26.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Kopfball
URL: http://www.wdr.de/tv/kopfball/sendungsbeitraege/2011/1009/gaemse.jsp

Sendung vom 09. Oktober 2011

Alyssa Laloire aus Wittlich fragt: Wertung: 3.5 von 5 möglichen Sternen

Warum können sich Gämse so gut im steilen Felsgelände bewegen, ohne abzurutschen?

Wer sie aus der Nähe sehen will, muss hoch hinaus auf die Berge. Wo Menschen Seile und Sicherungsgeräte brauchen, um sich fortzubewegen, sind sie zu Hause: die Gämse. Sie finden mühelos Halt in Felswänden und auf Geröllfeldern. Sind die Tiere einfach nur gute Kletterkünstler – oder haben sie uns Menschen etwas anderes voraus? Burkhardt Weiß begibt sich im österreichischen Karwendelgebirge auf die Gämsen-Suche – unterstützt von Berufsjäger Thomas Eder: Er kennt die Lieblingsplätze der Tiere. In etwa 2000 Metern Höhe spüren die beiden eine Gruppe auf. Die Gämsen haben allerdings keine Lust auf Besuch: Bis auf etwa 150 Meter kommt das Team an sie heran, dann ist Schluss: Sie sind Fluchttiere. Burkhardt kann sich aber aus der Ferne von den Kletterkünsten der Tiere überzeugen – und erkennt eine Anpassung an das Leben an Steilhängen: Die Hinterläufe der Gämse sind länger als die Vorderläufe. Das erleichtert das Laufen und Stehen am Hang. Warum sie auf den Felsbrocken nicht wegrutschen, erklärt das allerdings nicht – Burkhardt muss näher ran.

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Geteilter Huf hält besser

Was im Gebirge unmöglich ist, gelingt dem Kopfball-Reporter im Alpenzoo Innsbruck. Hier lebt eine Gruppe von sieben Gämsen in einem Gehege. Burkhardt besticht die Gämse mit Futter. So kommt er bis auf wenige Meter an die Tiere heran – und dem Geheimnis auf die Spur: Gämse laufen auf zweigeteilten Hufen; sie gehören zu den sogenannten Paarhufern. Die geteilten Hufe passen sich Unebenheiten an – beim Bergabgehen spreizen die Tiere die Hufe und verkeilen sie so am Untergrund. Und wenn es mal richtig steil wird, setzen die Gämse ihre Afterklauen ein: Das sind zwei hartgummiartige Zapfen, die an jedem Bein oberhalb der Hufe sitzen. Ist das Gefälle steil genug, berühren sie den Boden und wirken wie Bremsnoppen.

Kaum zu fassen

Die Geschicklichkeit im Gebirge schützt die Bergtiere vor Angreifern. Luchse, Wölfe und Bären haben im Gebirge kaum eine Chance, den Kletterkünstlern zu folgen. Tatsächlich sind ihre größten Feinde keine Raubtiere, sondern Geröll- und Schneelawinen.
Auf der Bergwanderung beantwortet Burkhardt eine weitere Frage – von Julius aus Sydney: Er fragte das Kopfball-Team: Warum bläht sich eine Chips-Tüte beim Anstieg auf den Gipfel auf?

Text Michaela Braun, Dirk Gilson

Film VisualBridges: Sophie Kolb und Dirk Gilson mit Burkhardt Weiß

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