Sendung vom 25. September 2011
Sinah Käding aus Kürten fragt:
Nicht nur ein Klassiker des Kriminalfilms – auch in der Realität birgt der Föhn im Bad eine echte Gefahr. Die meisten tödlichen Stromunfälle ereignen sich im Haushalt, ein Großteil davon im Badezimmer. Doch was macht die Kombination aus Strom und Wasser so gefährlich? Kopfball-Reporterin Isabel Hecker und Experimentator Theo Schmitz wagen den Versuch und versenken einen Föhn im Badewasser. Die erste Überraschung: Der Föhn läuft unter Wasser einfach weiter. Doch Vorsicht: Das Badewasser steht jetzt unter Strom! Im Innern des Föhns kommen stromführende Teile wie die Heizspirale mit dem Badewasser in Kontakt. Ein Teil des Stroms überträgt sich dort auf das Wasser und fließt über die Badewanne in die Erde ab. Theo misst im Wasser eine Stromstärke von 100 Milliampere. Das reicht, um einen badenden Menschen zu töten.
Die Muskulatur, also auch das Herz, arbeitet mit Hilfe winziger elektrischer Impulse. Schon kleine Stromstöße von außen können das Herz aus dem Rhythmus bringen. Bei 50 Milliampere droht ein sogenanntes Kammerflimmern mit anschließendem Herzstillstand – Lebensgefahr! Und je länger der Körper unter Strom steht, desto gefährlicher wird es. Die elektrisierte Badewanne kann schnell zur tödlichen Falle werden.
Zum Glück gibt es heute einen effektiven Schutz gegen Stromunfälle im Bad. Ein sogenannter Fehlerstromschutzschalter (kurz: FI-Schalter) vergleicht den Strom, der von der Steckdose zum Föhn und von dort wieder zur Steckdose zurückfließt. Kommt weniger Strom zurück als zum Föhn geleitet wird – zum Beispiel weil ein Teil des Stromes über die Badewanne in die Erde abfließt – unterbricht der Schalter den Stromfluss innerhalb von 0,2 Sekunden. Dennoch: Wer in der Badewanne sitzt, sollte von elektrischen Geräten die Finger lassen!
Text Max Ostendorf
Film Maakii: Max Ostendorf und Niels Waibel mit Isabel Hecker und Theo Schmitz
Aynur
schrieb am 02.04.2012, 23:08 Uhr
Hallo zusammen, mir ist im Jahr 1999 genau das in passiert undzwar in einer Altbauwohnung ohne FI-Schalter. Es war ein schreckliches Erlebnis was ich einfach nicht vergessen kann. Die Ärzte im Krankenhaus meinten es wäre ein Wunder das überlebt zu haben und gratulierten mir zu meinem 2. Geburtstag.
Kopfball
schrieb am 24.03.2012, 18:29 Uhr
Hallo Isabella,
wie Klaus Bödeker unten bereits richtig bemerkt hat, muss ja erst einmal ein Strom fließen, damit der Schutzschalter einspringt und den Strom abschaltet. Selbst kleine Stromschläge können gefährlich für unser
Herz sein.
Gruß vom Kopfball-Team
Isabella
schrieb am 24.03.2012, 18:29 Uhr
Ich hab auch noch eine Frage: Warum ist es denn jetzt so gefährlich, elektrische Geräte mit in die Badewanne zunehmen?
Holger
schrieb am 20.02.2012, 23:18 Uhr
Eine Frage stelle ich mir dennoch: Der Stromkreis kommt nur bei einer Erdverbindung zustande, da die Badewanne entweder aus Emaille (super Isolierung) oder Acryl ist, ist die Wanne selbst nicht leitfähig, der Abfluss ist zumeist aus Kunststoff und somit auch nicht leitfähig. Wie soll da bitte der Stromkreis zusatnde kommen?
Kopball
schrieb am 20.02.2012, 23:18 Uhr
Hallo Holger,
vielen Dank für deine Frage. Es stimmt, dass eine Badewanne aus Acryl mit einem Kunststoff-Abfluss in der Regel nicht geerdet ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass du in einer solchen Badewanne vor einem Stromschlag gefeit bist. Es kann sich nämlich auch über die Stationen Fön ? Wasser ? Körper ? Wasser ? Fön ein paralleler Stromkreis bilden, ganz ohne den Umweg über die Erde. Dieser Fall ist sogar besonders gefährlich, da der FI-Schalter in diesem Fall nicht auslöst (der Strom fließt ja den normalen Weg zurück durch den Fön). Emaille ist übrigens keine gute Isolierung? Die
Emaille selbst ist zwar nicht leitfähig, die Schicht ist aber zu dünn, um die darunterliegende Metallwanne komplett abzuschirmen.
Klaus Bödeker
schrieb am 07.12.2011, 18:45 Uhr
zu bedenken ist auch, dass selbst der empfindlichste FI-Schutzschalter nicht 100%tig schützt. Es muss immer erst ein Strom fließen, ehe er anspricht. Selbst wenn dieser Strom für die durchströmte Person nicht tödlich ist, kann es zur Panik, zu Folgeunfällen kommen. Die beste Lösung ist ein sicherer Haartrockner, der keine Durchströmung zulässt.
Digga
schrieb am 01.10.2011, 22:31 Uhr
Man sollte aber erwähnen, dass in vielen älteren Elektroinstallationen noch keine FI-Schutzschalter verbaut sind. Auch gibt es ältere Modelle von FI-Schutzschaltern die nicht empfindlich genug (50 mA) sind um rechtzeitig in so einem Fall zu reagieren.
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