Sendung vom 25. September 2011
Hans-Jürgen von der Homberch fragt:
Abwasserrohre sind gefährliche Fallen für kleine Utensilien: Verschwindet ein Gegenstand im Abflussrohr, ist er für immer verloren. Stimmt das? Oder kann man ihn in der Kanalisation wiederfinden? Kopfball-Reporterin Ulrike Brandt-Bohne spült eine kleine Plastik-Ente die Toilette hinunter. Die Jagd nach der Ente beginnt! Gemeinsam mit einem Experten der Kölner Stadtentwässerungs-Betriebe verfolgt Ulrike die Ente quer durch das städtische Kanalnetz.
Das gesamte Abwasser eines Hauses verlässt durch die Grundleitung das Gebäude und gelangt in die öffentliche Kanalisation. Dort fließt es mit einer Geschwindigkeit von etwa einem halben Meter pro Sekunde weiter; das sind knapp 2 km/h. In einer Großstadt wie Köln sammelt sich das Abwasser eines Stadtteils in einem sogenannten Hauptsammler. Dies sind besonders große Kanäle von bis zu drei Metern Durchmesser, die man zu einem großen Teil auch begehen kann. Endstation aller Abwasserkanäle der Kölner Innenstadt ist das Klärwerk im Stadtteil Stammheim. Hier werden alle festen Bestandteile aus dem Abwasser herausgefiltert und anschließend verbrannt.
Normalerweise kann man einen verlorenen Gegenstand im städtischen Kanalnetz nicht einfach suchen. Aber für Kopfball machen die Stadtentwässerungs-Betriebe eine Ausnahme. Die Abwasserrohre der Hauskanalisation sind mit einem Durchmesser von acht bis fünfzehn Zentimeter sehr eng. Nur über einen Zugangsschacht direkt vor dem Haus kann Uli mit Hilfe einer kleinen Inspektionskamera in die Rohre hineinschauen – und die Ente vorbeischwimmen sehen. Die Verfolgungsjagd führt weiter in die großen Hauptsammler. Letzte Station ist das Klärwerk; dass die Ente hier ankommt, ist so gut wie sicher – aber ob man sie in den Schlammmassen wiederfinden kann, ist höchst unwahrscheinlich. Wer also wertvolle Sachen in die Toilette wirft, hat keine realistische Chance, sie wiederzubekommen.
Text Jessica Martin
Film VisualBridges: Sandra Palm und Jessica Martin mit Ulrike Brandt-Bohne
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