Sendung vom 17. April 2011
Peter Doblmann aus Münzkirchen fragt:
Egal ob ein großes Osterfeuer oder ein kleines romantisches Lagerfeuer – eines ist immer gleich: Ein Holzfeuer kann man nicht nur sehen und fühlen, man kann es auch hören. Doch warum knistert Holz, wenn es verbrennt? Dieser Frage ist Kofball-Reporter Adrian Pflug zusammen mit dem Botaniker Dr. Karl-Heinz Linne von Berg nachgegangen – beim alljährlichen Osterfeuer in Durchsholz bei Remscheid.
Auf dem großen Holzstoß liegt vor allen Dingen Nadelholz. Das knistert besonders gut. Unter dem Mikroskop sieht Adrian sich einen dünnen Schnitt aus einem Nadelholz-Scheit an: Er findet kleine Zellen, in denen Wasser und Nährstoffe transportiert werden. Diese Zellen sind geschlossen – und damit ist auch das darin enthaltene Wasser eingeschlossen. Wenn das Holz brennt, verdampft das Zellwasser. Gasförmig hat Wasser jedoch ein mehr als 1600-fach größeres Volumen als flüssiges Wasser, so dass der Druck in den Gefäßen enorm steigt und sie zerbersten. Das Platzen der Gefäße im Holz ist das typische Knacken und Knistern.
Transportzellen in Laubholz sind im Gegensatz zu den Nadelholz-Zellen durchgängig und nicht geschlossen. Wird Laubholz verbrannt, tritt der Wasserdampf an den Enden des Holzscheits aus: Es entsteht kein Druck im Inneren des Laubholzes und die Gefäße platzen nicht. Deshalb knistert Laubholz im Vergleich zu Nadelholz kaum. Zudem befinden sich im Nadelholz zusätzliche Harzkanäle, die bis in die Nadelspitzen reichen. Verbrennen diese Nadeln, platzen sie sofort auf und das Harz schießt heraus.
Text Robert Manz
Film VisualBridges: Robert Müller mit Adrian Pflug
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