26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
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Sendung vom 11. September 2011

Noah Engel aus Rügen fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Warum bröckelt die Küste auf Rügen?

Die Kreidefelsen von Rügen locken jährlich mehr als 1,5 Millionen Besucher auf die Ostseeinsel. Die strahlend weißen Klippen gehören zu den bekanntesten Landschaftsformationen Deutschlands. Dass die Felsen jedoch weitaus weniger stabil sind, als man aus der Ferne vermutet, erfährt Adrian schnell. Wohin er auch schaut – die gesamte Steilküste ist mit Warnschildern bestückt, die die Besucher davon abhalten sollen, zu nahe an die Kliffkante zu gehen. Die Hinweise sind unmissverständlich: "Vorsicht Küstenabbrüche! Lebensgefahr!" Doch warum ist die Küste so instabil? Adrian trifft sich mit dem Geologen Professor Martin Meschede, um mehr über Rügens Bröckel-Problem herauszufinden.

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Die Insel schrumpft

Aus der Luft verschaffen sich Adrian und Martin Meschede einen Überblick. 15 Kilometer lang erstrecken sich die Kreidefelsen. An der Nordspitze Rügens, am Kap Arkona, stand einst hoch über dem Meer eine Tempelburg der Ranen, den Urbewohnern Rügens. Noch heute kann man den Wall der Anlage deutlich erkennen. Adrian macht Fotos aus der Luft, um diese mit alten Aufnahmen zu vergleichen. Ist der Rückgang der Küste wirklich so dramatisch? Durchschnittlich 30 Meter in einhundert Jahren geht die Küste zurück. An der Tempelburg sind die Folgen deutlich zu sehen.

Erdgeschichte im Zeitraffer

Der Grund, dass die Küste auseinanderfällt, liegt am Material, aus dem sie besteht: Kreide. Die ist so weich, dass Adrian sie sogar zwischen seinen Finger zerreiben kann. Kreide besteht aus den winzigen Skeletten von Kalk-Algen, die sich über Jahrmillionen am Grund eines tropischen Urmeeres abgelagert haben. Erst unter einem Elektronenmikroskop werden diese faszinierenden Partikel sichtbar. Da nicht genügend Druck von oben auf die Ablagerungen ausgeübt wurde, ist die Kreideküste Rügens, im Gegenteil zu hartem Kalkstein oder Marmor, die den gleichen Ursprung haben, weich und anfällig für Erosionskräfte: Wasser wäscht das Gestein aus – denn Kalk ist extrem säureempfindlich. Außerdem sickert Wasser leicht in die Felsen ein und gefriert im Winter. Dann wird die Küste regelrecht abgesprengt. Zudem nagt die Brandung der Ostsee ständig an den weißen Felsen. Die Erosion der Felsen schreitet dabei so schnell voran, dass Geologen von" Erdgeschichte im Zeitraffer" sprechen.

Schön und vergänglich zugleich

Doch warum man die Steilküste nicht einfach schützen kann, indem man Steinwälle an ihrem Sockel aufschüttet – und wie es mit Rügens Küste weitergehen wird, sehen Sie im Film.

Film Krischan Dietmaier mit Adrian Pflug

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