26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/0508/staubsauger.jsp

Sendung vom 08. Mai 2011

Harald Toader aus Saarbrücken fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Kann man mit einem handelsüblichen Staubsauger eine senkrechte Wand erklimmen?

Ein Staubsauger kann sich schon mal hartnäckig am heimischen Teppich festbeißen, so dass man ihn sogar anheben kann. Aber reicht das aus, damit sich Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß, der 80 Kilogramm auf die Waage bringt, mit einem Staubsauger als Kletterhilfe an einer glatten senkrechten Wand emporschwingen kann?
Ein Staubsauger saugt, weil der Luftdruck am Ende des Saugrohrs geringer ist, als in der Umgebung. Luft strömt ständig aus der Umgebung ins Saugrohr, um den Druckunterschied auszugleichen – dabei reißt sie Schmutz und Staub mit in den Staubsauger. Blockiert man das Saugrohr (beispielsweise mit einem Holzbrett), presst der äußere Luftdruck Brett und Saugrohr aneinander: Der Staubsauger saugt sich fest.

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Je größer die Fläche, desto stärker die Saugkraft

Zwei Faktoren beeinflussen maßgeblich die Kraft, mit der sich ein Staubsauger festsaugen kann: Da ist zum einen die Leistung des Gebläses, denn das erzeugt den Unterdruck. Das Gebläse könnte man theoretisch frisieren, um die Saugkraft zu erhöhen. Allerdings hat Kopfball-Zuschauer Harald Toader nach einem handelsüblichen Staubsauger gefragt. Bleibt also nur noch Möglichkeit zwei: Man muss die Fläche vergrößern, mit der sich der Sauger festsaugt: Denn damit vergrößert sich gleichzeitig die Fläche, auf die sich der Luftdruck auswirkt. Und das bedeutet, dass sich die Haltekraft vergrößert.
Konkret: Auf jeden Quadratzentimeter der Erde drückt die darüberliegende Luftsäule mit einer Kraft, die etwa einem Kilogramm entspricht. Der Querschnitt eines drei Zentimeter breiten Staubsaugerschlauchs hat eine Fläche von etwa sieben Quadratzentimetern. Bezogen auf diese Fläche drückt die Luft dort also mit sieben Kilogramm. Der Staubsauger selber schafft einen Unterdruck von etwa 0,2 bar; das heißt, der Druck im Staubsauger beträgt 0,8 bar – ist also ein Fünftel niedriger als der normale Luftdruck von 1 bar. Wenn sich der Staubsauger festsaugt, dann ist es dieser Druckunterschied, der das Klettern mit dem Staubsauger möglich machen soll.

Burkhardt macht den "Staubsauger-Man"

Schon mit der kleinen Fläche des Staubsaugerschlauchs könnte man theoretisch ein Gewicht von etwa 1,4 Kilogramm anheben. Für Burkhardt ist diese Fläche natürlich viel zu klein. Er muss also das Ende des Saugrohrs so vergrößern, dass die Saugkraft reicht, um sein Gewicht zu halten. Zusammen mit Kopfball-Spezialschrauber "Ralli" baut er eine flache Holzkiste mit einer Fläche von 35 mal 35 Zentimetern – also 1225 Quadratzentimeter. Daran schließen sie das Staubsaugerrohr an. Theoretisch sollte diese Fläche ein Gewicht von 245 Kilogramm halten können: nämlich ein Fünftel von 1225 Kilogramm. Doch reicht das auch für eine Klettertour an einer senkrechten Wand?
Außerdem braucht es noch einiges mehr. Schließlich muss Burkhardt die Saugflächen immer wieder versetzen können, um an der Wand hochzusteigen. Und die Staubsauger muss er auf seinem Kletterparcours immer bei sich haben.
Was sich die beiden einfallen lassen, um diese Probleme zu lösen, sehen Sie im Film; ebenso Burkhardts waghalsige Kletteraktion an der zwölf Meter hohen Glasfassade des Kölner Schokoladenmuseums. Dabei läuft nicht immer alles glatt!

Text Axel Bach, Dirk Gilson

Film Visual Bridges: Dirk Gilson mit Burkhardt Weiß

Deine Meinung

Kommentare

Einträge: 1

Holger
schrieb am 09.05.2011, 12:13 Uhr
Tolle Idee. Zugegeben, ich hatte nicht gedacht, dass das wirklich klappt. Vielleicht rechnerisch, aber niemals eine echte Fassade. Klasse!



Kopfball - weitere Informationen zur Sendung


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