Sendung vom 16. Oktober 2011
Lilith Brockhaus aus Köln fragt:
Eine kleine Verbrennung oder ewiges Warten an einer Bushaltestelle bei winterlichen Temperaturen: Je nach Situation hauchen oder pusten wir, um unserer strapazierten Haut Linderung zu verschaffen. Beim Hauchen halten wir die Hände ganz nah an den Mund und wärmen die Haut durch unsere Atemluft. Wenn wir pusten, legt die ausgeatmete Luft eine längere Strecke zurück und kühlt auf ihrem Weg ab – und zwar unter unsere Haut-Temperatur. Es stellt sich ein Kühlungseffekt ein. Doch warum ist das so? Die Hauttemperatur des Menschen liegt mit 34° C etwa drei Grad unter der Körperkerntemperatur – also der Temperatur, die im Innern des Körpers herrscht. Die gehauchte Luft besitzt in direkter Umgebung zur Mundhöhle eine Temperatur zwischen 35 und 36° C und wärmt daher die Hautoberfläche. Die Temperatur der gepusteten Luft in größerer Entfernung zum Mund liegt hingegen unter der Hauttemperatur. In Abhängigkeit von der Temperatur der Umgebungsluft, beträgt sie 30° C oder weniger.
Die gepustete Luft verlässt den Mund mit einer höheren
Geschwindigkeit als gehauchte Luft und reißt auf ihrem Weg
die in der Regel kühlere Umgebungsluft mit sich. Auf diese
Weise entstehen Verwirbelungen und der Atemstrom durchmischt sich
mit der übrigen Luft und kühlt dabei ab. Gehauchte Luft
hingegen führt kaum zu Verwirbelungen. Ihr Weg ist viel
kürzer, kühlere Raumluft kann kaum mitgerissen werden und
die Temperatur ist wesentlich höher.
Probieren Sie doch mal dies hier aus: Pusten Sie aus etwa 20
Zentimeter Entfernung gegen ihre Handinnenfläche und
führen Sie sie dabei langsam zum Mund. Anfangs spüren Sie
den kühlen Luftzug. Wenn Ihre Hand dann recht nahe beim Mund
ist, wird der Pustestrom plötzlich warm, weil auf die kurze
Distanz vom Mund zur Hand keine kühle Raumluft mitgerissen
werden kann. Das heißt: Gepustete Luft ist nicht in jedem
Fall kühler als gehauchte; es kommt auf die Entfernung
an.
Doch es gibt noch zwei weitere Gründe, warum der Hauch warm
und die Puste kühl ist: Die sehen Sie im Film!
Film Sebastian Rams mit Steffi Terhörst und Burkhardt Weiß
Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
© WDR 2012