Sendung vom 12. Juni 2011
Gesa Milbrett aus Köln fragt:
Von allen Tieren stehen uns Menschenaffen am nächsten. Sie spielen, streiten, bauen Werkzeuge und relaxen entspannt in der Sonne. Da könnte man den Kollegen doch mal die Hand schütteln, oder? Gesa Milbrett wurde davon abgeraten und sie möchte nun wissen: warum? Das will Burkhardt für sie herausfinden. Dabei bekommt er eine Kostprobe davon, wie sich ein Orang-Utan Händedruck anfühlen könnte.
Die Kraft eines Händedrucks lässt sich mit einem Handkraftmesser feststellen. Einige Besucher im Kölner Zoo schaffen es, mit einer Kraft zu drücken, die einem Gewicht von bis zu 60 Kilogramm entspricht. Und Orang-Utan Bornie? Für seine knapp 30 Zentimeter lange Hand ist dieses Messgerät zu klein. Außerdem würde es Bornies Einsatz vermutlich nicht lange überstehen. Eine Sonderanfertigung muss also her; ein Fall für Kopfball-Experimentator Theo Schmitz. Keine einfache Sache. Doch aus einem Stahlrohr, Wasser, einer Drucksonde, Gummi und ein paar Kabeln schaffen Burkhardt und Theo es, ein stabiles Kraftmessgerät für den Orang-Utan zu bauen.
Im Zoo befestigt Burkhardt das Messgerät im Außengehege der Orang-Utans. Dort hat Bornie das Sagen. Er ist das stärkste Männchen und kennt jeden Zentimeter seines Reviers. Tatsächlich dauert es nicht lange, bis er sich dem Messgerät nähert. Allerdings betrachtet er es nur, sitzt lange davor und fasst es irgendwann sanft an. Zum Glück weiß Menschenaffen-Experte Alexander Sliwa, wie er seinen Schützling motiviert: Mit Bananen und ein paar Nüsschen lässt sich Bornie davon überzeugen, ein paar Mal ziemlich kräftig zuzupacken. Wie kräftig genau, sehen Sie im Film!
Woher der starke Handgriff? Für das Zupacken sind beim Menschen wie auch beim Menschenaffen vor allem die Muskeln im Unterarm verantwortlich, die durch lange Sehnen mit den Fingern verbunden sind. Vergleicht man diese Muskeln, schneidet der Mensch wesentlich schlechter ab. Die Masse der Arme beim Orang-Utan beträgt etwa 15 Prozent des gesamten Körpergewichts – beim Menschen sind es kaum acht Prozent. Das lässt sich durch die unterschiedlichen Fortbewegungsarten erklären. Während Affen sich vor allem hängend mit ihren Händen in den Bäumen bewegen, haben sich die Menschen auf das Laufen spezialisiert. Und in diesem Fall sind wir im Vorteil, denn wir haben längere und stärkere Beine. Dafür können wir uns aber nicht so lässig mit einer Hand an einen Ast hängen.
Text Sophie Kolb
Film VisualBridges: Dirk Gilson mit Burkhardt Weiß
kopfball.de
schrieb am 12.06.2011, 12:27 Uhr
Hallo Marcin,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Tatsächlich at Bornie nicht nur gedrückt, sondern auch räftig an der Apparatur gerupft. Dass das
passieren würde, war zu erwarten, darum ist das Druckkraftmessgerät so konstruiert, dass es kaum auf Knick- oder einseitige Druckereignisse, wie sie beim Ziehen und Hebeln entstehen, reagiert. Damit Bornie richtig ziehen und hebeln kann, muss er aber erstmal kräftig zupacken - und auf
dieses Zupacken spricht das Messgerät an. Natürlich liefert das Experiment keine endgültigen Ergebnisse, dafür wäre eine aufwendige wissenschaftliche Studie nötig. Uns ging es darum, einen Anhaltspunkt zu
gewinnen, wie stark so ein erwachsener Orang-Mann sein kann - vermutlich
könnte er sogar noch die ein oder andere Schippe drauflegen, wenn er unbedingt wollte.
Viele Grüße,
Dein Kopfball-Team
marcin
schrieb am 12.06.2011, 12:27 Uhr
Orang-Utans sind starke primaten,
burkhardt hat bei den passanten den händedruck gemessen 25-50kg.
dem Orang-Utan wurde eine festinstalierte halterung angebaut, die er zwar gedrückt hat aber hauptsächlich gezogen oder gezerrt hat und sich gleichzeitig mit der anderen hand und den füssen gegengestemmt hat. Da würde auch burkhardt 100 kilo schaffen.
"zugkraft druckkraft"
übrigens ein schimpanse hat im einem versuch 400kg zugkraft entwickelt.
eure sendung finde ich toll und verfolge sie jeden sonntag.
über eine antwort würde ich mich sehr freuen.
mfg
marcin
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