26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/0417/staubexplosion.jsp

Sendung vom 17. April 2011

Daniel Wallimann fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Wie entsteht eine Staubexplosion?

Im Haushalt sind Stäube bloß ein Ärgernis, aber für die Industrie eine echte Gefahr. In europäischen Betrieben ereignet sich täglich etwa eine Staubexplosion. Tote und Verletzte sind dabei leider keine Ausnahme. 14 Tote und einen Sachschaden von über 100 Millionen Mark forderte etwa die Mehlstaubexplosion der Bremer Rolandmühle am 6. Februar 1979 – die größte bisher in Deutschland. Die Kopfball-Reporter Isabel Hecker und Burkhardt Weiß zeigen mit Experimenten in der Kopfball-Werkstatt, wie es zu solchen Katastrophen kommen kann.
Für die Entstehung einer Staubexplosion ist in erster Linie der Mahlgrad verantwortlich. Fein gemahlen kann jeder brennbare Stoff explodieren: neben Mehl zum Beispiel auch Kakao- und Kaffeepulver, Stärke und Holzstaub. Sogar Metalle wie Eisen oder Aluminium sind als Pulver leicht brennbar.

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Oberflächenvergrößerung

Der entscheidende Faktor ist dabei die Oberflächenvergrößerung. Den Effekt kennt man von Holz: Ein massiver Holzblock lässt sich kaum anzünden, während Holzwolle oder -späne sofort lichterloh in Flammen aufgehen. Weil Stoffe nur außen an ihrer Oberfläche brennen, gilt: je größer die Oberfläche, desto heftiger die Reaktion – bis hin zur Explosion. Die gesamte Oberfläche des Mehlstaubs aus einer Tüte Mehl ist etwa tausendmal größer als zusammengepresst in der Verpackung. Während die Oberfläche der Mehltüte also etwa so groß ist wie ein DIN A4-Blatt, erreicht die Oberfläche aller einzelnen Mehlkörnchen die Größe von 1000 DIN A4-Blättern – das ist eine Fläche von 60 Quadratmetern. Bei einer Staubexplosion breitet sich die Flammenfront schlagartig über die riesige Oberfläche aus, so dass die Staubwolke in rasender Geschwindigkeit verpufft.

Explosive Mischung

Die Partikel- und Oberflächengröße ist eine wichtige, aber nicht die einzige, Bedingung für eine Staubexplosion. Der Staub muss auch in ausreichender Konzentration vorhanden sein. Im Fall von Nahrungsmittelstäuben wie Mehl, Kakao oder Kaffee wird es ab 30 bis 60 Gramm pro Kubikmeter gefährlich. In der Küche treten solche Werte so gut wie nie auf, deshalb bleibt Backen ein ungefährliches Hobby.
Neben einem explosiven Staubgemisch bedarf es natürlich auch noch einer Zündquelle und Sauerstoff. Häufig sind mechanische Funken, langsam vor sich hin schwelende Glimmnester oder Überhitzungen durch mechanische Beanspruchung verantwortlich. Aber auch elektrostatische Entladungen können katastrophale Folgen haben.

Text Tobias Schlößer

Film VisualBridges: Tobias Schlößer und Niels Waibel mit Isabel Hecker und Burkhardt Weiß

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 1

Chris
schrieb am 21.09.2011, 22:27 Uhr
Witziger Beitrag von euch, so haben ein Freund und ich mal ein wenig Feuer gespuckt. Und zwar mit Mehl. Das war zwar eine etwas gewöhnungsbedürftige Prozedur, doch veranschaulicht es gut die Kraft der Oberflächenvergrößerung.



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