Kopfball
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Sendung vom 16. Oktober 2011

Jeannina Laloire aus Wittlich fragt: Wertung: 3.0 von 5 möglichen Sternen

Was sind Luftlöcher?

Auf ihrer letzten Flugreise hatte Jeannina Laloire plötzlich das Gefühl, abzustürzen. "Luftlöcher", sagte man ihr. Bei einem Rundflug über das Karwendelgebirge spürt Kopfball-Reporter Burkhardt Weiß das Phänomen hautnah – an Bord eines Segelfliegers. Segelfluglehrer Aurel Hallbrucker nimmt Burkhardt mit auf einen besonderen Rundflug über das Karwendelgebirge: Sie sind auf der Suche nach Luftlöchern ...
Doch Löcher in der Luft – das kennt der erfahrene Segelfliegerpilot nicht. Denn Luft ist überall, sie verschwindet nicht einfach so. Was der Volksmund als Luftloch bezeichnet, sind meistens Abwinde, die die Flugzeuge nach unten drücken. Dass sich dieser plötzliche Höhenverlust in der Tat wie ein Loch anfühlt, kann Burkhardt nach seinem Rundflug allerdings bestätigen ...

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Die warme Luft ist schuld am Luftoch

Eigentlich freut sich Pilot Aurel über Abwinde. Denn wo Abwinde sind, gibt es meist auch Aufwinde, die die Segelflieger brauchen, um zu steigen – "Thermik" nennen sie diese Luftbewegungen. Sie entstehen, wenn die Sonne den Boden erwärmt. Diese Wärme überträgt sich auch auf die Luft in Bodennähe. Weil warme Luft aufsteigt, entsteht ein Aufwind – und der drückt Flugzeuge nach oben. Doch, wo Luft nach oben steigt, muss nebenan auch Luft nach unten fließen – zum Beispiel in bergigen Regionen über Zonen, die nicht so stark von der Sonne erwärmt werden. Die Aufwinde sind also lokal begrenzt. Und direkt daneben strömt gleichzeitig kältere Luft nach unten. So entstehen Auf- und Abwindfelder. Und dort, wo die Luft nach unten drückt, hat man als Flugpassagier den Eindruck, man fliege durch ein Luftloch.

Gefährliche Wellen in den Bergen

Das ist aber noch nicht alles: Bläst der Wind etwas heftiger, können an Bergen sogenannte Windwellen entstehen. Der Wind trifft auf einen Berg, wird nach oben abgelenkt und fällt auf der windabgewandten Seite wieder herunter – so entstehen starke Auf- und Fallwinde. Mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde kann es für kleinere Flugzeuge in solchen Wellen hoch und runter gehen. Immer wieder führen die Windwellen zu Flugzeugabstürzen. Das Problem: Anders als sogenannte Turbulenzen, die unter Wolken entstehen, kann man Fallwinde kaum vorhersagen. Selbst erfahrene Piloten werden immer wieder davon überrascht. Im Film sehen Sie nicht nur, wie Burkhardt die Luftlöcher in dem kleinen Segelflieger verkraftet, sondern auch ein Modell-Experiment, in dem man deutlich sehen kann, wie die gefährlichen Windwellen in den Bergen entstehen.

Text Sophie Kolb

Film VisualBridges: Dirk Gilson mit Burkhardt Weiß

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