Schnee entsteht
Wärme, diese Wärme lässt die obere Schneeschicht
schmelzen. Das Ergebnis ist ein hauchdünner Wasserfilm, der
sich zwischen Skibelag und Schnee bildet – darauf gleitet der
Ski. Ohne diesen Wasserfilm würde das Skifahren eher dem
Schlittern über Sand ähneln.
Aber müsste es dann nicht auf nassem Schnee umso besser flutschen? Hier zeigt sich wieder: Viel hilft nicht immer viel. Ist zu viel Wasser zwischen Skibelag und oberer Schneeschicht, füllen sich die feinen Poren des Ski-Belags mit Wasser und man bekommt den gegenteiligen Effekt: Die Skier saugen sich regelrecht am Schnee fest – ähnlich wie zwei Glasplatten, die durch wenig Wasser aneinander haften. Dieser Saugeffekt bremst dann die Fahrt des Skifahrers und so ist man im weichen Schnee – dem sogenannten Sulzschnee – deutlich langsamer als auf hartem, eher trockenem Schnee.
Film VisualBridges: Dirk Gilson und Wolfgang Meschede mit Adrian Pflug
Anonym
schrieb am 14.02.2012, 12:00 Uhr
ja das war sehr nützlich
Matze
schrieb am 29.12.2011, 12:07 Uhr
Find ich auch ! Gelungener Beitrag
Horst Simon
schrieb am 13.02.2011, 16:58 Uhr
Beitrag war sehr interessant
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