Sendung vom 17. April 2011
Ferdinand Binge aus Köln fragt:
Schon immer war das Moor ein Ort angsterfüllter Fantasien und
Bestandteil grausamer Erzählungen. Allem Anschein nach wird es
wohl auch in Zukunft so bleiben – zu Recht? Kopfball-Reporter
Burkhardt Weiß begibt sich in das Hochmoor bei Diepholz. Er
möchte ein wenig Licht in das Dunkel des Moores zu bringen
– im Selbsttest.
Der Mythos der Moorlandschaften beruht größtenteils auf
den angeblich unter mysteriösen Umständen umgekommenen
Menschen: den Moorleichen. Allein 600 davon wurden in deutschen
Mooren entdeckt. Bisher wurde angenommen, dass die meisten
Moorleichen Opfer eines brutalen Verbrechens waren. Neuere
Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass viele von ihnen eines
natürlichen Todes gestorben sind. Vermeintlich gewaltsam
zugefügte Verletzungen hatten in Wirklichkeit keine kriminelle
Ursache. Demnach wären mehr Menschen Opfer des Moores geworden
als bisher angenommen.
Damit Burkhardt nicht unfreiwillig aus dem Reporter-Dienst ausscheidet, wird er auf seinem unvorhersehbaren Weg über schwankenden Schwingrasen und matschigen Morast begleitet und für den Fall der Fälle zusätzlich mit einem Seil gesichert. Denn bei jedem Schritt kann er durch die dünne Pflanzendecke brechen und in metertiefem Moorschlamm einsinken. Und genau das passiert: Burkhardt steckt bis zur Brust in acht Grad kaltem Moorgrund. Obwohl es Tag ist und er gesichert ist, merkt Burkhardt schnell, dass dies eine lebensgefährliche Situation ist. Mit letzter Kraft kann er sich nach einigen Minuten aus dem Sumpf befreien. Wie es ihm danach geht – und warum man unter normalen Umständen kaum eine Chance hat zu überleben, sehen Sie im Film.
Moorleichen sind größtenteils sehr gut erhalten, da das Moor aufgrund seines hohen Säuregehaltes und des fehlenden Sauerstoffs konservierende Eigenschaften besitzt. Berühmt ist der Tollund-Mann – eine Moorleiche, die 1950 gefunden wurde. Er liegt heute im dänischen Silkeborg-Museum und starb vermutlich vor etwa 2300 Jahren.
Text Sebastian Rams
Film VisualBridges: Daniel Haase und Sebastian Rams mit Burkhardt Weiß
Kai
schrieb am 26.04.2011, 22:56 Uhr
Komisch, dass Ranga in Wissen vor Acht genau das Gegenteil bewiesen hat ....
Doppelter Versuch ... doppelt Gebühren verprasst und kein Ergebnis !
Kopfball
schrieb am 26.04.2011, 22:56 Uhr
Hallo Kai,
wir haben uns Rangas Beitrag angeschaut und erkennen keinen Widerspruch. Die Kopfball-Reporter beantworten Zuschauerfragen - die zum Moor hat uns mehrfach erreicht und Burkhardt berichtet im Film von seinen Erlebnissen und den Recherchen.
Wichtig zu erwähnen ist vielleicht ein deutlicher Unterschied in der Herangehenweise: Ranga trug einen recht großen Taucheranzug, während Burkhardt mit normalen Klamotten ins Moor ging. Insofern erscheint mit der Kopfball-Beitrag die Realität genauer abzubilden.
Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
© WDR 2012