27.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/0227/nass-im-regen.jsp

Sendung vom 27. Februar 2011

Carsten Liebig fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Wird man bei Regen weniger nass, wenn man rennt?

Schönstes Wetter. Und plötzlich fängt es an zu schütten: Wie aus Kübeln fällt der Regen und bis nach Hause sind es noch ein paar Minuten zu Fuß – ohne Schirm! Was dann? Sollte man gemütlich weitergehen oder lieber rennen? Kopfball-Reporterin Steffi Terhörst macht den Praxistest: Auf dem Übungsgelände der Bonner Feuerwehr lassen es die Feuerwehrmänner für Steffi regnen. Im künstlichen Regen will sie herausfinden, wie nass sie beim Gehen und Rennen im Dauerregen wird.

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Wie misst man, wie nass man wird?

Zuerst muss eine geeignete Messmethode her: Steffi zieht einen Bademantel an und bindet sich ein Handtuch über den Kopf. Damit geht sie durch die Regenfront. Vorher und nachher werden die Klamotten gewogen: Je schwerer der Stoff, desto nasser ist er geworden. Beim gemütlichen Gehen waren es immerhin 480 Milliliter Wasser – beim schnellen Rennen nur die Hälfte. Damit wäre die Frage eigentlich schon beantwortet: Beim Rennen wird man weniger nass. Aber warum ist das so?

Vom Praxis-Test zur Theorie

Wie nass man im Regen wird, hängt einerseits von den Tropfen ab, die von oben auf Kopf und Schultern landen und andererseits von den Tropfen, die man mit seinem Körper vorne "einsammelt". Der Körper wird also nicht gleichmäßig nass: Kopf und Schultern sind wie ein Dach, das permanent die Regentropfen von oben abfängt – egal, ob man steht, geht oder rennt. Die Körperfront wird jedoch erst nass, wenn man sich im Regen bewegt.
Steht Steffi bewegungslos im senkrecht herabfallenden Regen, bietet sie den Regentropfen nur eine Angriffsfläche aus Kopf und Schultern. Am restlichen Körper fallen die Tropfen vorbei. Für Kopf und Schultern gilt: Je länger sie dem Regen ausgesetzt sind, desto mehr Tropfen sammeln sie auf. Steffi kann also durch Rennen die Tropfenmenge, die sie von oben nass macht, verringern.

Konstante Regentropfenmenge auf der Wegstrecke

Dies gilt jedoch nicht für die Tropfenmenge, die Steffi mit ihrem Körper sonst noch einsammelt, denn diese steigt nicht mit der Zeit, sondern mit dem Weg. Bei einem gleichmäßigen Regen ohne Wind befinden sich zu jedem Zeitpunkt die gleiche Anzahl Regentropfen in einem bestimmten Raumvolumen. Für jeden Tropfen, der auf den Boden fällt – und Steffi nicht mehr nass machen kann –, kommt von oben ein neuer hinzu. Egal, ob schnell oder langsam: Legt Steffi 25 Meter im Regen zurück, muss sie die Menge an Regentropfen durchqueren, die sich auf dieser Strecke befinden. Die Fläche ihres Körpers bestimmt dabei die Menge, die sie mit jedem Schritt einfängt. Egal wie schnell sie sich vorwärts bewegt, sie trifft auf ihrem Weg stets die gleiche Anzahl an Tropfen. Dass das wirklich so ist, beweist sie zusammen mit dem Physik-Didaktiker Roger Erb an einem "Regen-Vorhang". Wie das aussieht, sehen Sie im Film.

Gegenwind und Rückenwind

Anders als im Kopfball-Experiment fällt natürlicher Regen meist nicht senkrecht, sondern – verursacht durch Wind – schräg. Kommt der Wind von vorne, wirkt sich der Vorteil des Rennens stärker aus: Der Wind sorgt dafür, dass die Tropfen gegen den Körper getrieben werden, auch ohne, dass man vorwärtsgeht. Je langsamer man sich bei Gegenwind vorwärtsbewegt, desto länger ist man den ständig nachströmenden Tropfen ausgesetzt und desto nasser wird man. Kommt der Wind von hinten, gilt: Wenn man sich genauso schnell vorwärtsbewegt, wie der Regen fällt, wird man am wenigsten nass.

Die Tücken des Alltags

Wenn Sie unsere Tipps beim nächsten Regen beherzigen, müssen Sie aber noch eine Unwägbarkeit des Alltags in Betracht ziehen: Wenn Sie durch den Regen rennen und dabei in Pfützen treten, kann es sein, dass Ihre Kleidung insgesamt feuchter wird als beim Gehen. Nämlich genau dann, wenn durch das Spritzwasser Ihre Hose mehr Wasser abkriegt, als Sie durch das Rennen am Mantel einsparen können.

Text Axel Bach, Jessica Martin und Wolfgang Meschede

Film VisualBridges: Jessica Martin und Salim Butt mit Steffi Terhörst

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 1

Chris
schrieb am 25.09.2011, 20:40 Uhr
Was man meiner Meinung nach auch erwähnen sollte wäre Schweiß!! Diesen Versuch habe ich in ähnlicher Form schon mal gesehen, und man kam zum selben Ergebnis, nur wurde der Schweiß noch erwähnt, da man bei schnellem Tempo auch eher bzw. mehr schwitzt. Schade, dass sie diesen - meiner Meinung nach wichtigen Aspekt - vergaßen.



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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