Sendung vom 17. April 2011
Alexander Böckeler aus Warstein fragt:
Verbrennungen, Kreislaufkollaps, Atemstillstand: Von einem Blitz getroffen zu werden, kann lebensgefährlich sein – das weiß jeder. Aber wie groß ist die Gefahr für einen Ritter in einer Metallrüstung? Läuft er als menschlicher Blitzableiter Gefahr, bei lebendigem Leibe zu verbrennen?
Kopfball-Experimentator Theo Schmitz riskiert es: Im Rittersaal von Schloss Burg an der Wupper wagt er sich – bekleidet mit einer Ritterrüstung – in die Schusslinie seiner eigenen Blitzmaschine; und die schafft immerhin Blitze mit einer Spannung von einer Million Volt! Auch diese "künstlichen" Blitze können zu lebensgefährlichen Stromschlägen und schweren Verbrennungen führen. Deswegen hat sich der Hochspannungsexperte ein spezielles Kettenhemd aus kleinen Edelstahlringen anfertigen lassen. Der Ganzkörperanzug soll wie ein Auto im Gewitter wirken: als Faraday'scher Käfig. Ein Faraday'scher Käfig ist eine durchgehende Hülle aus elektrisch leitendem Metall (beispielsweise das Blech eines Autos oder ein Drahtgeflecht), mit der günstigen Eigenschaft, das elektrische Feld, in dem sich Blitze fortbewegen, abzuschirmen. Und ohne Feld kein Blitzschlag – so lautet zumindest die Theorie ...
Im eindrucksvollen Selbstversuch zeigt Theo Schmitz, dass das
tatsächlich funktioniert: Der Blitz schlägt in den
Metallhandschuh seiner Hand ein; im Inneren der Rüstung bleibt
er aber unversehrt. In einer professionell präparierten
Rüstung kann man einen künstlich erzeugten Blitzschlag
also überleben.
Aber was würde bei einem echten Gewitter passieren? Das kann
wohl keiner vorhersagen, denn echte Blitze sind unberechenbare
Naturgewalten. Mit Rüstung wäre es zwar
ungefährlicher als ohne, weil weniger Strom durch den
Körper fließt, aber auf keinen Fall harmlos! Denn die
Blitze von Mutter Natur haben schnell 100 Millionen Volt und eine
Stromstärke von 40000 Ampere. Da sind die künstlichen
Blitze für das Kopfball-Experiment mit einer Million Volt und
etwa ein Ampere vergleichsweise mickrig – aber dennoch sehr
gefährlich. Daher gilt auch für dieses Experiment: Auf
gar keinen Fall selber ausprobieren!
Film VisualBridges: Amanda Mock mit Isabel Hecker
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