Sendung vom 15. Mai 2011
Patrick Demsa fragt:
Egal, ob gelbes oder dunkles Bier, rote Duschgels oder blaue Badezusätze – eines ist bei allen gleich: Ihr Schaum ist weiß. Kopfball-Zuschauer Patrick Demsa möchte wissen, warum das so ist. Und die Kopfball-Reporter Isabel Hecker und Adrian Pflug schäumen, was das Zeugs hält – und merken als Erstes: Wenn man genau hinschaut, ist Schaum gar nicht weiß; zumindest die einzelne Schaumblase nicht, denn die ist durchsichtig. Was muss also passieren, damit Schaum wirklich weiß wird?
Die Farbe eines Stoffes hängt damit zusammen, welche Teile des
sichtbaren Lichts er reflektiert. Das weiße Tageslicht der
Sonne setzt sich aus den Regenbogenfarben zusammen. Wird
beispielsweise nur der orange-farbene Anteil des Lichts absorbiert,
und alle anderen Wellenlängen reflektiert, dann erscheint der
Stoff blau. Bei Isabels grünem Bade-Öl wird also der
grüne Anteil des Tageslichts reflektiert.
Doch jetzt soll ja weißer Schaum her: Isabel bläst mit
einem Strohhalm in das grüne Bade-Öl. Zuerst sind es nur
wenige Schaumblasen; durch sie kann man hindurchgucken: Ihre
Wände sind so dünn, dass man die grüne Farbe des
Bade-Öls nicht mehr wahrnehmen kann. Doch je mehr Schaumblasen
entstehen und je kleiner diese sind, desto weißer erscheint
der Schaum.
Denn das einfallende weiße Licht kann jetzt nicht mehr so
ohne weiteres durch den Schaum hindurchleuchten: Es wird an den
gebogenen Grenzflächen der Schaumblasen ständig in alle
Richtungen gebrochen und gestreut. Anders als beim grünen
Bade-Öl, wird also nicht eine Farbe gleichmäßig
zurückgeworfen, sondern alle Farben des weißen
Tageslichts gleichzeitig und durcheinander: So überlagern sich
wieder alle Regenbogenfarben – und der Schaum erscheint
weiß.
Das bedeutet aber auch: Schaum hat immer die Farbe, in der er
angestrahlt wird: bei Tageslicht weiß, unter einer
Rotlichtlampe rot.
In der Kopfball-Werkstatt zeigt Isabel mit einem Laserstrahl und einigen Glaskugeln, wie man sich die unterschiedliche Brechung und Streuung des Lichts vorstellen kann. Und zum Schluss versuchen die beiden, ihre neuen Erkenntnisse ganz praktisch umzusetzen: Sie möchten aus grünem Glas weißes Glas machen. Wie das gehen soll und ob das wirklich funktioniert, sehen Sie im Film.
Text Axel Bach
Film Visual Bridges/Maakii: Katharina Adick und Tobias Schlößer mit Isabel Hecker und Adrian Pflug
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