Sendung vom 16. Oktober 2011
Diana Olufs aus Berchtesgaden fragt:
Bekannt ist Berchtesgaden vor allem als Urlaubsregion. Der berühmte Watzmann und der noch berühmtere Königssee locken die Touristen in Scharen herbei. Ein ganz anderer Genuss wird wohl den meisten Besuchern weit weniger bekannt sein: das Berchtesgadener Leitungswasser. Das wird in so herausragender Qualität gewonnen, dass es ohne jegliche Filterprozesse oder Aufbereitungen direkt in das Leitungsnetz der Stadt fließt. Doch warum ist dieses Wasser so sauber? Kopfball-Reporter Adrian Pflug trifft zur Beantwortung dieser Frage Gabriele Kraller. Die Hydrologin kartiert und untersucht im Auftrag des Nationalparks Berchtesgaden Quellen und Wasserläufe in der Region und kennt das Geheimnis hinter dem Superwasser – ein Geheimnis, das nur zu Fuß erreichbar ist ...
Adrian und Gabriele Kraller wandern auf der Suche nach dem Ursprung des Berchtesgadener Wassers in das Wimbachtal. Das liegt auf der weniger bekannten Westseite des Watzmanns. Doch anstatt kristallklarer Gebirgsbäche gibt es hier nur eine riesige Schotterebene, die sich scheinbar endlos, Kilometer für Kilometer, das Tal entlangzieht: das sogenannte Wimbachgries. Doch was auf den ersten Blick wie eine trockene Steinwüste wirkt, ist in Wahrheit ein riesiger, feuchter Schwamm. Bis zu 300 Meter mächtig ist die Schotterschicht und saugt das Wasser, das von den umgebenden Berghängen hinabfliest, regelrecht auf.
Entstanden ist der Schuttkörper in Jahrmillionen. Erosionskräfte und Gletscher hatten das Wimbachtal aus einem einstmals einzelnen, riesigen Gipfel geschnitten. Schichten von weichem Dolomitgestein wurden dabei freigelegt. Dolomit ist brüchig und wird seitdem kontinuierlich in das Tal abgetragen und feingerieben. Das Wimbachgries ist heute der größte Schuttstrom der nördlichen Alpen. Wasser, das am Talanfang im Schotter versickert, braucht bis zu zehn Jahre, um am Ende des Tals wieder auszutreten. Doch warum ist es danach so sauber? Mit einem Experiment überprüft Adrian die Filterwirkung des Schotters: Eine Plastikflasche voller Wimbach-Kies soll dreckiges Wasser filtern. Im Film sehen Sie, ob das schon auf der kurzen Strecke funktioniert ...
Film Krischan Dietmaier mit Adrian Pflug
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