Sendung vom 13. Februar 2011
Sven Lamers aus Reutlingen fragt:
Die Skisprungschanze im thüringischen Lauscha: Knapp 40 Grad Gefälle, Anlaufgeschwindigkeit 90 Kilometer pro Stunde, Schanzenrekord 110 Meter – und auf dem Startbalken: Kopfball-Reporter Adrian Pflug. Wer schon mal auf einer solchen Großschanze gestanden hat – aber kein Skispringer ist – der weiß, wie sich Adrian dort oben fühlen muss. Noch nicht einmal im Traum käme er auf die Idee, dort herunterzufahren. Aber es gibt Menschen, die tun das – und überleben das auch noch. Wie ist es überhaupt möglich, nach Sprüngen von 100 Metern und mehr die Landung heil zu überstehen?
Eine kurze theoretische Einführung, ein paar Gleichgewichtsübungen auf dem sogenannten Wackelbrett und ein bisschen Falltraining – und schon soll Adrian bereit für seinen ersten Sprung von der Minischanze im thüringischen Lauscha. "Mini" bedeutet in diesem Fall, dass die Sprungweiten selten über zehn Meter hinausgehen – für einen Anfänger mehr als genug. Zwei unangenehme Bruchlandungen muss Adrian über sich ergehen lassen, bis es ihm gelingt, die Tipps von Trainer Jens Greiner-Hiero so umzusetzen, dass er Anlauf, Sprung und Landung heil übersteht. Mit dem Reporter auf der Schanze sind einige Schützlinge von Jens Greiner-Hiero – sie sind zwischen sieben und zehn Jahren alt und zeigen dem Reporter, wie es richtig geht. Nach dieser Einführung ist klar: Die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass die Springer heil unten ankommen sind, jung anzufangen, jede Menge Technik und viel zu üben.
Das alleine reicht aber noch nicht aus. Wer sich eine
Skisprungschanze genau anschaut, dem fällt auf, dass nicht nur
der Anlauf extrem steil ist, sondern auch der sogenannte
Aufsprunghang. Rund 38 Prozent Gefälle hat der Bereich, auf
dem die Springer landen. Erst ab dem sogenannten Konstruktionspunkt
der Schanze wird der Hang flacher. Und je weiter ein Springer
über diesen Punkt hinausfliegt, desto härter wird die
Landung – darum wird der Punkt auch kritischer Punkt genannt.
Was würde passieren, wenn ein Springer nicht im Hang, sondern
im Flachen landen müsste? Mit echten Springern kann man das
natürlich nicht testen, da die Verletzungsgefahr zu groß
ist. Wie wichtig es ist, dass der Aufsprunghang steil ist, testen
Jens Greiner-Hiero und Adrian darum in einem Experiment: Sie bauen
einen Skisprungschlitten, auf den sie eine Wassermelone setzen. Die
Konstruktion lassen sie die Schanze runtersausen. Am Schanzentisch
stoppt ein Spanngurt abrupt die Fahrt des Schlittens – nur
die Melone kann fei abheben. Was mit der Melone passiert, wenn sie
mal im Hang und mal im Flachen landet, sehen Sie im Film!
Film VisualBridges: Dirk Gilson und Wolfgang Meschede mit Adrian Pflug
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